/ Königsberg – Kaliningrad

Der erste Botanische Garten der Universität Königsberg

Einer der einzigartigsten Gärten Königsbergs war der Universitätsgarten. Seine Geschichte begann 1809, als an der Medizinischen Fakultät der Universität Albertina ein Lehrstuhl für Botanik und die Stelle eines Professors für Botanik eingerichtet wurden. Der junge Mediziner und Botaniker Dr. med. Friedrich Schweigger erhielt den Auftrag, einen botanischen Garten anzulegen.

Einer der einzigartigsten Gärten Königsbergs war der Universitätsgarten. Seine Geschichte begann 1809, als an der Medizinischen Fakultät der Universität Albertina ein Lehrstuhl für Botanik und die Stelle eines Professors für Botanik eingerichtet wurden. Der junge Mediziner und Botaniker Dr. med. Friedrich Schweigger erhielt den Auftrag, einen botanischen Garten anzulegen.

Einst eine typische mittelalterliche Stadt mit dichter Bebauung und Befestigungsanlagen an den Rändern, umgeben von Wall und Graben, war Königsberg nahezu ohne Grün.

Die ersten Gärten entstanden im 16. Jahrhundert dank des Interesses wohlhabender Leute an der Gestaltung ihrer eigenen Grundstücke1.

Wesentlich beeinflusst wurde das Bild Königsbergs jedoch durch die Gründung des Vereins zur Verschönerung der Stadt im Jahr 1875, dessen geistiger Vater der Arzt Friedrich Kessel war. Die Aktivisten dieses Vereins brachten alte, verwahrloste Parks wieder in Ordnung und pflanzten neue Bäume in den Straßen der Stadt, nachdem sie zuvor alle Grünanlagen erfasst hatten. Zur Verwandlung Königsbergs in eine Gartenstadt trug auch der veränderte Charakter des Städtebaus in jener Zeit bei: Der alte Befestigungsgürtel hatte seine fortifikatorische Bedeutung verloren, und die Ausdehnung der Stadt ermöglichte es, neue Parks, Alleen, Teiche, Grünanlagen, Blumenbeete und Hausgärten zu planen.

Ein wichtiger Meilenstein dieses landschaftlichen Wandels war die Anlage des ersten Botanischen Gartens der Universität. Seine Geschichte begann damit, dass der Kriegsrat und Dichter Johann George Scheffner 1796 ein Haus mit verwildertem Garten im Nordwesten der Stadt kaufte. Er legte an dieser Stelle einen repräsentativen Park an und verkaufte das Grundstück an König Friedrich Wilhelm III., der das Anwesen seinerseits einige Jahre später der Albertina, der Universität der Stadt Königsberg, schenkte. Zugleich wurden 1809 an der Medizinischen Fakultät der Universität ein Lehrstuhl für Botanik und die Stelle eines Professors für Botanik eingerichtet.

Mit der Gründung des ersten Botanischen Gartens der Universität wurde der junge Botaniker und Zoologe Dr. med. August Friedrich Schweigger beauftragt. Er vergrößerte das Gelände des Botanischen Gartens durch den Anschluss benachbarter Grundstücke und erweiterte den Artenbestand. Bis 1818 umfasste das Gelände 6 ha.

In derselben Zeit wurden vier Gewächshäuser und ein Gärtnerhaus gebaut. Schweigger, der seine Arbeit am Lehrstuhl mit Forschungsreisen verband, kam2 auf einer dieser Reisen ums Leben. Bis heute ist auf dem Gelände des Gartens auf einer Anhöhe, umgeben von alten Linden und Buchen, ein Denkmal erhalten, das Freunde zum Gedenken an den jungen Gelehrten errichteten, mit einer Inschrift, die übersetzt lautet: „Dem Andenken Augusts, des hochverdienten Gründers der Gärten, gewidmet von seinen Freunden. 1824.“

Denkmal für August Friedrich SchweiggerDenkmal für August Friedrich Schweigger.

Anfangs folgte die Bepflanzung keinem bestimmten System, doch schon bald beschloss man, jährlich eine Liste der unbedingt anzuschaffenden Pflanzen zu erstellen, außerdem wurden die Pflanzen nun in strenger Ordnung gesetzt. Jeder neue Direktor des Universitätsgartens trug das Seine zur Verschönerung bei. So wurde unter Professor Robert Caspary das Gelände des Königsberger Botanischen Universitätsgartens noch weiter vergrößert und ein Gewächshaus3 für tropische und subtropische Pflanzen errichtet. Später kamen ein Teich mit einer kleinen Insel und einem Springbrunnen hinzu, die den Garten sehr zierten, außerdem wurden ein pharmakologisches und ein chemisches Labor eingerichtet.

Der Garten diente nicht nur der Erholung der Stadtbewohner, sondern in erster Linie als Forschungsstätte und erhielt unter der Leitung von Dr. Carl Christian Mez4 neue Züge: Es entstand ein Alpinum, das an eine Gebirgslandschaft erinnerte; hier wurden zwischen künstlichen Felsen Pflanzen aus den Gebirgen Amerikas und Europas gesetzt. Am Teich wurde ein künstliches Moor mit den für diese Landschaft typischen feuchtigkeitsliebenden Pflanzen angelegt. Am erstaunlichsten aber war, dass im Garten Sanddünen nachgebildet wurden.

Eingeführte Pflanzen, die von Expeditionen mitgebracht oder im Tausch erworben wurden, fassten im Garten dauerhaft Fuß, denn die hervorragende Pflege und das günstige Klima Preußens förderten Wachstum und Entwicklung von Exoten wie Ginkgo, Japanischem Kuchenbaum, Kaukasischer Flügelnuss, Japanischer Walnuss und anderen.

Hervorragend fügten sich auch Exemplare der heimischen Rotbuche und der Winterlinde in die Landschaft ein, die hier schon vor der Gründung des Gartens wuchsen. Die Gewächshauspflanzen des Gartens – verschiedene Palmen, Kakteen und andere Sukkulenten – blühten und trugen Früchte. Dank der Bemühungen der Wissenschaftler wurde der Botanische Garten der Universität Königsberg einer der besten in Europa, ein Beispiel für die gelungene Umsetzung der Ideen der Garten- und Landschaftsarchitektur.

Der Krieg veränderte den Universitätsgarten bis zur Unkenntlichkeit: Zerstört wurden das Botanische Institut, das chemisch-pharmazeutische Labor und das Zoologische Institut mit Museum. Unter den Kampfhandlungen litten vor allem die Gewächshauspflanzen, und auch der Garten selbst blieb eine Zeit lang ohne die nötige Pflege und verwilderte. 1951 wurde das Gelände des ehemaligen Universitätsgartens der Gebietsstation der Jungen Naturforscher übergeben. So begann die allmähliche Wiederherstellung des Gartens. Heute befindet sich hier das Kinder- und Jugendzentrum des Kaliningrader Gebiets für Ökologie, Heimatkunde und Tourismus. Durch gemeinsame Anstrengungen der Mitarbeiter und der Kinder gelingt es, die natürliche Eigenart und Sauberkeit dieses schönen Fleckchens lebendiger Natur innerhalb der Stadtgrenzen zu bewahren.

1965 wurde der Park zum Naturdenkmal erklärt, er besitzt großen wissenschaftlichen und historischen Wert5. Heute umfasst er 3 ha. Es ist ein Gehölzpark im Landschaftsstil mit einem Teich in der Mitte. Die Gesamtzahl der Arten liegt bei etwa 50.

Wie schön der Garten ist, sieht man an einem sonnigen Frühlingstag. In manchen Teilen stehen Bäume und Sträucher dicht beieinander, doch es gibt auch große offene Flächen, auf denen Mitte des Frühlings die Frühjahrsgeophyten blühen: lila und weiße Exemplare des Hohlen Lerchensporns, blaue Blausterne, hellblaue Schneeglanz. Das Scharbockskraut bedeckt das ganze Gartengelände mit einem dichten Teppich, besonders schön wirken seine goldenen Blüten am Teich, in dessen Mitte auf einer kleinen Insel eine Trauerweide wächst. Zu dieser Zeit beginnt das erste Laub an den Bäumen gerade erst zu sprießen: Die filigranen Blätter des Essigbaums sind noch frühlingshaft zart, der Japanische Kuchenbaum ist mit kleinen runden, rosa-roten Blättchen übersät. Der Hauptschmuck des Gartens in dieser Jahreszeit sind, wie auch im kalten Winter, die Nadelgehölze, darunter ein für unser Gebiet seltener Baum: der Morgenländische Lebensbaum (alter Name: Thuja orientalis), der aus dem Fernen Osten stammt. In der buddhistischen Philosophie symbolisiert diese Pflanze ein langes Leben und unerschöpfliche Energie, was offenbar mit der Langlebigkeit des Baumes zusammenhängt und damit, dass er seine leuchtend grüne Farbe unter allen, auch ungünstigen, Bedingungen behält. Auf dem Gelände des Ökozentrums wachsen außerdem Exemplare der Europäischen Eibe, der Europäischen Lärche, der Weymouth-Kiefer, der Schwarzkiefer, der Douglasie und anderer.

Leuchtende Frühlingsakzente setzen Ende April die blühende Forsythie und die Filzkirsche: Das schön gewachsene, niedrige Bäumchen dieser Zierkirsche ist so geschickt in die Landschaft gesetzt, dass man seine Blüte von verschiedenen Punkten aus bewundern kann. Die Filzkirsche wird vor allem wegen ihrer eindrucksvollen frühen Blüte gezogen, sie trägt aber auch durchaus essbare Früchte, vorausgesetzt, es stehen mehrere Exemplare dieser Art in der Nähe. Die Blüte der Sträucher setzt sich im späten Frühjahr und Frühsommer mit dem Amur-Flieder, dem Ungarischen Flieder und dem Bastardindigo fort. Zur gleichen Zeit blühen auch die Rhododendren, deren verschiedene Sorten und Arten auf einer kleinen Fläche unweit des Pavillons versammelt sind.

Alte Ginkgobäume schmücken jenen Teil des Gartens, den die Stadtverwaltung leider für eine Fernwärmeleitung vorgesehen hat, die direkt über die Wurzeln dieser erstaunlichen Pflanzen verläuft. Aufmerksamkeit verdienen auch die schlitzblättrige Form der Grau-Erle und die geschlitztblättrige Form des Holunders.

Ein Markenzeichen der Flora der Region sind Pflanzen mit filigranen, geschlitzten Blättern: die Farnblättrigen Buchen, die im Kaliningrader Botanischen Garten und unweit des Zentralparks wachsen, die schlitzblättrige Linde im Moritz-Becker-Park in Jantarny, außerdem kommen in Kaliningrad schlitzblättrige Formen von Ahornen vor.

Seltene Pflanzenarten sind im Arboretum des Ökozentrums versammelt. Dass es nur wenige Besucher hat, liegt vor allem daran, dass heute der wichtigste botanische Garten der Stadt der Botanische Garten der BFU Immanuel Kant ist, die ehemalige Königsberger Städtische Gärtnerei, die 1904 von Professor Paul Kaeber gegründet wurde.

Adresse des Landschaftsparks: ul. Botanitscheskaja 2.

Fotos: Michail Ogorodnikow, Natalja Andrejewa.

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1. Zu jedem wohlhabenden Haus gehörte ein Garten für den Sommeraufenthalt. Im 18. Jahrhundert gingen diese Gärten als Schenkungen an Königsberg über. So wurden städtisches Eigentum: der Königsgarten (der Platz an der heutigen ul. Uniwersitetskaja), der Volksgarten (Garten des Ökozentrums), der Münzplatz (Südende des Unteren Teichs) und der östliche Abschnitt der Promenade am Schlossteich (Unteren Teich). In den Vororten: der Park Luisenwahl, der Walter-Simon-Platz (Stadion „Baltika“) und der Zoo.

2. Während einer Expedition nach Sizilien im Jahr 1821 wurde der 38-jährige August Friedrich Schweigger von seinem Führer ermordet.

3. In den Gewächshäusern des Gartens blühten und fruchteten jedes Jahr Fächer- und Dattelpalmen sowie verschiedenste Kakteen.

4. Carl Christian Mez war ein bekannter deutscher Botaniker, Verfasser einer grundlegenden Monografie über die Bromeliengewächse.

5. Hier trägt regelmäßig der Ginkgo Früchte, der in der Internationalen Roten Liste steht. Aus dem Roten Buch Russlands: Japanische Walnuss, Jungfernrebe, Ungarischer Flieder. Aus dem Roten Buch des Baltikums: Rotbuche. Seltene exotische Pflanzen: Japanischer Kuchenbaum, Amur-Korkbaum, Sweginzows Flieder, Geweihbaum, Weymouth-Kiefer. Seltene dekorative Gehölzformen: Einblättrige Robinie, Silber-Ahorn und seine schlitzblättrige Form.


Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.