/ Krylowo – Nordenburg

Saretschenskoje (Groß Sobrost)

Saretschenskoje (Groß Sobrost)

Fassade des Hauses in Groß Sobrost, im 20. Jahrhundert nach Plänen des Berliner Architekten Karl Kujath modernisiert.

Siedlung im Stadtkreis Prawdinsk (bis 2016 im Rajon Prawdinsk, in der Stadtgemeinde Schelesnodoroschny, bis 2006 im Landbezirk Krylowo) am Fluss Belka (Wangappe, später Wickerrau) nahe dem Masurischen Kanal (Masurischer Kanal). Koordinaten: 54°21'28'' N, 21°28'05'' O. Als wahrscheinliches Gründungsjahr der Siedlung Groß Sobrost gilt 1388. Um 1785 erscheint sie in Urkunden unter dem Namen Groß Sabrost. Bis 1928 bestanden im Kreis Gerdauen (Schelesnodoroschny) das Gut (Gutsbezirk) Groß Sobrost und das Dorf (Landgemeinde) Groß Sobrost. Einwohnerzahl: 70 (2020).

Das Gut Groß Sobrost bildete ab 1867 einen Gutsbezirk im Kreis Gerdauen (Schelesnodoroschny) und gehörte zum Kirchspiel Assaunen (Asuny, Polen). Zum Gutsbezirk gehörte außer dem Gut selbst das Vorwerk Pröck (54°20'05'' n. Br. 21°27'51'' ö. L.). Im Jahr 1871 gab es im Gutsbezirk Groß Sobrost sieben Wohnhäuser, in denen 39 Familien und ein alleinstehender Mann lebten. Davon standen sechs Häuser auf dem Gut Groß Sobrost, ein weiteres Haus befand sich im Vorwerk Pröck. Am 09.06.1874 wurde der Gutsbezirk Groß Sobrost in den neu gebildeten Amtsbezirk Sobrost eingegliedert. Administrator Anders aus Groß Sobrost bekleidete in den Jahren 1892–98 das Amt des Amtsvorstehers. Außer ihm hatten auch in den Jahren 1898–1907 (Administrator Schlieter) und 1909–30 (Gutsverwalter Freytag) Bewohner von Groß Sobrost dieses Amt inne.

Im Jahr 1879 gehörten zum Gutsbezirk Groß Sobrost 580 ha Land, die jährlichen Einnahmen aus der Grundsteuer beliefen sich auf 5749 Mark. In beiden Kategorien belegte Groß Sobrost den 29. Platz unter den 73 Gutsbezirken des Kreises Gerdauen.

Groß Sobrost auf der Karte von 1796Groß Sobrost auf der Karte von 1796. Am Fluss eine Wassermühle, auf dem Hügel im Südwesten eine Windmühle.

Am 01.07.1898 wurde der Verkehr auf der Bahnstrecke von Königsberg nach Nordenburg (Krylowo) aufgenommen, an der nahe dem Vorwerk Pröck ein gleichnamiger Bahnhof errichtet wurde.

Die Umgebung von Groß Sobrost auf der Karte von 1938Sobrost und Umgebung bis zur Bahnstrecke Königsberg – Nordenburg auf der Karte von 1938.

Am 04.05.1908 ging ein Gasthof mit den dazugehörigen Gebäuden vom Gutsbezirk Popowken (Kotschkino) an den Gutsbezirk Groß Sobrost über. Am 30.09.1928 wurde der Gutsbezirk Groß Sobrost aufgelöst und mit der Gemeinde Groß Sobrost zur neuen Landgemeinde Sobrost zusammengeschlossen. Im Jahr 1932 gehörten zum Gut Groß Sabrost 464 ha Land, darunter 340 ha Acker, 44 ha Wiesen, 25 ha Weiden, 45 ha Wald, 8 ha Unland sowie Gewässer mit einer Fläche von zwei Hektar. Der Betrieb verfügte über 100 Pferde, 200 Rinder (darunter 70 Kühe) und 200 Schweine. Der Wert des Gutes wurde auf 434 000 Mark geschätzt. Besitzer des Gutes war Richard Freytag. In den Vorkriegsjahren war im Vorwerk Pröck eine Molkerei in Betrieb.

Das Dorf Groß Sobrost bildete ab 1818 eine Landgemeinde im Kreis Gerdauen (Schelesnodoroschny). Das Dorf gehörte zum Kirchspiel Assaunen (Asuny, Polen). Im Jahr 1871 gab es im Dorf Groß Sobrost 17 Wohnhäuser, in denen 35 Familien lebten. Am 09.04.1874 wurde die Landgemeinde Groß Sobrost in den neu gebildeten Amtsbezirk Sobrost eingegliedert. Wie das Gut Groß Sobrost erhielt auch das Dorf 1898 einen Bahnanschluss, als die Strecke Königsberg – Nordenburg (Kaliningrad – Krylowo) eröffnet wurde. Am 30.09.1928 wurde die Gemeinde Groß Sobrost mit dem aufgelösten Gutsbezirk Groß Sobrost zur neuen Landgemeinde Sobrost zusammengeschlossen.

Amtsbezirk Sobrost

Am 09.04.1874 wurde im Kreis Gerdauen (Schelesnodoroschny) der Amtsbezirk Nr. 16 Sobrost gebildet, dem vier Landgemeinden angehörten: Agonken (ab 1938 Altsiedel, Kotschubejewo), Groß Sobrost (Saretschenskoje), Klein Sobrost (Obilnoje), Klonofken (ab 1938 Dreimühl, Panfilowo), sowie drei Gutsbezirke: Damerau (Degtjarjowo), Groß Sobrost (Saretschenskoje) und Popowken (ab 1938 Neusobrost, Kotschkino).

Am 24.05.1911 wurde der Gutsbezirk Popowken (Kotschkino) in eine gleichnamige Landgemeinde umgewandelt. Am 01.05.1928 wurden die Gemeinden Klein Sobrost (Obilnoje) und Popowken (Kotschkino) zur neuen Landgemeinde Popowken zusammengeschlossen.

Groß Sobrost

Am 30.09.1928 wurden Gutsbezirk und Gemeinde Groß Sobrost zur neuen Gemeinde Sobrost zusammengeschlossen. Die Gemeinden Agonken (Kotschubejewo) und Klonofken (Panfilowo) sowie der aufgelöste Gutsbezirk Damerau (Degtjarjowo) vereinigten sich zur neuen Landgemeinde Klonofken.

Groß Sobrost

Infolge der Auflösung der Gutsbezirke und der Zusammenlegung der Landgemeinden verblieben im Amtsbezirk Sobrost bis 1928 drei Landgemeinden: Sobrost (Saretschenskoje), Klonofken (Panfilowo) und Popowken (Kotschkino). Danach änderte sich die Zusammensetzung des Amtsbezirks nicht mehr.

Am 17.11.1947 wurde Groß Sobrost in Saretschenskoje umbenannt. Zunächst gehörte die Siedlung zum Dorfsowjet Podlipowski, ab 1968 zum Dorfsowjet Krylowski. Im Jahr 1972 gab es in der Siedlung 18 Häuser. Das Dorf Pröck wurde nicht Teil von Saretschenskoje und bestand nur noch aus Gebäuderuinen. Im Jahr 2017 standen an der Stelle des Gutes die Gebäude einer Milchviehanlage, deren Zustand unbekannt ist. Im Jahr 2020 gab es in der Siedlung 30 Wohnhäuser.

Damerau (Degtjarjowo) ist heute eine Wüstung, an der außer Topinambur-Dickicht nichts geblieben ist.


Sehenswürdigkeiten: „Schwedenschanze“ – der Burgwall Groß Sobrost (54°21'33'' n. Br. 21°27'46'' ö. L.).

Bevölkerungsentwicklung: 1986 – 80, 2002 – 111, 2010 – 92, 2012 – 98 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung des Dorfes Groß Sobrost: 1867 – 172, 1871 – 154, 1885 – 126, 1905 – 140, 1910 – 139 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung des Gutes Groß Sobrost: 1871 – 173, 1905 – 121 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung des Gutsbezirks Groß Sobrost: 1867 – 175, 1871 – 205, 1885 – 152, 1905 – 152, 1910 – 182 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung der vereinigten Gemeinde Sobrost: 1925 – 338, 1933 – 305, 1939 – 226 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung des Dorfes Pröck: 1871 – 32, 1905 – 19 Einwohner.

Bevölkerungsstruktur des Dorfes Groß Sobrost im Jahr 1871: alle 154 evangelisch, Kinder unter 10 Jahren – 30, des Lesens und Schreibens kundig – 108 (96 %), Blinde – 1, Geisteskranke – 1.

Bevölkerungsstruktur des Gutsbezirks Groß Sobrost im Jahr 1871: alle 205 evangelisch, Kinder unter 10 Jahren – 65, des Lesens und Schreibens kundig – 75 (54 %).


Foto: Bildarchiv Ostpreußen


Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.