Alt Lappienen ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt, obwohl es hier bereits in der Zeit vor dem Orden eine prußische Siedlung gab. Nach der Eroberung des Gebiets durch den Deutschen Orden lebten an den Ufern der Gilge Fischer- und Jägerfamilien. Das Land wurde kaum bewirtschaftet. In den Jahren 1613–16 wurden umfangreiche wasserbauliche Arbeiten durchgeführt, um den Flusslauf zu begradigen und die Gilge schiffbar zu machen. Seitdem verlief über die Gilge der Wasserweg Königsberg – Tilsit, was die Voraussetzungen für die Entstehung und Entwicklung neuer Siedlungen an ihren Ufern schuf.
Im Jahr 1671 erwarb Alt Lappienen der oberste Baumeister des Kurfürsten Friedrich Wilhelm (der sich später den Beinamen „der Große“ verdiente – Anm. d. Red.), Kammerjunker und Generalquartiermeister Graf Philipp de la Chiese (1629–73; bei den französisch-italienischen Varianten seines Namens in den verschiedenen Dokumenten kann man leicht durcheinanderkommen: Philipp de Chièze, Philippo di Chieze, Filippo di Chieze, Filippo di Chiefa, Philippe de La Chièze, Philipp de la Chaise – Anm. d. Red.)
Luise Katharina, Herrin des Gutes Rautenburg (unten links), vor einer Vorkriegskarte von Bereschki.
Er errichtete hier das Gut Rautenburg (Flur Malinowka) und benannte es nach seiner Frau Luise Katharina (1650–1703), geborene von Rautter.
Gut Rautenburg. Lithografie aus Alexander Dunckers Sammlung „Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie“.
Da der Graf aus den Niederlanden stammte, darf man annehmen, dass der Kurfürst ihn keineswegs zufällig in diese Gegend schickte, sondern mit dem Auftrag, die Entwässerung des Landes im Delta der Memel (Neman) zu organisieren. Philipp legte neben seinem Gut den Grundstein für eine Kirche und schloss danach mit Friedrich Wilhelm einen Vertrag über den Bau eines Schifffahrtskanals zwischen den Flüssen Gilge (Matrossowka) und Nemonien, dessen Bedingungen dann bereits seine Witwe erfüllen musste … Dennoch wurde der Kanal, der später den Namen Klein Friedrichsgraben (Nemoninski-Kanal) erhielt, in den Jahren 1675–83 gebaut. Die Kirche in Alt Lappienen, deren Entwurf ebenfalls von Graf de Chiese hinterlassen worden war, wurde sogar noch länger gebaut als der Kanal und erst 1703 fertiggestellt; sie wurde zur Pfarrkirche für die Bewohner der umliegenden Dörfer.
1679 heiratete Luise Katharina ein zweites Mal, und zwar Oberst Wolfgang Christoph Graf Truchsess von Waldburg (1643–88), überlebte aber auch ihn. Ihr zweiter Mann war bis zu seinem Tod Kommandant der Festung Pillau (Baltijsk), weshalb die Sorge um die recht ausgedehnte Wirtschaft rund um das Gut Rautenburg auf den Schultern der Gräfin lag.
Der erste Kanal hieß ursprünglich Greituschke. Zum Klein Friedrichsgraben wurde er, als der zweite Teil des Wassersystems gebaut wurde (siehe unten), der seinen Namen zu Ehren des ersten preußischen Monarchen erhielt.
Neben dem Bau der Kirche in Alt Lappienen tat sich Luise Katharina dadurch hervor, dass sie nach dem Tod ihres zweiten Mannes mit Friedrich III. einen Vertrag über den Bau eines Kanals zwischen den Flüssen Nemonien und Deime (Deima) schloss.

Der Groß Friedrichsgraben heißt heute Polesski-Kanal.
Der Vertrag wurde am 04.06.1689 unterzeichnet, und schon am 11. Juni begannen die Arbeiten, die vor Ort der Bauingenieur Johann Stawinski leitete. Der Kanal wurde 1697 für den Schiffsverkehr freigegeben und erhielt den Namen Groß Friedrichsgraben (Polesski-Kanal). Für die Durchfahrt durch den Klein und den Groß Friedrichsgraben wurde zugunsten des Gutes Rautenburg ein Zoll erhoben, was dessen Haushalt erheblich stärkte. In den Jahren 1709–11 wurde die Gegend jedoch, wie ganz Ostpreußen, von der Pest verwüstet, was sich auch negativ auf das Transportaufkommen auswirkte. 1710 wurden die Kanäle unter König Friedrich I. verstaatlicht. Nach dem Ende der Epidemie holte König Friedrich Wilhelm I. Siedler aus der Schweiz, Holland, Nassau, Württemberg, der Pfalz und Salzburg hierher.
1785 wurde Alt Lappienen als adliges Kirchdorf (adelich Kirchsdorf) eingestuft. Es zählte damals 18 Haushalte. Das Dorf gehörte zum Kreis Insterburg (Tschernjachowsk) und war Teil des Gutes Rautenburg.
Im 19. Jahrhundert war Alt Lappienen ein gräfliches Kirchdorf (gräflich Kirchsdorf), das ab 1818 eine Landgemeinde im Kreis Niederung (ab 1938 Kreis Elchniederung) bildete. Die Kirche in Alt Lappienen war Pfarrkirche für die umliegenden Dörfer und Güter.
1818 gab es im Dorf 11 Haushalte. 1871 standen in Alt Lappienen acht Wohnhäuser, in denen 15 Familien lebten. Am 26.03.1874 wurde die Landgemeinde Alt Lappienen in den neu gebildeten Amtsbezirk Lappienen mit Verwaltungssitz in Neu Lappienen (ab 1938 Rautersdorf, Malyje Bereschki) eingegliedert.
1885 gehörten der Gemeinde Alt Lappienen 110 ha Land, darunter 17 ha Ackerland und 78 ha Wiesen. Insgesamt gab es im Dorf 12 Häuser und 25 Haushalte. Bis 1895 stieg die Zahl der Häuser auf 13, die Zahl der darin lebenden Familien ging dagegen zurück – nun wohnten in Alt Lappienen 18 Familien, zwei ledige Männer und eine alleinstehende Frau. Allerdings ist schon 1905 wieder ein Anstieg der Haushaltszahl zu beobachten. In Alt Lappienen lebten damals 27 Familien und zwei Personen ohne Familie. Verzeichnet waren 13 Wohngebäude und zwei sonstige Gebäude. Das Grundsteueraufkommen je Hektar Land betrug 17,25 Mark. Das lag etwas (um 11,22 %) über dem Kreisdurchschnitt der Landgemeinden, für den gesamten Regierungsbezirk Gumbinnen (Gussew) aber war ein solcher Steuersatz zweifellos hoch.
Das Herrenhaus des Gutes Rautenburg war mit seiner Fassade nach Osten, zum Fluss hin, ausgerichtet.
Blick vom Park auf die rückwärtige Westfassade des Herrenhauses von Gut Rautenburg.
1911 wurde durch Alt Lappienen eine Schmalspurstrecke (750 mm) des Bahnnetzes der Niederungsbahn geführt, die nach Groß Kryszahnen (ab 1938 Seckenburg, Sapowednoje) verlief. An dieser Strecke wurde im Dorf ein Haltepunkt errichtet.
Karte der Elchniederungsbahn im Jahr 1938.
Die Eisenbahn brachte Bewegung in die beschauliche ländliche Idylle.
Am 9. März 1925 wurde die Gemeinde Alt Lappienen mit der Gemeinde Groß Lappienen (heute Teil von Bolschije Bereschki) aus dem Amtsbezirk Norwischeiten (55°06'12'' N 21°26'25'' O) zur neuen Landgemeinde Alt Lappienen (ab 1938 Rauterskirch) vereinigt. Die neue Gemeinde gehörte noch eine Zeit lang zwei Amtsbezirken (Lappienen und Norwischeiten) an, bis sie am 26. Februar 1927 vollständig in den Amtsbezirk Norwischeiten überging, der 1939 in Amtsbezirk Rauterskirch (Bolschije Bereschki) umbenannt wurde. Die vereinigte Gemeinde besaß 1925 eine Fläche von 249,5 ha, in den beiden Dörfern gab es 74 Wohnhäuser und 150 Haushalte. In den Vorkriegsjahren verkehrte zwischen Alt Lappienen und Neu Lappienen eine Fähre über die Gilge. 1938 wurde in Alt Lappienen eine neue Schule mit fünf Klassenräumen und einem Sportplatz eröffnet. Außerdem befand sich im Dorf ein örtliches Katasterbüro.
Der letzte Besitzer des Gutes Rautenburg war Graf Adalbert von Keyserlingk (1905–93). Am 7. Mai 1945 brannte das Gutshaus nieder. Einer Version zufolge wurde es aus ungeklärten Gründen oder aus Unachtsamkeit von sowjetischen Truppen in Brand gesteckt.
Das Kirchspiel Lappienen (Alt Lappienen, ab 1938 Rauterskirch, ab 1947 Bolschije Bereschki) wurde 1664 gegründet. 1667 wurde sein erster Pfarrer, Johann Vollhard, berufen. Der Grundstein der Kirche Alt Lappienen, entworfen von Philipp von Chieze, dem Erbauer des Potsdamer Stadtschlosses, wurde 1675 feierlich gelegt. Der Bau zog sich über mehr als ein Vierteljahrhundert hin, eingeweiht wurde die Kirche erst 1703. Im Jahr 1701 erhielt sie einen Altar sowie eine Orgel des Königsberger Meisters Johann Josua Mosengel (1663–1731). Die Kirche besaß Glocken, die 1670 und 1761 gegossen worden waren. 1807 wurde das Gotteshaus von französischen Soldaten geplündert, die das gesamte silberne Kirchengerät mitnahmen. Im Jahr 1925 umfasste das Kirchspiel Lappienen mehr als 40 Ortschaften mit über 5000 Gemeindemitgliedern.
Amtsbezirk Rauterskirch. Am 18. April 1939 wurde Rauterskirch Sitz eines Amtsbezirks (des ehemaligen Amtsbezirks Norwischeiten), zu dem neben Alt Lappienen selbst folgende Gemeinden gehörten: Alt Iwenberg (bis 1926 Kallwellen, heute Teil von Sapowednoje), Budeweg (bis 1938 Neuhof-Reatischken, Aisty), Iwenheide (bis 1938 Scharkus-Tawell, 55°04'58'' N 21°25'33'' O), Nasserfelde (bis 1938 Andreischken, Krutoje), Schwanensee (bis 1938 Norwischeiten), Rauterskirch (Bolschije Bereschki) und Tranatenberg (bis 1929 An der Ulpesch, Kamyschino).
Brücke über die Gilge.
Groß Lappienen wurde 1785 als „chatoulkölmisch Dorf“* eingestuft, weil ein Teil der Höfe hier Grundeigentum nach dem mittelalterlichen Kulmer Recht besaß, während der andere nach dem System der Musterdörfer auf staatlichem Waldland angelegt worden war.
Ein Dampfer fährt auf der Gilge an der Kirche Alt Lappienen vorbei.
Beide Arten von Höfen gehörten freien Bauern, doch der kulmische Status gewährte größere Freiheiten beim Verkauf oder Vererben des Besitzes. Insgesamt gab es im Dorf fünf Bauernhöfe und vier Hufen (ca. 68 ha) Land. Das Dorf gehörte zum Kreis Tapiau (Gwardeisk) und zum Amt Seckenburg (Sapowednoje). Die Grenze zwischen den Kreisen Insterburg und Tapiau verlief damals genau zwischen den Dörfern Alt und Groß Lappienen.
Nach der Verwaltungsreform von 1818 gehörte Groß Lappienen, ebenso wie das Nachbardorf, zum Kreis Niederung (ab 1938 Elchniederung) und bildete eine Landgemeinde im Amt Linkuhnen (Rschewskoje). Das Dorf war nach Lappienen eingepfarrt. 1818 zählte Groß Lappienen 19 Haushalte. Bis 1871 war das Dorf um ein Mehrfaches gewachsen und umfasste bereits 39 Wohnhäuser, in denen 83 Familien lebten. Am 26. März 1874 wurde die Gemeinde Groß Lappienen in den neu gebildeten Amtsbezirk Norwischeiten (55°06'12'' N 21°26'25'' O) eingegliedert, der 1939 in Rauterskirch (Bolschije Bereschki) umbenannt wurde.
1885 besaß die Gemeinde Groß Lappienen 175 ha Land, davon 48 ha Ackerland und 74 ha Wiesen. Im Dorf gab es 57 Häuser und 85 Haushalte. 1895 war die Zahl der Häuser unverändert, die Zahl der dort lebenden Familien jedoch auf 104 gestiegen.
Darüber hinaus lebten in Groß Lappienen zu jener Zeit drei Männer und drei Frauen ohne Familie.
1905 beliefen sich die Einnahmen aus der Grundsteuer, umgerechnet auf 1 ha Land, auf 14,35 Mark und lagen damit um 7,5 % unter dem Durchschnitt des Kreises Niederung. Im Dorf Groß Lappienen gab es 62 Häuser, in denen 106 Familien und acht Alleinstehende lebten.
Am 9. März 1925 verlor die Gemeinde Groß Lappienen ihre Selbstständigkeit und wurde mit der Gemeinde Alt Lappienen zur neuen Landgemeinde Alt Lappienen vereinigt. Die neue Gemeinde gehörte noch eine Zeit lang zwei Amtsbezirken (Lappienen und Norwischeiten) an, bis sie am 26. Februar 1927 vollständig in den Amtsbezirk Norwischeiten überging.
Andreischken (ab 1938 Nassenfelde) wurde 1785 als kölmisches Dorf (cölmisch Dorf) mit acht Haushalten eingestuft, von denen zwei zum gleichnamigen örtlichen Krug gehörten. Das Dorf gehörte zum Amt Linkuhnen (Rschewskoje) im Kreis Insterburg (Tschernjachowsk).
Die Mühle des Gutes Rautenburg.
Für den Krug wiederum galt sowohl das Kulmer Recht als auch das Eigentumsrecht an gepachtetem königlichem Waldland, weshalb er als „chatoulkölmisch Krug“ bezeichnet wurde.
Blick vom Kirchturm in Alt Lappienen in Richtung Tilsit.
Im 19. Jahrhundert war Andreischken ein kölmisches Dorf, das ab 1818 eine Landgemeinde im Kreis Niederung (ab 1938 Elchniederung) bildete. Das Dorf war nach Lappienen eingepfarrt. Bis 1874 unterstand es weiterhin dem Amt Linkuhnen (Rschewskoje). Bis 1818 sank die Zahl der Haushalte in Andreischken auf sieben, doch schon 1871 zählte das Dorf 13 Wohnhäuser, in denen 26 Familien und drei Alleinstehende lebten. Am 26. März 1874 wurde die Gemeinde Andreischken in den neu gebildeten Amtsbezirk Norwischeiten (ab 1939 Rauterskirch) eingegliedert. Am 28. Juni 1876 wurde das zuvor selbstständige Dorf Mägdeberger Wiese in die Gemeinde Andreischken eingegliedert. Nach der Zusammenlegung verlor es sogar seinen Namen.
1885 besaß die Gemeinde Andreischken 171 ha Land, davon 58 ha Ackerland und 47 ha Wiesen. Im Dorf gab es 15 Häuser und 27 Haushalte. Bis 1895 blieb die Zahl der Häuser unverändert, nun lebten darin jedoch 28 Familien, zwei alleinstehende Männer und eine alleinstehende Frau.
Bis 1905 war ein deutlicher Zuwachs an Häusern im Dorf zu verzeichnen (24); ihre Zahl entsprach nun der Zahl der Haushalte (23 Familien und ein alleinstehender Einwohner). Die Einnahmen aus der Grundsteuer, umgerechnet auf 1 ha Land, betrugen 17,32 Mark. Das lag fast 12 % über dem Durchschnitt der Gemeinden des Kreises Niederung.
1911 wurde nahe Andreischken eine Schmalspurbahn der Niederungsbahn gebaut, an der am Ortsrand ein Haltepunkt eingerichtet wurde (Hp. Andreischken). Am 1. April 1915 gingen etwa 80 ha Land von der Gemeinde An der Ulpesch (ab 1929 Tranatenberg, Kamyschino) an die Gemeinde Andreischken über. Insgesamt wuchs der Grundbesitz von Andreischken bis 1925 auf 338,2 ha an. Im Dorf gab es 22 Häuser, in denen 38 Familien lebten. In den Vorkriegsjahren bestanden in Andreischken eine Schule und ein örtliches Katasterbüro.
Am 17. November 1947 wurde das Dorf Alt Lappienen in die Siedlung Bolschije Bereschki umbenannt, Andreischken erhielt den Namen Siedlung Krutoje. Groß Lappienen wurde offiziell nicht umbenannt und wurde de facto Teil von Bolschije Bereschki.
Ruine der Kirche von Alt Lappienen (August 2025).
Bis 1972 war von der Siedlung Krutoje nur noch eine Pumpstation übrig geblieben, die auf Karten bereits als Teil der Siedlung Bolschije Bereschki verzeichnet war; dort gab es damals eine Schule und 58 Höfe. Spätestens 1975 wurde Krutoje offiziell aus dem Ortsregister gestrichen. Im selben Jahr 1975 schlug ein Blitz in das Gebäude der Kirche von Alt Lappienen ein, woraufhin es ausbrannte und teilweise einstürzte. 1985 standen im Ort noch 53 Häuser. In den 1990er-Jahren wurde die Schule im Ort geschlossen. 2004 wurde unter deutscher Beteiligung der Schutt der Kirche abgetragen. Im Jahr 2025 gab es im Ort 30 Häuser, von denen 27 bewohnt sind.
Sehenswürdigkeiten: Ruine der Kirche (Ende 17. Jh.), Kalinin-Denkmal.
Bevölkerungsentwicklung (vereinigte Gemeinde Alt Lappienen – Bolschije Bereschki): 1925 – 551, 1933 – 547, 1939 – 599, 1985 – 220, 2002 – 163, 2010 – 153, 2012 – 152, 2017 – 135, 2018 – 105 Einwohner.
Bevölkerungsentwicklung von Alt Lappienen: 1818 – 100, 1852 – 261, 1867 – 88, 1871 – 81, 1885 – 137, 1905 – 156, 1910 – 161 Einwohner.
Bevölkerungsentwicklung von Groß Lappienen: 1818 – 203, 1852 – 369, 1867 – 382, 1871 – 351, 1885 – 406, 1905 – 469, 1910 – 524 Einwohner.
Bevölkerungsentwicklung von Andreischken: 1818 – 73, 1852 – 126, 1867 – 137, 1871 – 139, 1885 – 146, 1905 – 131, 1910 – 104, 1925 – 221, 1933 – 209, 1939 – 113 Einwohner.
Bevölkerungsstruktur von Alt Lappienen 1871: alle 81 – evangelische Christen, Kinder unter 10 Jahren – 14, des Lesens und Schreibens kundig – 44 (66 %).
Bevölkerungsstruktur von Groß Lappienen 1871: evangelische Christen – 334, Juden – 17, Kinder unter 10 Jahren – 72, des Lesens und Schreibens kundig – 188 (70 %), Blinde – 2, Taubstumme – 1, Geisteskranke – 7.
Bevölkerungsstruktur von Andreischken 1871: evangelische Christen – 138, Katholiken – 1, Kinder unter 10 Jahren – 30, des Lesens und Schreibens kundig – 58 (53 %).
Zur Information
Zum Kirchspiel Lappienen gehörten: Ahlgarten (55°07'13'' N 21°23'06'' O), Alt Lappienen (seit 1938 Rauterskirch, Bolschije Bereschki), Alt Schemeiten (seit 1938 Kleinschönwiese, Sedlowinka), An der Ulpesch (seit 1929 Tranantenberg, Kamyschino, teilweise), Andreischken (seit 1938 Nassenfelde, Krutoje), Bretterhof (Malyje Bereschki, teilweise), Dannenberg (Cholmistoje), Degimmen (seit 1934 Brandenburg, Pereleski), Ellernbruch (Uslowaja), Endreischken (seit 1938 Endern, 55°07'29'' N 21°30'11'' O), Gräflich Endreischken (seit 1938 Gut Endern, Lineinoje), Gräflich Prudimmen (seit 1938 Erlenrode, Prudki), Groß Krauleiden (seit 1938 Großheidenstein, Bolschoje Chrustalnoje), Groß Lappienen (Bolschije Bereschki, teilweise), Hohenberge (Utinoje), Iwenberg (55°04'35'' N 21°25'19'' O), Johanns-Eßer (seit 1929 Birkenheim, Komissarowo), Joneiten (seit 1938 Gilgenfeld, Wischnewka, teilweise), Kallwellen (seit 1938 Alt Iwenberg, Sapowednoje, teilweise), Karlsdorf (Gribojedowo), Kiauken (seit 1938 Wartenfeld, Salomowo),

Klein Krauleiden (seit 1938 Kleinheidenstein, Chrustalnoje), Königlich Prudimmen (seit 1938 Kleinerlenrode, Chrustalnoje, teilweise), Maßrimmen (seit 1938 Kleinhohenberge, Kulikowka), Mosteiten (seit 1938 Eschenberg, Slawjanskoje), Neu Lappienen (seit 1938 Rautersdorf, Malyje Bereschki), Neu Norweischen (seit 1938 Altdümpelkrug, 55°06'09'' N 21°25'26'' O), Neu Schemeiten (seit 1938 Neuschönwiese, 55°07'18'' N 21°28'33'' O), Neuhof-Reatischken (seit 1938 Budeweg, Aisty), Norweischen (seit 1938 Mülmeistern, Diwnoje), Norwischeiten (seit 1938 Schwanensee, 55°06'12'' N 21°26'25'' O), Oszugarn (seit 1936 Rehwalde, Schumnoje), Packuss (seit 1938 Kussenberg, Schirokoje, später Dublinino), Raging (Kljutschewoje), Rautenburg (Malinowka), Reatischken (seit 1938 Heinrichshof, Wischnewka), Rogainen (Schljusnoje), Rothhof (Malyje Bereschki, teilweise), Rucken (seit 1938 Ruckenhagen, Kurgan), Schackwiese (Barscha), Scharkus-Tawell (seit 1938 Iwenheide, 55°04'58'' N 21°25'33'' O), Schönwiese (Werchowka), Schuppinnen (seit 1938 Schuppen, Sabolotnoje), Waldburg (Lesnoje), Warskillen (55°07'33'' N 21°30'54'' O), Warsze an der Gilge (55°04'42'' N 21°28'31'' O), Warsze (seit 1936 Warsche, Kirillowo), Warszlauken (seit 1938 Warszfelde, Dolinnoje).
Archivfotos: Bildarchiv Ostpreußen.
Aktuelles Foto: Michail Ogorodnikow.
Karten: Yandex, etomesto.ru.
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* — Solche Dörfer entstanden im 17. und frühen 18. Jahrhundert durch die Erschließung von Waldgebieten. Ähnlich wie die königlichen Dörfer waren sie mustergültig organisiert und sollten der Verarmung der leibeigenen (adligen) Bauern entgegenwirken sowie dem Adel zeigen, dass Landwirtschaft auch ohne Ausbeutung möglich ist – eine Botschaft, die den mächtigen ostpreußischen Adel allerdings kaum beeindruckte.
Die Schatuller, Inhaber schatullkölmischer Bauerngüter (Besitzer eines Chatoul-Cölmischen Gutes), waren freie Grundbesitzer, die frei über ihr Land verfügen und es sogar verkaufen konnten. Sie waren zu keinerlei üblichen bäuerlichen Diensten verpflichtet, mit Ausnahme der Beförderung von Militärgütern. Die Schatuller waren Waldbauern. Der Begriff „Schatuller“ bzw. „Schatullbauer“ leitet sich von der Bezeichnung des forstlichen Wertpapierfonds (Chatoulle) und der Privatkasse der preußischen Kurfürsten ab, in die die Zinsen der Schatullbauern (privaten Pächter) flossen. Sie hieß Schatullkasse. Mitunter wurden diese Siedler auch „Berahmunger“ genannt – nach der Bezeichnung der Besitzurkunde, die als „Berahmung“ (Berahmung) bekannt war.
Quelle: „Vollständige Topographie des Königsreiches Preußen“, Erster Theil, 1785.
Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.

