Die Ordensburg Lochstedt wurde im 13. Jahrhundert am Ufer des Kaliningrader Haffs erbaut (in Polen poln. Zalew Wiślany – Weichselhaff; veraltet dt. Frisches Haff, wörtlich „Süßwasserhaff“). Es war eine typische Burg der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Man kann sie mit Brandenburg (Uschakowo) oder Tapiau (Gwardeisk) vergleichen. Die Burgkapelle befand sich im östlichen Teil des Südflügels. Das Schiff war gewölbt und dreijochig, zwei Joche mit Kreuzgewölben, im Altarbereich ein sechszackiges Sterngewölbe. Auf der Südseite spitzbogige gotische Fenster in tiefen Laibungen. Ein ebensolches Fenster ging nach Osten.

In der Sakristei befand sich ein Beichtstuhl, der aus der St.-Adalbert-Kapelle hierher gebracht worden war. Der Altar wurde nach Marienburg gebracht und durch einen Altar neuer Arbeit ersetzt. Ebenfalls durch neue ersetzt wurden die Orgel, der Taufstein und die Kanzel.
Altar aus der Kapelle Tenkitten, eine Zeit lang in Lochstedt aufbewahrt.
Im südöstlichen Teil des Südflügels befand sich die Burgkapelle mit hohen Fenstern; von außen schloss sich ein kleiner Anbau an sie an. 1884 wurde die Burg zu einer Schule umgebaut, und zugleich wurde die Kapelle sehr ungenau gegenüber dem Original restauriert. Bei Steinbrechts Besichtigung der Burg 1895 wurde in der „Beamtenstube“ eine Wandmalerei entdeckt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bedurfte die Kapelle offensichtlich einer neuen Renovierung, die 1907 durchgeführt wurde.
Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs waren von der Burg nur noch zwei Flügel übrig: der West- und der Südflügel.
Während der erbitterten Kämpfe, die im April–Mai 1945 in dieser Gegend stattfanden, wurde die Burg schwer zerstört. In der Nachkriegszeit wurden aus den zweigeschossigen Kellern des Südflügels die von den Deutschen dorthin gebrachten Werke von Kristijonas Donelaitis und andere Dokumente geborgen.
Wer 1987 die Stelle besichtigte, an der die Burg gestanden hatte, konnte gut erkennbare Fundamente der Burg und ihres Turms finden. Im Dezember 1989 suchte eine Expedition der deutschen Zeitschrift „Der Spiegel“ in den Kellern der Burg nach dem Bernsteinzimmer. Die Reste der Fundamente wurden 1999 endgültig vernichtet. Heute wachsen die Ruinen der Burg auf dem Hügel über dem Haff mit Wildwuchs zu.
Abbildungen: Bildindex des Kunst und Architektur
Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.

