Das alte Kirchdorf Juditten (Juditten) zog seit jeher die Königsberger an, die für einen ganzen Tag hierherkamen, wovon die vielen Gaststätten mit Veranden zeugen: Die einen lagen auf halber Höhe des Hangs im Schatten hoher Bäume, die anderen hoch oben am Waldrand. Nach Juditten gelangte man über die Alte Pillauer Landstraße (Alte Pillauer Landstraße), in späterer Zeit mit der Straßenbahn, als die Linie 4, die in Ratshof (Ratshof) am Restaurant „Korinthenbaum“ endete, vom Zentrum über Amalienau (Amalienau) und Lawsken (Lawsken) hinaus verlängert wurde.
Noch später kam die Straßenbahnlinie 7 hinzu, deren Endhaltestelle schon Juditten selbst war.
Die Straßenbahn begeisterte nicht nur die Kinder, denn sie ersparte den für alle Altersstufen ziemlich ermüdenden Fußweg – entweder über den Hammerweg (Hammerweg) an den Zwillingsteichen (Zwillingsteichen) vorbei oder am Landgraben (Landgraben) entlang bis Wilkie (Wilkie).
Ein einfacher Feldweg, der später angelegt wurde und vom Hammerteich (Hammerteich) geradewegs über das Gut Friedrichswalde (Friedrichswalde) zur Konditorei „Packheiser“ (Packheiser) führte, war kürzer, aber völlig baumlos, was längst nicht allen gefiel, besonders an heißen Tagen. Mit der Straßenbahn kam man schneller und bequemer ans Ziel.

Restaurant „Korinthenbaum“ in Ratshof.
Sobald die ganze Gesellschaft – Großmütter, Tanten, Kinder (und von denen gab es besonders viele) – an der Endhaltestelle ausgestiegen war, begann die bunte Schar geradewegs den Hang hinaufzusteigen, durch malerisches Grün, unter ausladenden Eichen.
Konditorei und Café „Packheiser“ in Juditten.
Schon das erste Schild mit der Erlaubnis „Familien können Kaffee kochen“ (Familien können Kaffee kochen) war bei den Erwachsenen beliebt. Waren aber Kinder dabei, entschieden die Eltern meist, ob man hier einkehren oder weitergehen sollte, denn oben auf dem Hügel, wo früher ein kleines Häuschen mit einer handbetriebenen Stuhlwaage stand, unter den vereinzelten Kiefern, spielten die Kinder viel lieber, und die Grasfläche lud gleichsam alle, die die Kinderschar begleiteten, zu geruhsamer Rast ein.
An schönen Tagen herrschte hier buntes Lagerleben, geschmückt mit den damals sehr in Mode gekommenen Hängematten, die zwischen den Bäumen gespannt waren.
Die Stammgäste dieser stillen Oase, die später in Theodor-Krohne-Wäldchen (Theodor-Krohne-Wäldchen) umbenannt wurde, erinnern sich bis heute gern an die vielen Vergnügungen, die sie hier fanden. Verschwiegene Pfade führten zu schönen Rastplätzen, unter anderem hinunter auf die Wiesen, von denen aus man den alten Glockenturm der Judittener Kirche sah. Wenn die Zeit es erlaubte, konnte man Himbeeren und Pilze sammeln. Die hohen Eichen am Ostrand des Wäldchens grenzten an Villengärten, doch wer Lust auf eine Tasse Kaffee hatte, konnte an ihnen vorbeigehen und sich zur Konditorei „Packheiser“ begeben. Uns Kinder aber faszinierte die Kiefernlichtung, denn hier standen ganz besondere Bäume: Der Sand, auf dem sie wuchsen, musste einst weggespült worden sein.

Die berühmte Judittener Kiefer mit freigelegten Wurzeln.
Die freigelegten Wurzeln der Bäume ragten mehrere Meter aus dem Boden und bildeten richtige Höhlen, in denen wir uns wunderbar verstecken konnten!
Der Turm der Judittener Kirche lugt hinter den Bäumen hervor.
Während die Kleinen mit solchen Übungen beschäftigt waren, konnten die Älteren sich auf den Veranden der Gaststätten auf der anderen Straßenseite sorglos der Erholung hingeben. Der Verkehr auf der Straße war damals äußerst gering. Dieses schöne Judittener Wäldchen wurde auch manchmal für Schulausflüge gewählt, zumindest der unteren Klassen. Hier fanden Wettkämpfe und Spiele statt, und die nach all den sportlichen Anstrengungen wohlverdiente Brause oder Limonade genossen die Kleinen im Garten des nächstgelegenen Gasthauses.
Wer noch ein Stück weiter nach Westen gehen wollte, gelangte zur Ringchaussee (Ringchaussee), von der man abends einen besonders schönen Blick auf die Pregelwiesen und den Pregel hatte.
Ebenso erfreulich war es für alle, die auf dem Weg von Moditten (Moditten) heimkehrten, zu sehen, wie links im Abenddunst über dem dunklen Grün der Bäume der spitze Glockenturm der Judittener Kirche auftauchte. Dann wussten die müden Wanderer erleichtert, dass sie bald in die Straßenbahn der Linie 7 steigen und mit ihr nach Hause fahren konnten.
Quelle
https://archiv.preussische-allgemeine.de/1965/1965_08_28_35.pdf
Fotos
Bildarchiv Ostpreußen bildarchiv-ostpreussen.de.
● Lesen Sie auf VisitPrussia.com das Interview mit der Übersetzerin deutscher und insbesondere preußischer Märchen, unserer ständigen Autorin Tatjana Koliwai, die einen eigenen Blog führt, in dem unzählige weitere Gleichnisse, Legenden und Märchen in ihren Übersetzungen veröffentlicht sind.
Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.

