/ Kotelnikowo – Wargen

Kotelnikowo (Wargen)

Kotelnikowo (Wargen)

Kotelnikowo (dt. Wargen / Wargen), Siedlung im Stadtkreis Selenogradsk (bis 2015 im Rajon Selenogradsk, Landgemeinde Pereslawskoje). In der Nähe liegt der Teich Schkolny (Wargenen Kirchen Teich). Feld artesischer Brunnen der Wasserversorgung Kaliningrads. Gründungsjahr: 1270 oder 1281. Einwohner: 15 (2010).

Schon in vorordenszeitlicher Zeit bestand in Wargen eine prußische Erdburg mit mächtigen Wällen. In den Ordenschroniken wird die Gegend von Wargen erstmals 1281 erwähnt, als Ort, an dem sich vier dem Orden treu ergebene Prußen ansiedelten. 1299 ließen sich bei ihnen noch acht zum Christentum übergetretene Prußen nieder. Anderen Angaben zufolge wurde hier bereits 1270 die erste Ordensbefestigung errichtet – der Sitz eines Kämmerers.


Wargen

Die Deutschordensritter nutzten in diesem Fall die prußischen Erdwälle nicht, sondern bauten ihre Burg nördlich der prußischen Befestigung. Es war ein kleines einflügeliges Gebäude von etwa 25 x 13 Metern Grundfläche.

Illustration zum schaurigen Märchen von den vier RitternIllustration zur Sage von den vier Rittern aus Wargen, die auf dem Weg nach Fischhausen enthauptet wurden.


Im 14. Jahrhundert wurde zur Abwehr litauischer Einfälle eine Vorburg von etwa 140 x 80 m gebaut. Zur selben Zeit wurde die Kirche errichtet. Ab 1436 dienten die Befestigungen als Gefängnis. Um 1507 hatte die Burg ihre Wehrfähigkeit verloren und wurde 1539 Jörg von Kanitz übergeben, mit der Auflage, sie in gutem Zustand zu halten und bereit zu sein, den Herzog aufzunehmen. Ab 1561 ging die Burg an Wilhelm Tiesel von Talnitz über, dessen Sohn sie 1593 an Christoph von Kanitz verkaufte. Dieser wiederum schenkte die Burg 1611 der Kirche. Um 1621 entstand an den Mauern der Burg ein Dorf, dessen Einwohner die Befestigungen als Baumaterial abtrugen. Um 1780 waren von der Burg nur noch Ruinen übrig. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war von den steinernen Befestigungen nichts mehr erhalten.

Im 19. Jahrhundert war Wargen ein Dorf, das eine Landgemeinde im Landkreis Fischhausen / Fischhausen (ab 1939 Landkreis Samland / Samland) bildete. Die Kirche von Wargen war Pfarrkirche für 65 umliegende Dörfer und Güter. 1874 wurde die Gemeinde Wargen in den neu gebildeten Amtsbezirk Landkeim / Landkeim eingegliedert.

1904–05 bekleidete der Gutsbesitzer Thulke / Thulke aus Wargen das Amt des Amtsvorstehers.

Am 30.09.1928 wurden die aufgelösten Gutsbezirke Katzenblick / Katzenblick (54°45'39'' N 20°22'14'' O), Landkeim / Landkeim (54°44'22'' N 20°20'43'' O), Warglitten / Warglitten (Bugrowo) sowie der Gutsbezirk Mednicken / Mednicken (Druschnoje) aus dem Amtsbezirk Mednicken und der Gutsbezirk Regitten / Regitten (54°45'53'' N 20°19'14'' O) aus dem Amtsbezirk Rogehnen / Rogehnen in die Gemeinde Wargen eingegliedert. Nun gehörten zur Gemeinde folgende Orte: das Dorf Wargen (Kotelnikowo), die Güter Greibau / Greibau (54°46'37'' N 20°17'52'' O), Katzenblick, Landkeim, Rablacken / Rablacken (54°44'29'' N 20°21'47'' O), Regitten / Regitten (54°45'53'' N 20°19'14'' O), Preyl / Preyl (Bugrowo, Teil), Warglitten / Warglitten (Bugrowo), Mednicken / Mednicken (Druschnoje) und die Vorwerke Bugsienen / Bugsienen (54°46'53'' N 20°21'38'' O), Lehndorf / Lehndorf (54°44'44'' N 20°19'22'' O), Mühlenfeld / Mühlenfeld (54°46'37'' N 20°20'20'' O), Pilzenkrug / Pilzenkrug (54°47'15'' N 20°20'17'' O), Tannenkrug / Tannenkrug (54°48'09'' N 20°22'03'' O), Wassermühle / Wassermühle (54°46'30'' N 20°20'33'' O). Am 18.05.1930 wurde der Amtsbezirk Landkeim in Amtsbezirk Wargen umbenannt. Er bestand aus zwei Landgemeinden: Wargen (Kotelnikowo) und Trankwitz / Trankwitz (Sapadnoje). Bis 1945 änderte sich seine Zusammensetzung nicht.


Blick auf den Wargener (Schkolny-)TeichDer Schkolny-Teich (Schulteich), auch Kirchenteich oder Wargener Teich genannt.

Während der Kämpfe 1945 wurden Schloss Preyl, die Wargener Kirche und die Dorfgebäude zerstört.

Postkarte mit Ansicht von Schloss PreylPostkarte mit Ansicht von Schloss Preyl.


Am 17.11.1947 wurde Wargen in Siedlung Kotelnikowo umbenannt. 1955 gab es in der Siedlung vier Häuser. Bis 1984 waren noch drei übrig, Ende der 1990er Jahre zwei. 2018 gab es in der Siedlung 10 Häuser.


Koordinaten der Siedlung: 54°45'43'' N 20°20'56'' O

Sehenswürdigkeiten: Reste der Wälle der Ordensburg, Gedenkstein zu Ehren Wilhelms I., seines Sohnes und seines Enkels.

Bevölkerungsentwicklung: 1905 – 158, 1910 – 135, 2002 – 18 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Wargen: 1905 – 158, 1910 – 135, 1933 – 925, 1939 – 906 Einwohner.

Zur Information

Bevölkerungsentwicklung des Gutes Greibau: 1895 – 10, 1905 – 12 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung des Gutsbezirks Katzenblick: 1905 – 79, 1910 – 70 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung des Gutsbezirks Landkeim: 1905 – 81, 1910 – 83 Einwohner.

Einwohner des Gutes Preyl: 1905 – 41 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung des Gutsbezirks Rablacken: 1905 – 84, 1910 – 34 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung des Gutsbezirks Regitten: 1905 – 108, 1910 – 115 Einwohner.

Einwohner des Vorwerks Bugsienen: 1905 – 6 Einwohner.

Einwohner des Vorwerks Lehndorf: 1905 – 122 Einwohner.

Einwohner des Vorwerks Mühlenfeld: 1905 – 32 Einwohner.

Einwohner des Vorwerks Pilzenkrug: 1905 – 4 Einwohner.

Einwohner des Vorwerks Tannenkrug: 1905 – 7 Einwohner.

Einwohner des Vorwerks Wassermühle: 1905 – 11 Einwohner.

 

Turm der Wargener KircheDer Turm der Wargener Kirche.


Zum Kirchspiel Wargen gehörten: Adlig Kaporn / Adlig Kaporn (Spasskoje)1, Amalienhof / Amalienhof (Tschkalowsk, Gegend des Hotels „Navigator“), Auschlacken / Auschlacken (Alexejewka), Backelfeld / Backelfeld (Kusnezkoje), Bärwalde / Bärwalde (Wesselowka), Forsthaus Bärwalde / Forsthaus Bärwalde (54°42'54'' N 20°16'54'' O), Barrücken / Barrücken (54°47'31'' N 20°18'34'' O), Barsenicken / Barsenicken (54°46'30'' N 20°17'37'' O), Brasnicken / Brasnicken (Woloschino), Bugsienen / Bugsienen, Dammhof / Dammhoff (54°47'59'' N 20°26'34'' O), Dammkrug / Dammkrug (54°48'08'' N 20°26'46'' O), Dommelkeim / Dommelkeim (Pawlinino), Elchdorf / Elchdorf (bis 1906 Pojerstieten bei Wargen / Pojerstieten bei Wargen, Kulikowo), Emilienhof / Emillienhof (54°45'08'' N 20°21'36'' O), Ernstgrund / Ernstgrund (54°49'45'' N 20°19'04'' O), Fuchsberg / Fuchsberg (Cholmogorowka), Gallhöfen / Gallhöfen (54°46'10'' N 20°23'48'' O), Goldschmiede / Goldschmiede (Dimitorowo), Greibau / Greibau, Groß Mischen / Groß Mischen (Swobodnoje), Kaporn / Kaporn (Spasskoje)1, Katzenblick / Katzenblieck, Klein Mischen / Klein Mischen (54°49'48'' N 20°24'43'' O), Köllmisch Delgienen / Köllmisch Delgienen (54°51'09'' N 20°14'10'' O), Korniten / Korniten (Ljublino), Landkeim / Landkeim, Laserkeim / Laserkeim (54°46'03'' N 20°17'00'' O), Lehndorf / Lehndorf, Margen / Margen (Schukowskoje)1, Forsthaus Margen / Forsthaus Margen (Schukowskoje, Teil)1, Mednicken / Mednicken (Druschnoje), Mühlenfeld / Mühlenfeld, Ober Alkehnen / Ober Alkehnen (Morosowka), Ober Nautzwinkel / Ober Nautzwinkel (Schukowskoje)1, Parschwitz / Parschwitz (54°50'18'' N 20°19'35'' O), Perkuiken / Perkuiken (54°49'23'' N 20°26'37'' O), Pilzenkrug / Pilzenkrug2, Pokaiten / Pokaiten (54°41'15'' N 20°26'46'' O)1, Preyl / Preyl (Bugrowo, Teil), Prowehren / Prowehren (Tschkalowsk), Quanditten / Quanditten (Sinjawino), Rablacken / Rablacken, Regitten / Regitten, Rogehnen / Rogehnen (54°45'13'' N 20°16'00'' O), Rosignaiten / Rosignaiten (Otkossowo), Saggehnen / Saggehnen (54°45'50'' N 20°22'35'' O), Schorschehnen / Schorschehnen (Malinowka), Seerappen / Seerappen (Ljublino), Strittkeim / Strittkeim (Tschkalowsk), Tannenkrug / Tannenkrug, Tannenwalde / Tannenwalde (Tschkalowsk), Taukitten / Taukitten (54°46'37'' N 20°18'41'' O), Trankwitz / Trankwitz (Sapadnoje), Trenk / Trenk (Wjasowka), Unter Nautzwinkel / Unter Nautzwinkel (54°41'22'' N 20°20'21'' O)3, Vierbrüderkrug / Vierbrüderkrug (54°42'25'' N 20°18'55'' O)1, Waldhausen / Waldhausen (Pereleski), Unter Alkehnen / Unter Alkehnen (Morosowka), Waldkater / Waldkater (54°44'31'' N 20°25'03'' O)2, Wargen (Kotelnikowo), Warglitten / Warglitten (Bugrowo), Wassermühle / Wassermühle, Willgaiten / Willgaiten (Kolossowka), Zielkeim / Zielkeim (Petrowo).


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1 – bis 1931, danach im Kirchspiel Groß Heydekrug / Groß Heydekrug (Wsmorje).

2 – der Ort fehlt auf den Karten der 1930er Jahre.

3 – der Ort fehlt auf den Karten der 1930er Jahre; das Gebiet kam nach 1931 zum Kirchspiel Groß Heydekrug (Wsmorje).



Aktuelles Foto von Michail Ogorodnikow.


Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.