/ Uschakowo – Brandenburg

Burg Brandenburg

Burg Brandenburg

Die Burg Brandenburg wurde 1266, während des zweiten Prußenaufstands, von Markgraf Otto III. von Brandenburg gegründet, der dem Orden zu Hilfe gekommen war; ihm zu Ehren erhielt sie auch ihren Namen. Obwohl sie zunächst noch aus Erde und Holz errichtet wurde, war sie von Anfang an als Sitz eines Komturs vorgesehen. Koordinaten der Burg: 54.613867, 20.248551.

Brandenburg lag am Ufer des heutigen Frischen Haffs (Kaliningrader Bucht) an der Mündung des Flusses Frisching (Prochladnaja) und sollte, zwischen den bereits bestehenden Komtursburgen Königsberg und Balga gelegen, deren Verbindung stärken. Erster Komtur von Brandenburg war der amtierende Ordensmarschall Friedrich von Holdenstete. Während des Prußenaufstands zog er mit einer Abteilung aus der Burg in Richtung der von den Prußen niedergebrannten Burg Kreuzburg (Slawskoje). Zur gleichen Zeit floh eine prußische Gefangene aus Brandenburg und meldete dem Anführer der aufständischen Natanger, Glappo, dass in der Burg nur eine kleine Besatzung zurückgeblieben sei.

Die Prußen griffen die hölzerne Burg an und erschlugen fast die gesamte Besatzung, nur wenigen gelang es, sich im Turm in Sicherheit zu bringen. Holdenstete erfuhr von dem Überfall, erhielt auf dem Weg nach Brandenburg Verstärkung in Königsberg und schlug die Prußen mit vereinten Kräften, wobei er die im Turm Belagerten befreite.

Dennoch wurde die Burg bald darauf erneut von den Prußen angegriffen und niedergebrannt. Aller Wahrscheinlichkeit nach geschah dies 1267 oder 1269. Unmittelbar danach landete Markgraf Otto III. von Brandenburg abermals in Preußen und ließ die Burg wiederaufbauen. Nach dem Ende des Prußenaufstands begann dann der Umbau der Burg in Stein. Die neu errichtete Burg war eine „vollwertige“ vierflügelige Anlage in Form eines Rechtecks von 65 x 52 m mit einem geräumigen Hof. Im Südwesten schloss sich eine ausgedehnte Vorburg an, die durch einen Graben von der Burg getrennt war. Die Vorburg bestand aus zwei großen, unmittelbar aneinandergebauten Gebäuden und einer Wehrmauer, die das Viereck an den beiden übrigen Seiten schloss. In der Vorburg gab es mehrere Türme unterschiedlicher Größe. Die Burg selbst verfügte über alle für eine Komtursburg typischen Räume: den Remter (Speisesaal), die Firmarie, in der betagte Ordensbrüder ihre letzten Tage verbrachten, den Konventssaal, die Burgkapelle und den Dansker (Abort). In den Erdgeschossen befanden sich die Wirtschaftsräume.


Burg Brandenburg

Wie es sich für eine Komtursburg gehörte, spielte Brandenburg im Ordensstaat eine wichtige militärische, wirtschaftliche und politische Rolle. Sein Komtur in den Jahren 1370–80, Günther von Hohenstein, tat sich auf diplomatischem Gebiet hervor, während ein anderer Komtur von Brandenburg, Markward von Salzbach, in der Schlacht bei Tannenberg in Gefangenschaft geriet und von Fürst Witold hingerichtet wurde.

Burg Brandenburg



Komture von Brandenburg bekleideten später wiederholt hohe Ämter im Orden. So wurden Meinhard von Querfurt (Komtur 1284–88) und Ludwig von Schippen (Komtur 1290–91) Landmeister von Preußen, während Heinrich Dusemer von Arfberg (Komtur 1334–35) und Johann von Tiefen (Komtur 1480–89) das Amt des Hochmeisters erlangten.

Im Dreizehnjährigen Krieg (1454–66) wurde Brandenburg gleich zu Beginn der Kampfhandlungen von den städtischen Truppen des Kneiphofs eingenommen, der sich dem Preußischen Bund angeschlossen hatte. Die Aufständischen nutzten die vorübergehende Abwesenheit des Komturs und einer starken Besatzung. Doch schon 1455 wurde Brandenburg kampflos von einer Abteilung des Elbinger Komturs Heinrich Reuß von Plauen zurückerobert. Ganz am Ende dieses Krieges wurde die Burg von Schiffen der Stadt Danzig vom Meer aus mit Artillerie beschossen. In der Vorburg brach ein Brand aus, die Burg selbst zu stürmen wagte der Gegner jedoch nicht. Die vom Krieg verwüstete Umgebung brachte die Komturei Brandenburg in eine schwierige finanzielle Lage.

Kaum hatte sich das Leben in der Komturei wieder zu normalisieren begonnen, brach 1520–21 ein neuer Krieg aus, der als Reiterkrieg bekannt ist. Seine Ursache war das Bestreben des Hochmeisters Albrecht von Brandenburg, sich der Leistung des Lehnseids gegenüber dem polnischen König zu entziehen.

In der Gegend um Brandenburg kam es zu heftigen Kämpfen. Die Burg wurde 1520 zweimal von den Polen eingenommen; beim ersten Mal beschossen sie die Burg nach allen Regeln der damaligen Kriegskunst mit Artillerie und schlugen an der Stelle, an der die beiden Gebäude der Vorburg aneinanderstießen, eine Bresche, woraufhin die Besatzung zu ehrenvollen Bedingungen kapitulierte und die Burg mit Waffen und entrollten Fahnen verließ. Bei der zweiten Einnahme brach in der Burg ein schwerer Brand aus.


Nach Kriegsende wurde die Burg, wenn auch nicht vollständig, wiederhergestellt. Im Herzogtum Preußen wurde sie (wie viele andere Burgen) für mehr als 200 Jahre zum Verwaltungssitz eines Amtes. Im Laufe der Nutzung verfielen die Gebäude, notwendige Reparaturen blieben aus. Allerdings befand sich Brandenburg 1629, als der Hof des Kurfürsten Georg Wilhelm auf der Flucht vor einer Pestepidemie hierher übersiedelte, noch in gutem Zustand, und in den 1650er-Jahren lebte hier die Gemahlin des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Doch bereits in den 1750er-Jahren begann der Abriss des Hauptgebäudes der Burg, von dem zu Beginn des 19. Jh. nur noch die Fundamente übrig waren. Die Gebäude der Vorburg blieben erhalten und wurden in eine verpachtete Staatsdomäne umgewandelt. Am 5. Januar 1813 machte in der Burg das zurückweichende französische X. Armeekorps unter Macdonald Halt, verfolgt von einer Abteilung unter Hans Karl von Diebitsch-Sabalkanski, der Verstärkung abwartete und die Franzosen aus Brandenburg vertrieb.


Brandenburg

Die beiden Gebäude der Vorburg von Brandenburg überdauerten wohlbehalten bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs, gerieten jedoch im März 1945 in das Gebiet heftiger Kämpfe und wurden schwer beschädigt. Dennoch lebten ab 1946 im Südflügel der Vorburg sowjetische Neusiedler.

Brandenburg



Dieses Gebäude diente etwa bis Anfang der 1980er-Jahre als Wohnraum, bis es mangels Instandhaltung unbewohnbar wurde. In den 1990er-Jahren entstand ein Projekt, die Vorburg zu einem Hotelkomplex umzubauen, doch alles endete mit noch größeren Zerstörungen: Nun fehlte das Dach vollständig, ein Teil der Mauern wurde zur Ziegelgewinnung abgetragen. In diesem Zustand bestand die Vorburg bis 2015, als ein weiterer Versuch unternommen wurde, die Gebäude freizuräumen und wiederherzustellen. Die Arbeiten wurden jedoch ohne ein wissenschaftliches Restaurierungskonzept durchgeführt (für das die bereitgestellten Mittel kaum ausgereicht hätten) und erfolgten insgesamt sporadisch und planlos. Immerhin wurde bis 2020 der Hof von Wildwuchs und Müll befreit, der Zugang zu den Gebäuden des Westflügels gesperrt, eine elementare Konservierung durchgeführt und am Südflügel ein Teil des Mauerwerks wiederhergestellt. Vorliegenden Berichten zufolge waren die bereitgestellten Mittel damit erschöpft.



Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.