Der Weinkeller im Nordflügel des Königsberger Schlosses mit dem schaurigen Namen „Blutgericht“ (Blutgericht) war in ganz Deutschland bekannt. Sein Eingang lag in einem kleinen Anbau unter dem 1613 erbauten Turniergang. Drinnen luden gemütliche, originell ausgestattete Säle auf mehreren Ebenen gleichsam zum Trinken ein.
Hier gab es den „Großen Saal“ mit fünf riesigen Fässern und unter der Decke aufgehängten Segelschiffsmodellen, die „Folterkammer“ ebenfalls mit fünf großen, reich mit Schnitzwerk verzierten Fässern, auf denen ein von Weinreben umrankter Bacchus thronte.
Zur Kammer führte der „Foltergang“ mit zwei grinsenden steinernen Wasserspeiern. Außerdem gab es den „Remter“1 mit sechs ausgestopften Eulen, die mit ihren Glasaugen alles Geschehen beobachteten. Es gab ein Militär- und ein Zivilkabinett. Darin versammelten sich Kaufleute und Juristen. Den Wein trugen Schenken in Lederschürzen auf2.
Der Eingang zum „Blutgericht“ lag am Schlosshof (rechts).
Auf der Weinkarte standen Rheinwein, Nahewein3, Bordeaux, Burgunder und der originelle „Blutgericht Nr. 7“ – ein dichter, zähflüssiger, gespriteter Rotwein.
Der „Remter“ des Blutgerichts mit den ausgestopften Eulen.
„Folterkammer“ mit den besten europäischen Weinen im Keller des Königsberger Schlosses.
Woher aber stammt der so schreckliche Name dieses Weinlokals? In die ehemaligen Gemächer des Hochmeisters und des Marschalls zog im 17. Jahrhundert das Hofgericht ein. Darunter befanden sich Zellen für Gefangene mit vielsagenden Namen: „Große Glocke“, „Pfefferkammer“, „Spanische Nadel“, „Folterkammer“. Das Volk vergaß das nicht, man munkelte von der „Eisernen Jungfrau“ mit zwei Schwertern in den Händen und von der „Höllentür“, die dem zum Tode Verurteilten den Kopf abschlug, der dann direkt in den Katzbach (Katzbach) fiel. Genau in diesen Räumen wurde das Lokal eingerichtet!
1732 gaben die Salzburger Einwanderer Balthasar Schindelmeisser (Schindelmeisser) und sein Sohn David dem Weinhandel in Königsberg neuen Auftrieb.
Der Name „Blutgericht“ kam erst 1827 auf und blieb bis zum letzten Pächter des Kellers, Karl Matzdorff (Matzdorff), ein ruhmreiches Kapitel in der Geschichte der Stadt am Pregel.
Neben dem Weinkeller im Schloss waren auch beliebt: „Ehlers“ („Ehlers“) in der Altstadt, Bergstraße 5; „Jüncke“ („Jüncke“) in der Kneiphöfischen Langgasse 10; „Knoop“ („Knoop“) in der Großen Schloßteichstraße 8; der „Ratskeller“ („Ratskeller“) in der Altstädtischen Langgasse 24.
Der „Folterkorridor“ im selben Schlossgewölbe.
„Steffens und Wolter“ („Steffens und Wolter“) befand sich seit 1810 in einem prächtigen vierstöckigen Renaissancehaus aus dem Jahr 1635 in der Kneiphöfischen Langgasse 27.

Eingang zum Weinkeller in der Kneiphöfischen Langgasse 27.
Ein Sandsteinportal, das den Treppenaufgang schmückt, zwei Kellereingänge, eine reiche Fassade, ein spitzenartig durchbrochener Giebel. Das innere Portal des Vestibüls mit reichem Holzschnitzwerk. Im hinteren Teil des Gebäudes ein überdachter Laubengang und eine Treppe aus gotländischem Sandstein.
Dort stand ein Tisch namens „Millionentisch“ (Tisch der Millionäre) – ein riesiger runder Tisch; die Gäste, die daran saßen, hatten einen herrlichen Blick auf den Pregel.
Die Kellner, die die reichen Reeder und Kaufleute bedienten, trugen blau-rot gestreifte Uniformen und große Lederschürzen. „Sehlenther und Co.“ („Sehlenther und Co.“) an der Ecke Kneiphöfische Langgasse und Magisterstraße wurde 1850 gegründet. Ende des 19. Jahrhunderts war hier Robert Johannes (Johannes) der Inhaber, ab 1914 Hermann Weide (Weide).
QUELLE
Mühlpfordt H. M. «Königsberg von A bis Z. Ein Stadtlexikon». Aufstiegverlag, 1983.
ANMERKUNGEN DES ÜBERSETZERS
1.Remter (von lat. refectorium – Speisesaal) – so hieß in der typischen Raumaufteilung einer Burg des Deutschen Ordens der Hauptspeisesaal und Aufenthaltsraum der Brüder. Gewöhnlich lag der Remter im zweiten, repräsentativen Geschoss. In den Burgen bedeutender Komtureien waren die Remter groß und beheizt.
2. Der Kellner im „Blutgericht“ hieß Küfer („der Küfer“) und trug traditionell den „Krupsch“ – eine historisch stilisierte Kleidung (ein warmes blaues Hemd und eine Lederschürze).
3.Nahe (dt. Nahe, lat. Nava) – ein 125 km langer Fluss in Deutschland, linker Nebenfluss des Rheins. Daher Nahewein (dt. Nahewein) – ein traditioneller deutscher Wein, der an ihren Ufern im Weinbaugebiet Nahe (Nahe) im Westen Deutschlands erzeugt wird, das für seine hervorragenden weißen Rebsorten berühmt ist.
Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.

