Nil admirari – Sich über nichts wundern.
Und Saatkrähen husten im verlassenen Park.
Die Bänke werden nass.
J. Brodsky
Um die Aura des Parks zu spüren, „das Licht zu sehen“ und seine Seele zu erfassen, um die Bedeutung dieser landschaftlichen Grünzone der Stadt zu verstehen, muss man sich wenigstens ein wenig mit der Geschichte des alten Stadtteils Haberberg vertraut machen, in dem dieser Park angelegt wurde. Denn bekanntlich „liegt die Schönheit im Auge des Betrachters“ (O. Wilde).
Der Haberberg (Haberberg) ist der südlichste Stadtteil des zentralen Teils der alten Stadt, stark in die Länge gezogen und ursprünglich aus einer einzigen Straße bestehend, später aus zweien – dem Unterhaberberg (Bagrationa-Straße) und dem Oberhaberberg (Olsztynska-Straße), die durch eine schmale Querstraße miteinander verbunden waren. Nach dem Abriss der alten Wallbefestigungen des 17. Jahrhunderts entstand die südlichste Straße – die Artilleriestraße, die fast unmittelbar an den Mitte des 19. Jahrhunderts neu errichteten Verteidigungsanlagen entlangführte, noch später die Haberberger Wallstraße und die Friedländer Wallstraße (heute sind beide Straßen im Kalinin-Prospekt aufgegangen). Ende des 19. Jahrhunderts wurden die parallelen Straßen des Haberbergs infolge der regen Bautätigkeit im Viertel durch anderthalb Dutzend kurzer Querstraßen verbunden (eine davon wurde nach dem Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten von Königsberg Hippel benannt – heute Omskaja-Straße).
Der Haberberg auf einem Königsberger Stadtplan (1938).
Das Dorf Haberberg wird 1327 erstmals als Land im Besitz des Ordens erwähnt.
1522 wurde es von Herzog Albrecht von Brandenburg den Bewohnern der Stadt Kneiphof (Kantinsel) geschenkt, wie man allgemein annimmt, zum Dank für ihre Treue im Reiterkrieg 1519–21: Um die polnischen Truppen nicht in die Stadt zu lassen, hatten die Kneiphöfer den ganzen Haberberg und die nördlich davon gelegene Vorstadt („Vor-Stadt“, die Königsberg gegen Angriffe von Süden schützte) niedergebrannt. Später wurden diese südlichen Stadtteile wieder aufgebaut.
Östlich der Siedlung Haberberg, etwa dort, wo viel später das Friedländer Tor entstand, lag der Ort Neuendorf, zu dem sich vom Haberberg ein großer Eichenwald hinzog, der später für den Bau der Vorstadt verwendet wurde. Hier am Pregelufer erhob sich auch ein riesiger Sandhügel, der die Stadt mit Bausand versorgte.
Von Westen grenzte an den Haberberg ein weiteres Dörfchen, das sich bis zum Nassen Garten erstreckte (Nasser Garten, wörtlich „nasser Garten“, tatsächlich niedrige, überschwemmte Wiesen und Niedermoore mit vielen alten, von Menschenhand in verschiedenen Zeiten zum Schutz der Stadt vor Hochwasser angelegten Dämmen und ausgedehnten Gemüsegärten, die die Stadt noch im 20. Jahrhundert mit Gemüse versorgten).
Obwohl der Haberberg inmitten nasser Wiesen lag, erlebte er dennoch mehrfach die zerstörerische Kraft von Bränden; einer davon, am 10. Mai 1775, richtete einen Schaden von einer Million Talern an. Vielleicht trug deshalb der südlichste Teil der alten Stadt Ende des 19. Jahrhunderts noch immer die Züge einer provinziellen Vorstadt mit ein- und zweigeschossigen Privathäusern, umgeben von Vorgärten, Gemüsegärten und üppigen Gärten, und war arm an architektonischen Sehenswürdigkeiten. In dieser Zeit wurde der Haberberg im Westen von der Kronenstraße (dem südlichen Teil des Leninski-Prospekts) begrenzt, im Osten grenzte er an das Friedländer Tor und den Platz Viehmarkt (den „Pferde-“, später „Viehmarkt“; in Kaliningrad ist das der Platz an der Kreuzung der Dserschinskogo-Straße mit der B.-Chmelnizkogo-Straße).
Die Haberberger Kirche empfing die Gäste, die mit dem Zug in die Stadt kamen.
Am Viehmarkt lag einst eben jener riesige Sandhügel – eine natürliche Sandablagerung im Tal des Pregels; daran erinnerten die Königsberger die Namen zweier Gassen des Haberbergs – Große und Kleine Sandgasse (in Kaliningrad die B.-Pessotschnaja-Straße).
Eine der wenigen architektonischen Sehenswürdigkeiten des Haberbergs war lange Zeit die Haberberger Kirche, die auf einem der sieben Hügel Königsbergs erbaut wurde. Der Bau der Kirche auf dem hohen Haberberg mit seinen sanft abfallenden Ost- und Nordhängen begann 1653 und zog sich wegen Geldmangels bis 1683 hin; im selben Jahr wurde hier eine Orgel des bekannten Meisters Casparini aufgestellt.
Zweimal schlug der Blitz in die Kirche ein: 1747 brannte sie vollständig aus und wurde von 1753 bis 1756 wiederaufgebaut; 1783 überstand die Kirche den Blitzschlag. Seitdem und bis April 1945 schmückte die Haberberger Kirche – 57 m lang, 27 m breit, bis zu 36 m hoch (mit dem Turm 77 m) – den höchsten Punkt des Viertels. 1774 erschien auf der Turmspitze die Figur eines vergoldeten Engels, 76 kg schwer und 2,2 m hoch (die Vergoldung wurde 1820 erneuert). Die gewölbte Decke der Kirche aus schwedischem Granit wurde von 14 Pilastern getragen; der Altar mit kunstvollen Schnitzereien und Gemälden kostete die Gemeinde 2976 Gulden. Heute steht an dieser Stelle das Haus der Künste, und das Restaurant „Olsztyn“ sowie bis vor Kurzem ein Kindergarten in einem Vorkriegsgebäude, in dem früher die Wohnungen der Geistlichen lagen, nehmen den östlichen Teil des einstigen Friedhofs bei der Kirche ein. Auf diesem Friedhof wurden 1566 heimlich, an unbekannter Stelle, die Leichen dreier engster Räte Herzog Albrechts von Brandenburg beigesetzt – Funck, Schnell und Horst –, die ohne Wissen des greisen Herrschers hingerichtet worden waren, weil sie an den Intrigen seines Rates und Günstlings Skalich beteiligt gewesen waren, der enormen Einfluss auf den Herzog hatte.
Ende des 19. Jahrhunderts kaufte die Stadt den Anwohnern viele kleine Grundstücke am Haberberg ab, und statt der Häuschen mit Gärten und Gemüsegärten entstanden hier an den alten und an anderthalb Dutzend neuen Straßen 4- bis 5-geschossige Gebäude (Wohn- und öffentliche Bauten), die diesen idyllischen, verschlafenen Teil der Stadt in ein völlig neues Viertel verwandelten. Auf dem Viehmarkt, wo sich seit alters der Viehmarkt befand, wurde 1907 im Renaissancestil die Lutherkirche erbaut (1976 abgerissen).
Der letzte Brand in der Geschichte des deutschen Haberbergs, bei dem alles bis auf die Grundmauern niederbrannte, ereignete sich im April 1945.
Das Friedländer Tor und die Turmspitze der Lutherkirche am Haberberg.
Die Geschichte des Kaliningrader Parks des 40. Jahrestags des Komsomol [umbenannt in Südpark], der im Süden des zentralen Teils der Stadt, im Moskauer Stadtbezirk, unweit des Südbahnhofs liegt, begann vor relativ kurzer Zeit – ganz am Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre.
Auf dem Königsberger Stadtplan von 1910 ist die Grünzone an den Befestigungsanlagen der Südfront eine verhältnismäßig kleine Fläche (an der breitesten Stelle nicht mehr als 300 m) mit Sportplatz und einem kleinen Teich mit Badeanstalt, die Sportpark heißt. Auf dem Plan von 1931 ist die Grünzone dagegen bereits vollständig eingezeichnet.
So entstand im südlichen Teil des alten Stadtteils, einst einer entlegenen Vorstadt der Stadt Kneiphof namens Haberberg, was „Haferberg“ bedeutet, eine neue Grünzone, die bis 1935 bereits eine einheitliche Grundriss- und Raumgestaltung besaß. In diesem Jahr wurde die Pflanzung der Bäume in Alleen, Gruppen und Beständen abgeschlossen, die künftig das äußere Bild des ausgedehnten Parks mit einer Fläche von 60 ha prägen sollten – mit 14 Hektar Wasserfläche in sieben Gewässern und einem großen Sportplatz.
Der neue Grünraum nahm das Gelände der Glacis des Verteidigungswalls ein und schloss Fragmente der Befestigungsanlagen der Südfront ein, die als architektonischer Bestandteil in die Struktur des Parks eingingen – die Ravelins Haberberg und Friedland, die gleichnamigen Kavaliere, also zwischen den Ravelins gelegene Teile des Walls und der Stadtmauer mit Schießscharten, sowie das Friedländer Tor (Friedländer Tor), erbaut 1858–62 und 1864 mit Standbildern des Großkomturs Friedrich von Zollern auf der Stadtseite und des fünfzehnten Hochmeisters des Deutschen Ordens Siegfried von Feuchtwangen, des Gründers des Mittelschlosses in der Marienburg, geschmückt (Bildhauer Wilhelm Ludwig Stürmer / Wilhelm Ludwig Stürmer, 1812–64). Das Tor öffnete den Weg von Königsberg in Richtung des kleinen Städtchens Friedland an der Alle (heute die Stadt Prawdinsk, Fluss Lawa) südöstlich der Provinzhauptstadt.
Blühende Kastanie am Ufer des Ostteichs.
Graf Friedrich von Zollern war einer von drei Ordensbrüdern, die diese Schlacht überlebten. Die einst von seinem Standbild eingenommene Nische war lange Zeit leer. Doch im Sommer 2008 wurde die verlorene Skulptur des Großkomturs, die im Rahmen des zwischenstaatlichen Kulturabkommens zwischen der Russischen Föderation und Deutschland von 1992 von der Sankt Petersburger Firma „Nasledije“ wiederhergestellt worden war, an ihren Platz zurückgebracht.
An der Außenseite des Tores, ebenfalls in einer Nische, steht die Skulptur des Hochmeisters des Deutschen Ordens Siegfried von Feuchtwangen, die hier vermutlich deshalb aufgestellt wurde, weil gerade er 1309 die Residenz der Hochmeister des Deutschen Ordens von Venedig in die Burg Marienburg (heute Malbork, Polen) verlegte, wodurch die Burg Königsberg in die Nähe der Ordenshauptstadt rückte und als Residenz des Befehlshabers des Ordensheeres diente. In den Händen des Hochmeisters, der stolz in die weite Ferne blickt, liegen eine Schriftrolle und die Burg Marienburg, einst auf sein Geheiß erbaut. Das Standbild des Hochmeisters vom Beginn des 14. Jahrhunderts war lange Zeit kopflos, wie übrigens viele andere Skulpturen Königsbergs. Außer dem Kopf fehlten der Skulptur zahlreiche Details und Fragmente, und zwar: die linke Hand, der linke Fuß, die Mantelfalten auf der linken Seite, ein Teil der Burg in den Händen des Meisters, ein Teil der Schriftrolle in der linken Hand und der untere Teil der Konsole, auf der die Skulptur steht. Doch 2006 wurde die Skulptur von russischen Restauratoren wiederhergestellt. (Die Restaurierungsarbeiten wurden vom Kulturministerium Deutschlands finanziert).
Eigentlich begann mit der Begrünung dieses Abschnitts der Befestigungen, der als Baudenkmal in der rasch wachsenden Stadt erhalten blieb, die Entstehung des Parks, dessen Gelände bis Ende der 1930er Jahre bis an den Sportplatz „Am Friedländer Tor“ herangeführt werden sollte, der zu dieser Zeit ein Fußballfeld, Ringerplätze und etwas später hier angelegt einen Tennisplatz sowie ein Freibad mit Badeanstalt umfasste.
Die Erdaufschüttungen der Ravelins und Kavaliere wurden hergerichtet, Höhenunterschiede bei Bedarf mit Treppenabgängen versehen, und es entstand die erste Spazierallee entlang der Haberberger Wallstraße und der Friedländer Wallstraße (heute Kalinin-Prospekt), bepflanzt mit Rosskastanien.
… Auch heute ruht unter den üppigen Kronen dieser Kastanien, in der feuchten und, so seltsam es scheint, stillen zweiseitigen Allee (nebenan auf dem Prospekt dröhnt der tosende Autoverkehr) die vom Großstadttrubel ermüdete Seele, und den Blick des gemächlich Spazierenden fesseln die geheimnisvollen, zugewachsenen Gewässer und der in etwas mehr als siebzig Jahren groß gewordene Stadtpark, der wie alle Zonen des „Grünen Gürtels“ als von mehreren Seiten zugängliches Gelände geplant wurde.
Der Ostteich zur blauen Stunde.
Ein Königsberger Stadtführer von 1838 berichtet von einem „riesigen Park mit alten Bastionen und baumbestandenen Festungswällen, mit Plätzen für Ringen, Tennis und andere Sportarten, mit zwei Badeanstalten und eingerichteten Stränden, einem Freibad mit Sprungturm, Bootsfahrten und vielen Kinderspielplätzen und Rasenflächen für die Erholung der Familien“.
Die Grundriss- und Stilmerkmale des Parks sind auf seinem gesamten Gelände uneinheitlich, bedingt durch den in der Gartenkunst traditionellen Ansatz, unbedingt den regelmäßigen, linear exakten Stil, wie er für die repräsentativen Teile eines Parks typisch ist, mit dem freieren Landschaftsstil zu verbinden, bei dem die Bemühungen des Landschaftsarchitekten darauf gerichtet sind, die Wirkung einer natürlichen Umgebung mit einer Fülle einander ablösender Landschaftsbilder zu erzielen.
Der nördliche Teil des Parks, auf dem etwas erhöhten künstlichen Relief der Erdwälle angelegt und in seinen Grundzügen von den strengen Linien der Ravelins, von fünf Gewässern, die Fragmente des Festungsgrabens sind, und von linearen Baumpflanzungen bestimmt, ist eindeutig regelmäßig gestaltet.
Das später entstandene südliche Gelände mit natürlichem flachem Relief, zwei malerischen künstlichen Gewässern mit verschlungenen Uferlinien, Stränden, weiten Wiesen, belebt von kleinen Baumgruppen mit unterschiedlicher Kronenform und Laubfarbe, mit einem Wechsel offener und halboffener Räume, mit einem kleinen Springbrunnen, versteckten Bänken und einem Netz von Spazierwegen, ist überwiegend im Stil eines Landschaftsparks gestaltet.
Bei der Anlage der Parkzone wurden durch den Festungsgraben, unverzichtbares Attribut der Verteidigungsanlagen, vier Wege gelegt, wodurch den Park fünf Gewässer unterschiedlicher Form schmückten, von denen zwei die Umrisse der Ravelins Haberberg (im westlichen Teil des Parks) und Friedland (im östlichen Teil) nachzeichnen. Die breiten geraden Wege, die von den Eingängen tief ins Parkgelände führen, sind nicht mit Bäumen bepflanzt; diese betonen lediglich die Ecken der Gewässer, deren Uferlinien von Alleen hervorgehoben werden: auf der Nordseite eine zweireihige Bepflanzung mit Rosskastanien (entlang des Kalinin-Prospekts), auf der Südseite ebenfalls überwiegend eine zweireihige Bepflanzung mit Spitzahorn. Eine einreihige Bepflanzung mit Spitzahorn wurde zur Betonung der südlichen Uferlinie der beiden Teiche am Haberberger Ravelin verwendet.
Ein Eichhörnchen aus dem Miniaturpark „Geschichte in der Architektur“.
Einer der vier Parkwege, östlich des Friedländer Ravelins angelegt, war die Fortsetzung der Briesmannstraße, die den ganzen Park von Nordosten nach Südwesten durchquerte. Diese Straße begann am ehemaligen Haberberger Viehmarkt, an den der Name Viehmarkt (Viehmarkt) erinnerte, wo an der Stelle des Schlachthofs Anfang des 20. Jahrhunderts die evangelische Lutherkirche erbaut wurde (unweit der Hohen Brücke / Hohe Brücke).
Heute ist das die Oktjabrskaja-Straße, und zwar der Abschnitt, der die B.-Chmelnizkogo-Straße mit dem Kalinin-Prospekt verbindet, während die Brücke die Bagrationa-Straße mit der Insel Oktjabrski verbindet (früher hieß sie Lomse).
Die Briesmannstraße durchquerte den Park und führte zu dem weiter südlich gelegenen Lokomotivdepot und anderen Bahnanlagen.
Die große Zugbrücke am Friedländer Tor und die kleinere Zugbrücke des Friedländer Ravelins, der Weg zum Friedländer Tor, der einst einen der Zugänge zu dem von einem Verteidigungswall umgebenen Königsberg bildete, sowie ein Teil der Erdumwallung am Tor wurden bei der Gestaltung des Parks als ausdrucksvoller Bestandteil seiner Landschaftsstruktur erhalten.
In dieser Entstehungszeit des Parks besitzt sein künftiger südlicher Teil außer dem Sportplatz bereits zwei künstliche Teiche, die sowohl zur Belebung, Verschönerung und Entwässerung des flachen Reliefs als auch für Sport und Erholung gebraucht wurden. Die Entstehung der Teiche ist im Königsberger Atlas von 1927 und auf dem Übersichtsplan des Königsberger Stadtführers von 1928 verzeichnet.
Eines der Gewässer, das westliche, ist bogenförmig und flächenmäßig größer als das zweite, östliche, das an der Grenze des Parks liegt, neben der Aweider Allee (Alleja Smelych). Dieses östliche Gewässer ist durch einen schmalen Kanal mit dem Gewässer am Friedländer Tor verbunden und vermutlich auch außerhalb des Parks, unterirdisch, mit einer Bucht des Alten Pregels, die das Gelände der seit Ende der 1920er Jahre hier ansässigen Schiffbau- und Sägewerksbetriebe trennt.
1931 hat das östliche Gewässer noch seine frühere Form eines unregelmäßigen Trapezes und dieselbe Wasserfläche, doch von ihm sind bereits mehrere Kanäle in Richtung des Durchgangsweges durch den Park gegraben, offenbar für Bootsfahrten oder für den Rudersport. Bis 1938 vergrößert sich die Fläche des Teiches erheblich, und nun erstreckt sich seine Wasserfläche von der Ostgrenze des Parks bis zu der den Park durchquerenden Straße. Die Umrisse der Uferlinie verändern sich, sie werden verschlungener und malerischer: Es entstehen eine aufgeschüttete Halbinsel und Landzungen, von denen zwei einander gegenüberliegende durch eine kleine Hängebrücke verbunden sind (die Brücke ist erhalten, war aber 2006 eine Ruine). Auf- und Abgang der Brücke sind von mächtigen Weiden betont. Im östlichen Teil des Teiches, an seinem Nordufer, unweit der aufgeschütteten Halbinsel, befanden sich die städtische Badeanstalt und ein Bootsverleih (1927).
Ein restauriertes Fragment der Festungsmauer am Friedländer Tor.
Mehrere Spazierwege liefen kreuzförmig an einem kleinen, mit Bänken ausgestatteten Rastplatz mit Blick auf die Hängebrücke zusammen. Unweit davon, an der Hauptallee, dem Weg, wird als massiver Bau auf Fundament ein Café errichtet, zu dem eine von einer dichten Hainbuchenwand betonte Allee führte (bis 2006 gefällt).
Auf dem weitläufigen Gelände, das im Norden an das Gewässer grenzt, verbanden sich in fast gleichen Anteilen offene, geschlossene und halboffene Räume, gebildet von Alleen und Baumgruppen und in der Mitte der Fläche von einer sonnenbeschienenen Wiese. Hervorzuheben ist hier die parallele zweireihige Ahornallee, die, wie bereits erwähnt, die Uferlinie des nördlichen schmalen Teiches betont, und eine sie wiederholende, auf einer Seite mit Stieleichen bepflanzte Allee. Hier wurden auch Gruppen von Ahornen, Schwarzpappeln und Weiden gepflanzt sowie einzeln stehende Weiden, Eichen und eine Silberpappel.
Am Südufer des Teiches wurde die Bepflanzung mit Rosskastanien in ein- und zweireihigen Alleen ausgeführt. Ein Teil der Pflanzungen außerhalb der Allee wurde so geplant, dass ein geschlossener Raumtyp entstand. Dazu wurden hier in kleinen Gruppen Linden, Hainbuchen und Ahorne gepflanzt, die den Sportplatz umgeben. Links und rechts vom Sportplatz lag völlig offener Raum, teils grüne Wiesen für den Sport (im östlichen Teil), teils noch nicht erschlossen (im westlichen Teil).
In der Mitte des Parks, westlich der Hauptallee, wurde 1938 die große Halle „Ostpreußen“ mit 6000 Plätzen errichtet, ein Konzert- und Sportkomplex von 100 x 50 m, der also 0,5 ha des Parkgeländes einnahm. Das Gebäude war aus Glas und Holz auf einem Stahlgerüst errichtet, mit einem Säuleneingang an der Fassade; an der Ostseite befanden sich eine Terrasse und ein Podium für Kundgebungen (Architekt Professor Kurt Frick, Ingenieur Heinz Bahr). Dieser Bau brannte im Zweiten Weltkrieg vollständig nieder (möglicherweise infolge von Brandstiftung), doch sein Fundament und Sockelgeschoss sind im Park bis heute erhalten. Seit die Reste dieser Halle in den 80er–90er Jahren nicht mehr für Kundgebungen und Feste genutzt werden, sind die Kellerräume völlig vermüllt, zugestellt und überflutet und nehmen auf absurde Weise den zentralen Teil des Parks ein, der im Landschaftsstil gedacht war.
Die Umrisse des westlichen Abschnitts des Parkgeländes, der zwischen fünf Teichen liegt (vier begrenzen ihn im Norden, einer im Süden), werden von den klaren Linien der nördlichen Gewässer bestimmt, doch der südliche Teich – ein Freibad – mildert diese von den Wallanlagen diktierte Strenge durch die weich geschwungene Uferlinie und verleiht dem südwestlichen Teil des Parks eine sanft gerundete Form, die dem Bild einer Grünzone im Landschaftsstil entspricht.
Hundeausstellung zur Zeit der Kastanienblüte.
In diesem Teil des Parks überwogen offene Räume, in der Mitte durch einen breiten Weg in zwei gleiche Teile geteilt, der ihn mit dem Stadtgebiet verband (heute mit dem Kalinin-Prospekt).
Rechts grenzt an die Ahornallee ein Bestand aus Schwarzpappeln, Spitz- und Bergahornen; hier stehen auch einzeln, in voller Pracht mächtig entwickelter Bäume, Exemplare von Stieleiche, Hainbuche und Schwedlers Spitzahorn (also der rotblättrigen Form). Links vom Weg säumt ein Bestand aus Schwarzpappeln die Wiese.
Die südliche Uferlinie des bogenförmigen Teiches – des Freibads mit Sprungturm – wird von Weidengruppen betont. Südlich der Plattform mit dem Sprungturm werden die Umrisse des Teiches durch zwei kleine dreieckige Gewässer verschlungener, getrennt durch einen schmalen Steg, der zum Sprungturm führt.
Besonderheit der Raumstruktur dieses Parks sind zweifellos die flächenmäßig überwiegenden weiten offenen Räume heller Wiesen und die ungewöhnlich klaren Linien der schattigen Alleen seines nördlichen Teils. Die geometrische Exaktheit dieser Alleen, die den Park von Westen nach Osten durchziehen, wird durch die gleichen Bäume betont, die sie bilden: Die nördlichsten Alleen sind Kastanienalleen, etwas südlicher folgen die symmetrischen Knicke der Ahornallee. Als dominierendes Element des Parkgeländes dienen die Fragmente der Verteidigungsanlagen und 14 ha Gewässer, die einst zur Uneinnehmbarkeit des Verteidigungswalls beitrugen.
… Jeder Garten hat seine Symbolik, die den Zeitgenossen oft unverständlich bleibt, sich ihnen und den künftigen Generationen aber im Empfinden erschließt… Dieser Park, zweifellos eindrucksvoll durch seine Größe und die Mächtigkeit seiner Bäume, besitzt eine vielschichtige Aura, er ist von Anfang an zwiespältig und belastet von den späteren Abschnitten seiner Geschichte… Hier fühlt man sich auf einer Insel der alten Zeit, stiller Anmut und dunkler Wehmut, zugleich aber auch in unserer Gegenwart, und sieht deutlich „die riesige, bitter nach Brand und Pulver riechende, zerstörte Stadt… Wohin man auch blickt, überall stößt der Blick auf Tote.“ (J. Iwanow, „Schau zurück auf dem Weg“).
Fünfzig Schattierungen von Grün.
Wie die vielen anderen Grünzonen, die E. Schneider auf den Grünen Gürtel Königsbergs „aufgefädelt“ hat, war dieser Park als Erholungsort für die einfachen Bürger gedacht und wurde aus Mitteln der Stadtkasse angelegt.
Vermutlich deshalb finden sich im dendrologischen Bestand der Pflanzungen nicht die in preußischen Privatgärten so beliebten exotischen Bäume, sondern gewöhnliche europäische Arten – Eiche, Ulme, Hainbuche, Linde, Ahorn und sogar schnellwüchsige Pappeln und Weiden. Nur der Eschen-Ahorn (Negundo) und der Silber-Ahorn sind eingeführte Arten mit Heimat in Nordamerika; die Rosskastanie stammt aus dem Kaukasus und von der Balkanhalbinsel, wird aber längst wie eine einheimische Art in Pflanzungen verwendet. Zur Verschönerung und Wirkung der Pflanzungen bediente man sich im Park solcher Mittel der Gartenkunst wie der Bukettkronen, bei denen mehrere Setzlinge in ein Pflanzloch gesetzt werden und im unteren Teil der Stämme zusammenwachsen (das ungewöhnlich wirkungsvolle Ergebnis ist eine üppige, voluminöse Krone), ferner geformter Kronen, geschnittener grüner Hainbuchenwände und strauchförmig gezogener Bäume.
Die Analyse der Struktur und Anlage des Parkgeländes zeigt, dass die Gestaltung des Grünraums bis Ende der dreißiger Jahre nicht abgeschlossen war. In Grundriss und Struktur blieb der südliche Teil des Parks unerschlossen. Das war offenbar nicht nur eine Frage der Zeit. Möglicherweise lag der Grund in einer Umorientierung der gesellschaftlichen Werte und dem Aufkommen eines neuen Ansatzes, eines anderen Blicks auf die Gestaltung dieses Parks angesichts seiner großen Ausdehnung: Aus einer komfortablen „grünen Insel“ für stille Erholung inmitten der lauten und dicht besiedelten Stadt wird der Park zu einem Gelände für sportliche und wehrsportliche Übungen, für Massenaufmärsche der Nationalsozialisten, zu einem der Zentren der ideologischen Bearbeitung der Jugend. 1938 wurde der Park nach Horst Wessel benannt, einem Nationalsozialisten, der in einer der zahlreichen Schlägereien und Zusammenstöße getötet worden war, wie sie für die Zeit der Etablierung des faschistischen Regimes typisch waren, und in der Mitte des Parks wurde ein Denkmal für die nationalsozialistischen Sturmabteilungen errichtet (an dem breiten Weg im westlichen Teil des Parks, gegenüber dem Freibad – dem Teich mit Sprungturm).
Was könnte symbolischer sein, als nach einem so schweren Krieg, wie es der Erste Weltkrieg für Europa war, auf ehemaligen Befestigungen Gärten und Parks anzulegen – so entstanden ja viele Grünanlagen Königsbergs… Doch zu verschiedenen Zeiten wurden Gärten verschieden angelegt, in jeder Epoche auf ihre Weise: zum Nachsinnen, für Liebe und Stelldichein, für gesellige Feste und für philosophische Spaziergänge. Gewöhnlich werden Gärten zur Annehmlichkeit und zum Genuss des Lebens angelegt, für Ruhe und Freude. So wurde auch dieser Park angelegt, aber… Er sollte zwei Abschnitte seiner deutschen Geschichte durchleben: Anfang der dreißiger Jahre ein Grünraum für die einfachen Bürger mit schlichten Annehmlichkeiten – Alleen, die künftig zum Spazierengehen einladen sollten, ein kleiner Springbrunnen, Boote auf dem Teich, Pavillons mit Kaffee und Brötchen, ein Stadion; Ende der dreißiger Jahre ein Wehrsportpark, Militärblaskapelle, ein Gelände für die körperliche und geistige Erziehung junger Nationalsozialisten.
Modell des Königsberger Schlosses.
Seit 1945 und bis heute dauert die dritte Periode seiner Geschichte – der Park für die Bürger Kaliningrads –, eine lange, für den Park aber wenig ergiebige Zeit.
Vermutlich war diese Grünanlage, wie viele andere, unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrenlos. In der Nordostecke des Parks, auf dem Hügel, der bei der Gestaltung des Geländes als Fragment der Erdumwallung des Friedländer Tores erhalten blieb, befinden sich bis heute Gräber sowjetischer Bürger aus den Jahren 1946–48. So liegen sie auch jetzt, im 21. Jahrhundert, in ungeweihter Erde der Königsberger Befestigungsanlagen. 1948 erhielt der Park den Namen „Matrosenpark“, vermutlich weil er der Zweifachen Rotbanner-Baltischen Flotte unterstand; zehn Jahre später, 1958, wurde er in Park des 40. Jahrestags des Leninschen Kommunistischen Jugendverbandes der Sowjetunion umbenannt.
Aufgrund des Beschlusses des Ministerrats der UdSSR vom 22. Januar 1988 Nr. 85 „Über Maßnahmen zur Erhaltung von Parks als Kulturdenkmäler und zur weiteren Entwicklung der Gartenkunst“ fasst auch das Exekutivkomitee des Kaliningrader Gebiets einen gleichnamigen Beschluss Nr. 120 vom 7. Juli 1988, in dem der Park des 40. Jahrestags des Komsomol zum Parkdenkmal erklärt wird.
Gegenwärtig [Anfang des 21. Jh.] ist die Fläche des Parks drastisch geschrumpft und beträgt 40 ha, da die Ravelins und einige andere Flächen abgetrennt wurden und nicht mehr zum Park gehören. Der Park hat seinen Status als historischer architektonisch-landschaftlicher Komplex verloren, aber seine naturräumlichen und strukturell-planerischen Besonderheiten bewahrt. Bis heute unterstand der Park dem städtischen Betrieb „Kultur- und Erholungspark des 40. Jahrestags des Komsomol“. Nach dem Schema des geltenden Generalplans Kaliningrads ist der Park eine öffentliche Grünfläche, ein „multifunktionaler Park von gesamtstädtischer Bedeutung. Von den Formen aktiver Erholung der Bürger sind Angeln, Sport, Hundeausführen und Hundetraining vertreten…“.
Die Parkverwaltung ist im Gebäude der ehemaligen Badeanstalt untergebracht und teilt sich die Räume mit einer Tierklinik und einer Werkstatt für Grabsteine, die ihre Räume vom Park mieten. Über die ehemalige Friedländer Straße fahren die Autos der Kunden beider Einrichtungen auf das Gelände des Stadtparks, das sich an dieser Stelle in besonders unansehnlichem Zustand befindet, was das ohnehin traurige Ergebnis langjähriger Verwahrlosung und Verwüstung eines Parks verschlimmert, „in dessen Anlage die Arbeit vieler Generationen gesteckt wurde und der eine wichtige Rolle in der kulturellen und ökologischen Erziehung der Werktätigen spielen soll…“ (Aus dem Beschluss „Über Maßnahmen…“, Nr. 120, 1988). Von Norden und Süden rücken Industriebetriebe, Lager und Werkstätten an den Park heran.
Die nie fertig gewordene Moschee. Eine sehr seltsame Geschichte aus dem ersten Viertel des 21. Jahrhunderts.
Seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts werden die Ravelins von verschiedenen Organisationen als Lager, Werkstätten und Läden genutzt. Die Friedländer Straße dient als Zufahrt für Fahrzeuge zu ihnen, obwohl sie früher zum Parkgelände gehörte.
Die Zugbrücke des Friedländer Ravelins wurde trotz ihres Schutzstatus als historisches Denkmal vor relativ kurzer Zeit zerstört, weil sich im Ravelin selbst Lager befinden und der Zugang zu ihnen von der Parkseite den Eigentümern der Waren unerwünscht war. Schade, dass wir ihre Namen nicht kennen und die Namen derer, die diese historische Tat erlaubt und auf ihr Gewissen genommen haben (und es wohl auch nie erfahren werden).
Das Friedländer Tor mit seinen fest verschlossenen Durchfahrten dient in den letzten Jahren als kleines Museum für Gegenstände, die im Park gefunden und gesammelt wurden. Hier gibt es immer häufiger Ausstellungen, und der Besuch dieses Museums bereitet Vergnügen. [Gegenwärtig (2024) ist das Tor eines der besten Museen der Stadt. – Red.]
Die große Zugbrücke am Friedländer Tor ist zerstört, und zwar in den Nachkriegsjahrzehnten. Der Bootsverleih am großen Teich mit der Hängebrücke machte in den 50er Jahren dem Sommertheater Platz, das heute in Trümmern liegt, auf denen improvisiert ein Hundetrainingsplatz entstanden ist (die Mauern des Gebäudes werden nach und nach abgetragen).
Ein Teil des Parks an der Kiewskaja-Straße ging an das Kulturhaus der Eisenbahner, und dessen weitläufiger Parkplatz verschlang eine große Grünfläche. Das Gelände des Sportplatzes „Am Friedländer Tor“ ist erhalten (heute das Stadion „Lokomotiv“), doch die offenen Flächen daneben haben sich in übermäßig vernässte, stellenweise versumpfte Gebiete verwandelt, ungeordnet mit Wildwuchs von Bäumen und Sträuchern bewachsen. Bei der Reinigung der Gewässer wurde der Schlamm, schlicht gesagt der Dreck, gerade hierher geleitet, in den entlegenen Winkel des „Parkhauses“, auf die ehemaligen Turnplätze. Dieser Teil des Parks erfüllt derzeit weder eine Funktion noch dient er dem Durchgang, zumal ein Stahlbetonwerk, viele Werkstätten und Garagen an ihn grenzen.
In der Entstehungszeit der Grünanlage wurde der Gestaltung und dem Betrieb des Gewässernetzes auf dem Parkgelände große Aufmerksamkeit gewidmet; so entstand ein komplexes System technischer Anlagen, das ein günstiges Regime der Gewässer des Parkgeländes gewährleistete.
Der Kinderspielplatz im Februar 2022.
Gegenwärtig [Anfang des 21. Jh.] ist von den fünf wasserbaulichen Durchlassbauwerken eines vollständig zerstört, wodurch der Wasseraustausch in zwei Teichen – dem vierten und dem fünften – gestört ist.
Da ein Rechen fehlt, verstopft der in die Gewässer gelangende Hausmüll die Durchlässe, was den Wasseraustausch in den Teichen erschwert und ihren hygienischen Zustand, ihr hydrologisches Regime und ihren Wasserstand verschlechtert. Gespeist werden die Teiche durch den Zufluss von Oberflächen- und Grundwasser. Im südöstlichen Teil des ersten Teiches, der an die Dserschinskogo-Straße grenzt, liegt ein Überlaufschacht, der das Wasser in einen Regenwassersammler ableitet und mit dem der Wasserstand in den Teichen reguliert werden soll. Der Wasseraustausch der beiden Teiche im südlichen Teil des Parks erfolgt über ein Durchlassbauwerk, das die Teiche verbindet und halb zerstört und überflutet ist. Der Abfluss beider Teiche wird über eine Leitung, die an der Alleja-Smelych-Straße beginnt (gegenwärtig stark verschlammt), geregelt in die Pregolja geführt. Zu beobachten ist eine „Übervernässung des Geländes rund um die Teiche wegen fehlenden Oberflächenabflusses aus den Senken“.
Insgesamt münden acht Regenwasserkanäle in die Gewässer auf dem Parkgelände.
Der Westteich (das Freibad der Vorkriegszeit mit Sprungturm) ist verflacht, der Sprungturm verloren, die beiden dreieckigen Teiche sind zugewachsen (besonders der westliche) und nur noch an ihren Umrissen zu erahnen. Am Nordufer des Teiches ist eine kleine Aussichtsplattform angelegt, die hinter dem Denkmal „Den Komsomol-Helden, gefallen beim Sturm auf Königsberg“ liegt (Bildhauerin L. Ponomarjowa, Architekt A. Kostanow). Das Denkmal steht an dem breiten Weg, der den Park mit dem Stadtgebiet verbindet. Vor dem Krieg stand hier das Denkmal für die faschistischen Sturmabteilungen.
Im nördlichen Teil des Parks steht an der Hauptallee ein Gedenkzeichen „Den Helden-Fliegern“, die beim Sturm auf Königsberg am 7. April 1945 ums Leben kamen (ihre sterblichen Überreste wurden bei der Reinigung der Parkgewässer gefunden). In einen großen Granitstein sind Worte des Dankes, der Anerkennung und der Trauer gemeißelt, gerichtet an die Besatzung eines Schlachtflugzeugs Il-2 des 74. Garde-Schlachtfliegerregiments, Garde-Oberleutnant Jefim Maximowitsch Issajew (1913–1945) und Garde-Hauptfeldwebel Grigori Pantelejmonowitsch Berjosa (1922–1945). Die Rückkehr historischer Namen – schon der Kaliningrader Geschichte…
Eine Oppositionskundgebung im Jahr 2017. Sie ist Geschichte!
Jahr für Jahr werden dem Park erhebliche Teile seines Geländes entzogen. Als Erstes wurde das Gelände der Ravelins abgetrennt, dann eine Fläche für den Bau des Kulturhauses der Eisenbahner, im Sommer 2006 wurde die Kastanienallee gefällt, die den Park in seinem südlichen Teil begrenzte.
Das Grundstück wurde für den Bau von Wohnhäusern zugeteilt, die dann auch tatsächlich auf dem Parkgelände errichtet wurden, nicht weiter als 100 m vom Teich entfernt. Der Landschaftspark schrumpfte auf 40 ha. Demnächst sollen hier auch ein Zirkus und eine Moschee gebaut werden. [Am Ende wurde der Zirkus nie gebaut und die Moschee nicht fertiggestellt. – Red.] Auf den Wohnungsbau in der Parkzone möchte ich etwas ausführlicher eingehen. Bauherr ist die „Nowy Format“ GmbH, ihr Gründer ist eine einzige Person mit einem Anteil von 100 % und einem Nennwert von 10 000 Rubel. Ziel des Projekts: der Bau von drei 10-geschossigen Mehrfamilienhäusern mit einem Parkplatz für 175 Stellplätze, Verwaltungsräumen und einer öffentlichen Promenade an der Alleja-Smelych-Straße, mit Wirtschaftsflächen zum Wäschetrocknen, Müllplätzen und Gästeparkplätzen. Das Projekt wurde auf Grundlage einer Verfügung des Bürgermeisters von Kaliningrad über die Zuteilung dieses Grundstücks ausgearbeitet. Eigentümerin dieses Grundstücks des Parks ist die Stadtverwaltung. Die Grenzen des zugeteilten Grundstücks verlaufen wie folgt: im Norden der Teich des Parks, im Süden Wohnbebauung, im Westen das Stadion, im Osten die Alleja Smelych. Das Projekt erhielt alle erforderlichen positiven Gutachten, auch das der Sachverständigenkommission der Staatlichen Umweltprüfung. Die Baugenehmigung vom 04.10.2006 wurde vom Komitee für Architektur und Städtebau der Stadtverwaltung erteilt. Bebaute Fläche – 0,6 ha, innerhalb der Grenzen der Außenanlagen 1,7 ha, Fläche der künftigen Begrünung – 0,4 ha. Insgesamt etwa 2,7 ha Parkgelände. … Kommentar überflüssig. Unverständlich ist nur, warum man die Kastanienallee gefällt hat. Sie hätte all das Genannte verdecken können, das sich jetzt obendrein Manhattan-Park nennt…
Der Zustand vieler Bäume im Park ist unbefriedigend, was weniger an ihrem Alter liegt (70–80 Jahre sind für Ahorne, Linden und sogar die Berliner Pappel kein Alter) als an der Übervernässung des Geländes und der langjährig fehlenden Pflege. Ende der 90er Jahre wurde der nördliche Teil des Parks einigermaßen hergerichtet, altersschwache Bäume und Wildwuchs wurden entfernt, sodass die nördlichen Ahorn- und Kastanienalleen auch jetzt sehr schön sind. Doch der übermäßig vernässte südliche Teil des Parks, der in langen Jahren der Vernachlässigung völlig verwahrlost ist, bedarf der Herrichtung, vor allem der Wiederherstellung eines optimalen hydrologischen Regimes des Geländes, sowie einer durchdachten Planung, da die landschaftliche Gestaltung des südlichen Parkteils in der Vorkriegszeit nicht abgeschlossen wurde.
Eine Teilnehmerin der städtischen Agility-Wettbewerbe.
Die zufälligen, allein durch das Vorhandensein freier Flächen bedingten Pflanzungen der Nachkriegsjahrzehnte auf den weiten offenen Räumen des Parks, die seine Besonderheit als öffentlich zugängliche Grünzone ausmachen, sowie der zahlreich aufgewachsene Wildwuchs von Bäumen verzerren die ursprüngliche Anlage des Parks erheblich, erschweren ihre Wahrnehmung und schaffen außerdem ein Übermaß an unsicheren geschlossenen Räumen.
Die Neupflanzungen erfolgten überwiegend mit Setzlingen der Hängebirke (Betula pendula), der Flatterulme (Ulmus laevis), der Stech-Fichte (Picea pungens) und der in sowjetischer Zeit sehr beliebten Blauen Stech-Fichte (Picea pungens glauca). Zum Wildwuchs gehören in diesem Park vor allem Schwarzerle (Alnus glutinosa), Bruchweide (Salix fragilis), Mandelweide (Salix trianobra), Winterlinde (Tilia cordata), Pappel (Populis) in Pyramidenform, Gemeine oder Gewöhnliche Esche (Fraxinus exselsior).
Dennoch sind der dendrologische Bestand der Pflanzungen aus der Entstehungszeit des Parks, die Bäume der Alleen, Gruppen und kleinen Bestände im Alter von etwas über achtzig Jahren – Spitzahorn (Acer platanoides), Bergahorn oder Ahorn der Trauer (A. pseudoplatanus), Silber-Ahorn (A. sacharinum), Schwedlers Spitzahorn (A. platanoides schwedleri), purpurner Bergahorn (A. pseudoplatanus "Purpurescens"), Eschen-Ahorn (A. negundo), Hainbuche (Carpinus betulus), Stieleiche (Qercus robur), Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), Winterlinde (Tilia cordata), Schwarzpappel (Populus nigra), Silberpappel (P. alba), Berliner und Pyramidenpappel (Kulturformen), Bruchweide (Salix fragilis), Mandelweide (S. trianobra) – vorerst durchaus zukunftsfähig, sie begründen den historischen und ästhetischen Wert des Parks und die klare Notwendigkeit, das Parkgelände wiederherzustellen, mit seiner großen, aber wenig genutzten Erholungskapazität der Landschaften, die ihre Grundriss- und Raumgestaltung im Wesentlichen bewahrt haben.
Das Bedürfnis nach Fortbestand und weiterer Entwicklung dieser einzigen großen öffentlichen Grünanlage im Süden Kaliningrads steht außer Frage – aber ohne Ruinen und Fundamente von etwas, das es längst nicht mehr gibt, ohne morastige, vermüllte Ufer verwahrloster Gewässer, ohne das Gefühl einer dramatischen Vergangenheit und einer aggressiven Verwahrlosung der Gegenwart. Kaliningrad ist eine tragische Stadt, in der sich der traurige Königsberger Raum ständig in Erinnerung ruft, doch man möchte glauben, dass die Geschichte dieses Parks nicht in den Verteidigungsanlagen liegt (ihnen wurde vernünftigerweise die Rolle von Fragmenten historischer Architektur der Mitte des 19. Jahrhunderts zugewiesen) und nicht in den einstigen Kundgebungen kriegerischer nationalsozialistischer Massen. Nein, diese Geschichte hat zweifellos der Homo faber geschaffen – der Mensch als Meister, davon erzählen uns die dunklen Alleen, die künstlichen Teiche und die sonnigen Wiesen… Silent song – ein stummes Lied…
Fotos: Michail Ogorodnikow
Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.

