Als der Deutsche Orden 1239 die Burg Balga und 1266 die Burg Brandenburg errichtet hatte, begann er sogleich, die ihnen unterstellten Komtureibezirke zu besiedeln. Trotz verheerender Kriege gab es hier, zwischen Pregel (Pregel /heute Pregolja), Alle (Alle / Lawa) und dem Frischen Haff (Frisches Haff / Kaliningrader Haff), zahlreiche Siedlungen der Ureinwohner – der Prußen.
Der Orden strebte jedoch danach, diese Region zu germanisieren, also deutsche Städte, Dörfer und Güter zu gründen und sie mit deutscher Bevölkerung zu besiedeln.
Die Ordensburgen Balga (Balga) und Brandenburg (Brandenburg) wurden damals in der Regel von tatkräftigen und weitblickenden Männern verwaltet. Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts besiedelten sie ihre Bezirke planmäßig mit deutschen Bauern. So entstanden neben den alten prußischen Dörfern neue deutsche Siedlungen. Die gerodeten Waldgebiete auf jungfräulichem Boden boten den deutschen Siedlern Lebensraum und Nahrung.
An markanten Orten Natangens1 entstanden die Städte Heiligenbeil, Zinten (Zinten), Preußisch Eylau (Preußisch Eilau), Kreuzburg (Kreuzburg), Friedland (Friedland), Landsberg (Landsberg) und Domnau (Domnau). Sie wurden zu wichtigen Verkehrs- und Wirtschaftszentren und später auch zu kulturellen Mittelpunkten für die wachsende deutsche Landbevölkerung.
Heiligenbeil auf einem alten Stich.
Fast alle Städte Natangens wurden ganz zu Beginn des 14. Jahrhunderts gegründet. Die älteste unter ihnen ist wahrscheinlich Heiligenbeil. Leider ist das genaue Gründungsjahr nicht bekannt, deshalb wird gewöhnlich 1301 angegeben. Die erste Erwähnung Heiligenbeils stammt aus dem Jahr 1330.
Blick auf Heiligenbeil von einem Zeppelin aus in Richtung Königsberg (das Haff liegt links außerhalb des Bildes).
Warum wurde Heiligenbeil gerade hier, im Tal der Jarft, erbaut? Dafür mag es zwei Hauptgründe gegeben haben. In vorgeschichtlicher Zeit endeten die ausgedehnten Wälder, die fast den gesamten Süden des Kreises Heiligenbeil bedeckten, an den Flüssen Bahnau (Bahnau / Mamonowka) und Jarft, während es im westlichen Teil viele prußische Siedlungen gab. Sie brauchten – ebenso wie die neuen deutschen Dörfer, die hier zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstanden – einen wirtschaftlichen Mittelpunkt, einen Markt. Außerdem befand sich hier, am Zusammenfluss von Bahnau und Jarft, ein prußisches Heiligtum, das später den Namen „Heiliger Hain“ erhielt.
Dieses Heiligtum sollte eine prußische Siedlung mit einer kleinen Befestigung schützen. In den Chroniken ist ihr Name überliefert – Swentomest (Swentomest, von swintas = heilig, mesta = Ort).
Bemerkenswert ist, dass die Stadt ursprünglich genau so hieß – Heiligenstadt (Heiligenstadt), „Heilige Stadt“ – und erst später zu Heiligenbeil wurde.
Was hätte näher gelegen, als hier, an einem von Natur und Geschichte so begünstigten Ort, ein deutsches Gemeinwesen zu gründen! Der rechteckige Stadtgrundriss mit seinem Straßengitter und dem ebenfalls rechteckigen Marktplatz in der Mitte zeugt bis heute von der Planung, die die Beamten des Ordens entworfen hatten.
Teile der Stadtmauer und des Grabens sind bis heute weitgehend erhalten, obwohl Kriege und Brände die Stadt an der Jarft oft zerstörten und ihr Gesicht vielfach veränderten. Heiligenbeil hatte im Städtekrieg (Dreizehnjähriger Krieg, 1454–66)2 und im Reiterkrieg (1520–21)3 viel zu erleiden. 1463 und 1520 wurde es von den Polen völlig niedergebrannt. Die Brände von 1677 und 1807 vernichteten ebenfalls einen großen Teil der Stadt und die letzten bis dahin erhaltenen mittelalterlichen Bauten.
Das Rathaus von Heiligenbeil.
Das alte Rathaus war bereits 1520 zerstört worden, das nachfolgende sank 1807 in Trümmer. Damals, im Dezember 1807, fielen auch die bis ins 19. Jahrhundert erhaltenen alten Laubenhäuser am Marktplatz dem Feuer zum Opfer.
Der zentrale Platz (Markt), die Apotheke (Mitte) und die evangelische Kirche.
Das letzte Rathaus, das uns Heiligenbeilern mit seinem eigenwilligen Portal und Turm in Erinnerung ist, sank im März 1945 in Schutt und Asche.
Selbst die evangelische Kirche mit ihrem massigen Turm, dessen flaches Zeltdach sich so gut in die umgebende Landschaft fügte, hatte nach den Bränden von 1677 und 1788 bis 1945 nur spärliche Reste mittelalterlicher Architektur bewahrt, nämlich im einzigartigen Hauptportal und in der Sakristei mit ihrem achtteiligen Sterngewölbe. Heute sind auch diese Zeugen gotischer Baukunst vernichtet.
Nichts ist von den beiden Stadttoren geblieben, die bis 1807 wie ewig wachende Posten über die Ruhe Heiligenbeils wachten.
Vom Augustinerkloster (es lag im Osten der Stadt, unmittelbar vor der Stadtmauer, und bestand von 1372 bis 1520) ist nichts geblieben als einige Flurnamen der Umgebung.
Bis 1945 hatte sich nur eine einzige mittelalterliche Einrichtung erhalten – das St.-Georgs-Hospital. Es geht auf den St.-Georgs-Hof bei Heiligenbeil zurück, der 1416 erstmals erwähnt wird. Herzog Albrecht (Albrecht von Brandenburg-Ansbach) stiftete dieses Hospital 1563 neu und schenkte ihm die ehemaligen Klosterländereien. 1865 wurde auf dem Platz, der später den Namen Feyerabendplatz (Feyerabendplatz) erhielt, unmittelbar an der Stadtmauer ein großes Backsteingebäude errichtet und ein Garten angelegt.
Blick auf die evangelische Kirche durch die Bäume am Flussufer.
Welche Prüfungen mussten die Bewohner der Stadt an der Jarft seit der Ordenszeit bis in unsere Tage nicht alle bestehen! Kriege und Brände, Seuchen und Hungersnöte, Plünderungen und Verfolgungen haben die Bevölkerung heimgesucht, sie verringert, aber nicht vernichtet, sie arm gemacht, aber nicht völlig mittellos.
Der Damm mit Überlauf, den man in Heiligenbeil den "Wasserfall" nannte.
Trotz schwerer Schicksalsschläge bauten die Heiligenbeiler ihre Stadt immer wieder auf, holten neue Bürger herbei und führten bis etwa 1900 ein bescheidenes, aber würdiges Dasein.
Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert genoss das Heiligenbeiler Bier einen so tadellosen Ruf, dass es in großen Mengen ausgeführt wurde. Lange Zeit brachte auch das vorzügliche Weizenbrot der Stadt Ruhm. Über zwei Jahrhunderte lang beherrschten die Heiligenbeiler Drechsler mit ihren Spinnrädern, hölzernen Haspeln und Spielzeug den Markt. Die Erzeugnisse der städtischen Mühlen gingen nach Berlin, Braunschweig und Danzig, und die Landmaschinen der „Ostdeutschen Maschinenfabrik“ wurden nicht nur in Ostpreußen, sondern im ganzen Baltikum und sogar in Afrika usw. verkauft – zum Wohlstand der Einwohner und zum Nutzen der Stadt.
Vom 17. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts und in jüngerer Zeit von 1936 bis 1945 war Heiligenbeil vor allem eine Garnisonsstadt, in der Teile bekannter Regimenter stationiert waren.
Sehr günstig ist auch die Lage der Stadt. Im Mittelalter führten alle Straßen in diesem Teil Preußens durch sie hindurch. Deshalb war sie oft Schauplatz verschiedener wichtiger Staatsereignisse. Als in Ostpreußen die erste Chaussee gebaut wurde, führte auch sie durch Heiligenbeil.
Hier wurde am 1. Januar 1511 der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen gewählt – der Hohenzoller Markgraf Albrecht von Brandenburg.
Der Bahnhof von Heiligenbeil.
1853 wurde unsere Stadt zudem Station an der allerersten Eisenbahnlinie der Provinz Ostpreußen, Königsberg – Berlin. Von hier aus begann 1938 auch der Bau der Bahnstrecke Heiligenbeil – Zinten.
Der Fußweg zum Bahnhof.
Am 1. April 1819 wurde Heiligenbeil zur Kreisstadt erhoben, trotz seiner Randlage im neu gebildeten Kreis Heiligenbeil.
Schon zur Ordenszeit gab es hier eine Lateinschule, die zahlreiche Bürgersöhne auf das Studium an den Universitäten Europas vorbereitete. Sie wurde erst 1811 aufgelöst. Die Stadtschule4 übernahm einen Teil ihrer Aufgaben. Daneben bestand auch eine Armenschule. Beide Schulen wurden im August 1910 zu einer einheitlichen Stadtschule vereinigt.
Seit 1879 gab es in Heiligenbeil außerdem eine Landwirtschaftsschule, die in der ganzen Provinz einen guten Namen hatte.
1927 wurde sie geschlossen. Das Schulgebäude ging an die neu gegründete Mittelschule über. Darüber hinaus gab es in Heiligenbeil eine Fortbildungsschule, die später zur Berufsschule wurde, und seit 1927 eine landwirtschaftliche Winterschule für junge Bauern.
Bis etwa 1900 war die Stadt an der Jarft vorwiegend eine Ackerbürger- und Handwerkerstadt. In früheren Zeiten spielten die Brauer die führende Rolle in ihrer Wirtschaft. Später gewannen auch die Handwerker an Bedeutung und Einfluss, indem sie in den Rat und damit in die Stadtverwaltung einzogen.
Gruppenfoto der Schüler vor dem Schulgebäude.
Nach den für Preußen siegreichen Kriegen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhielten in Heiligenbeil gleich mehrere Industriezweige einen Entwicklungsschub.
Arbeiter und Angestellte (oben) der „Ostdeutschen Maschinenfabrik“.
Der einfache Schmied Rudolf Wermke (Rudolf Wermke) aus Stolzenberg (Stolzenberg) errichtete 1869 in der Stadt eine Schmiede, die er nach und nach vergrößerte, da seine Pflüge sehr gefragt waren. Nach Wermkes Tod wuchs das Unternehmen zur „Ostdeutschen Maschinenfabrik“ (Ostdeutsche Maschinenfabrik) heran, die verschiedene landwirtschaftliche Geräte herstellte. Ihr Markenzeichen waren zwei gekreuzte Äxte, und dank der Qualität ihrer Erzeugnisse war sie nicht nur in der Heimat beliebt. Auch die Einrichtungen, die die Leiter dieser Heiligenbeiler Maschinenfabrik (F. Bartels / F. Bartels, ab 1938 Heßmer) für Arbeiter und Angestellte schufen, waren vorbildlich.
Die Getreidemühle, die noch aus der Ordenszeit stammte, ging 1828 in den Privatbesitz der Müllerfamilie Dous (Dous) und 1844 in den der Familie Zarniko (Zarniko) über.
Im Sommer 1918 wurde sie von der „Ein- und Verkaufsgenossenschaft“ erworben und unter der Leitung ihres Direktors Franz Wunderlich (Franz Wunderlich) zu einem Industriebetrieb ausgebaut, der jährlich Zehntausende Zentner Getreide vermahlte und absetzte.
Nach dem Ersten Weltkrieg warfen die Sägewerke von Carl Stolt und Eugen Hinzke (Carl Stolt & Eugen Hinzke) beträchtlichen Gewinn ab. Sie belieferten Stadt und Kreis Heiligenbeil mit Holz. Die Firma „Fritz Werning & Co.“ (Fritz Werning & Co.), die am 1. Oktober 1900 aus den Sägewerken von Laubschat und Becker (Laubschat und Becker) hervorgegangen war, entwickelte sich zu einem Großbetrieb mit einem Dampfsägewerk in Rosenberg (Rosenberg) und einem Baugeschäft, zu dem auch eine Rohrgewebefabrik in Heiligenbeil gehörte. Sie führte zahlreiche Hoch-, Tief- und sonstige Bauvorhaben in Heiligenbeil und Umgebung aus.
Fritz Dick, der letzte Heiligenbeiler Wunderdrechsler, bei der Arbeit.
Um 1875 gründete Hermann Eggert ein Unternehmen, das dank seiner Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Emil Becker bis zum Ende des Ersten Weltkriegs unter dem Namen „Maschinenfabrik Eggert und Becker“ (Maschinenfabrik Eggert und Becker) einen gewissen Bekanntheitsgrad genoss.
Das berühmte "Heiligenbeiler Tönnchen" mit Puppengeschirr.
Das Unternehmen ging in Konkurs, und der Maschinenbauingenieur Pritzkuleit (Pritzkuleit) baute an seiner Stelle einen neuen Betrieb auf, dessen Wert vor allem dank einer großen Tankstelle an der Königsberger Straße stieg.
Seit 1914 bestand in Rosenberg das Kalksandsteinwerk von Werner Frischbutter (Werner Frischbutter), das zuvor Riedel (Riedel) gehört hatte. Die Steine aus diesem Werk waren sehr gefragt. Die Erzeugnisse des Heiligenbeiler Zementwarenwerks „Flakowski und Przygodda“ (Flakowski und Przygodda) wurden vor allem für den Bau von Brunnen und Pumpen verwendet.
In den 1930er Jahren ließen sich in unserer Stadt außerdem das Bauunternehmen „Erich Komos“ (Erich Komos), das Leichtmetallwerk „Gerlach“ (Gerlach) und die Puddingfabrik „Döhler“ (Döhler) nieder.
1936–37 wurde als spezialisierter Rüstungsbetrieb in Verbindung mit einem Flugplatz und einer Luftwaffeneinheit bei der Stadt ein Fliegerhorst errichtet, der zum größten Industriekomplex im Kreis wurde. Dort wurden vor allem Teile für Militärflugzeuge hergestellt. Ebenso wurde dort das Gerät der Luftwaffe (Luftwaffe) gewartet und instand gesetzt. Rund 3000 Beschäftigte des neuen Betriebs, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands hierher gezogen waren, trugen wesentlich zur Entwicklung der Stadt bei.
Erstklässlerinnen aus Heiligenbeil.
Mit jedem neuen Betrieb und seit Mitte der 1930er Jahre auch durch die Verlegung immer neuer Truppenteile wuchs die Einwohnerzahl Heiligenbeils. 1871 lebten in unserer Stadt 3385 Einwohner,
1891 waren es 3810,
1910 – 4821,
1925 – 5178,
1933 – 5623,
1939 – 12 100 Einwohner.
Von 1871 bis 1910 betrug der Zuwachs 142 %, von 1925 bis 1939 203 %, und vergleicht man die Einwohnerzahlen von 1871 und 1939, so ergibt sich ein Zuwachs von 357 %! In knapp 70 Jahren wuchs die Bevölkerung unserer Stadt auf mehr als das Dreieinhalbfache. Im Kriegsjahr 1944 lebten in Heiligenbeil über 16 000 Menschen. Wie hoch dabei die Zahl der ständigen Einwohner war, ist allerdings nicht bekannt.
Der wirtschaftliche Aufschwung wurde erst durch die Nutzung technischer Errungenschaften möglich.
Neben dem Bau eines Schlachthofs wurden eine Gasleitung, eine Wasserleitung und eine Kanalisation angelegt. Die Stadt wurde elektrifiziert. Das 1887 errichtete Kreiskrankenhaus wurde 1931 und 1937 erweitert und modernisiert. In seinem Gebäude war auch das Staatliche Gesundheitsamt untergebracht.
Die Apotheke wird erstmals 1709 erwähnt. Sie gehörte nacheinander den Familien Falz (Falz), Weinberger (Weinberger), Friebel (Friebel), Brickmann (Brickmann), Wittrin (Wittrin), Sonntag (Sonntag), Eichholz (Eichholz ) und ab 1895 Mertens (Mertens).
Das neue Heiligenbeiler Kreishaus.
Als das Kreisverwaltungsgebäude am Feyerabendplatz für die gewachsenen Verwaltungsaufgaben des Kreises zu klein geworden war, ließ die Kreisverwaltung 1923–24 an der Königsberger Straße ein für provinzielle Verhältnisse stattliches Kreishaus (Kreishaus) errichten, das das Jahr 1945 fast unbeschädigt überstand.
Der Feyerabendplatz mit dem Denkmal für Kaiser Wilhelm I.
Der Entwicklungsdrang der Stadt zeigte sich im Bau nicht nur einzelner neuer Häuser, sondern ganzer Viertel: der Wohnsiedlung hinter dem Kreishaus, bei den Kasernen und vor allem der „Gartenstadt“ (Gartenstadt) zwischen dem „Fabrikerberg“ (Fabrikerberg) und dem Ortsteil Rosenberg. Heiligenbeil erstreckte sich über 5 km in nordöstlicher Richtung von der Siedlung Süd (Siedlung Süd) entlang der alten Waltersdorfer Kunststraße (Waltersdorfer Kunststraße) und vom Industriewerk bis zum Hafen Rosenberg.
Neben den neuen Gebäuden des Amtsgerichts und des Finanzamts wurde auch das Haus der Redaktion der „Heiligenbeiler Zeitung“ (Heiligenbeiler Zeitung) zu einer Zierde der Stadt.
Aus einer unbedeutenden Druckerei hervorgegangen, konnte das Unternehmen seit den 1920er Jahren mit Hilfe moderner Druckmaschinen große Fremdaufträge ausführen und die Tageszeitung „Heiligenbeiler Zeitung“ drucken, die später in „Natanger Tageblatt“ (Natanger Tageblatt) umbenannt wurde. In den blutigen Tagen des März 1945 wurde hier die letzte Zeitung für den noch verbliebenen deutschen Teil Ostpreußens gedruckt.
Bürgermeister und Stadtväter sorgten auch für Grünanlagen und öffentliche Plätze: Auf einer ehemaligen Wiese entstand der bei den Bürgern beliebte Feyerabendplatz mit den Denkmälern für Bürgermeister August Feyerabend (August Feyerabend) und Kaiser Wilhelm I. (Wilhelm I). Neben dem parkähnlichen Schützengarten wurde zu Ehren von Bürgermeister Louis Schröder (Louis Schröder) der Louis-Schröder-Platz (Louis-Schröder-Platz) angelegt, der sich über dem Tal der Jarft erhebt.

Von dort führte der Philosophenweg am Ufer der Jarft entlang zu den Schleusen und zum Wasserfall. Beliebte Orte waren auch der Lutherplatz, der Sportplatz und die Badeanstalt.
Der Lutherplatz und die Turmspitze der katholischen Kirche.
Und wer die malerische Umgebung genießen wollte, wanderte zum Tannenwäldchen, auf den Maiberg (Maiberg) am Bahnautal (Bahnautal) bei Wermten (Wermten), nach Damerau (Damerau), in den Hospitalwald (Hospitalwald) mit dem herrlichen Jarfttal und dem Lateinerberg (Lateinerberg), unternahm Wanderungen an der Haffküste bei Foliendorf (Foliendorf) und Leisuhnen (Leisuhnen), streifte über die hügelige Seeküste bei Balga und durch den Büsterwald (Büsterwald), stieg zu der erhabenen Ruine der Ordensburg in Balga hinauf, besuchte dort auch das Heimatmuseum und genoss die herrlichen Rundblicke. Welch vertraute und geliebte Heimatwege und Heimatnamen! Sie leben in unseren Herzen und in unserer Erinnerung fort.
Früher war Heiligenbeil nicht sonderlich bekannt, doch nach dem schrecklichen Winter 1944–45 ist es in die Geschichte eingegangen.
Es war Zuflucht und Tor für mehr als eine Dreiviertelmillion Vertriebene, Verfolgte, Mittellose und Verwundete, die durch eisige Nächte, Sturm und Schnee, in Angst und Hast über die schwankende Eisdecke des Frischen Haffs den schweren Weg ins Ungewisse antraten, um Leid und Tod zu entgehen. Und doch war es Hunderten von ihnen bestimmt, in unserer Stadt zu bleiben – Anfang März 1945 wurden allein hier rund tausend Flüchtlinge begraben. Ende März 1945 wurde Heiligenbeil in schwersten Kämpfen völlig in Trümmer gelegt.
ANMERKUNGEN
1.Natangen (Natangen) heißt das Gebiet am Südufer des Pregels (Pregel, heute Pregolja). Im Westen grenzt Natangen an das Frische Haff (Frisches Haff, Kaliningrader Haff). Östlich von Natangen liegt Barten (Barten), südlich das Ermland (Ermland).
2.Städtekrieg (Preußischer Städtekrieg, 1454–1466) – eine andere Bezeichnung für den Dreizehnjährigen Krieg (dt. Dreizehnjährige Krieg) zwischen dem Königreich Polen und dem Deutschen Orden. Der Name rührt daher, dass der Krieg mit einem Aufstand der preußischen Städte gegen die Herrschaft des Ordens begann und die Städtebünde, vor allem der Preußische Bund, eine Schlüsselrolle bei den Kampfhandlungen spielten. Infolge des Krieges erhielt Polen Zugang zur Ostsee, und der Deutsche Orden wurde Vasall der polnischen Krone.
3.Reiterkrieg (dt. Reiterkrieg, 1519–1521) – eine andere Bezeichnung für den Polnisch-Deutschordenskrieg, der 1521 mit einem Waffenstillstand endete.
4.Die sogenannte „Bürgerschule“ (acht- bis zehnklassig; 18.–19. Jh.)
Quelle
Fotos
Bildarchiv Ostpreußen bildarchiv-ostpreussen.de.
● Anmerkung der Redaktion: Lesen Sie auf VisitPrussia.com das Interview mit der Übersetzerin deutscher und insbesondere preußischer Märchen, unserer ständigen Autorin Tatjana Koliwai, die einen eigenen Blog führt, in dem unzählige weitere Gleichnisse, Legenden und Märchen in ihrer Übersetzung veröffentlicht sind.
Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.

