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Die tragische Odyssee der „Prussia“

Die tragische Odyssee der „Prussia“

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Staatliche Museum Ostpreußens das Zentrum des kulturellen Lebens unserer Region. Im Königsberger Schloss vereinte es die örtliche Gemäldegalerie, eine Sammlung angewandter Kunst und das archäologische Museum „Prussia“. Ohne die Bedeutung der Malerei und des alten Kirchengeräts schmälern zu wollen, darf man wohl sagen, dass für das Verständnis der Geschichte der Region sein wichtigster Bestandteil die weltberühmte Sammlung prußischer Altertümer war – von ihrem tragischen Schicksal soll im Folgenden die Rede sein.

Die Prußen haben ein außerordentlich reiches archäologisches Erbe hinterlassen. Im 18. und 19. Jahrhundert entstand in Königsberg eine der bedeutendsten archäologischen Sammlungen Europas. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts umfasste sie nach unterschiedlichen Angaben zwischen 250.000 und 450.000 Objekte, darunter Keramik, Waffen, Schmuck, Münzen, Gegenstände des täglichen Gebrauchs und vieles mehr.

Der Beginn des 18. Jahrhunderts gilt als Entstehungszeit der „Königsberger Schule“ der Archäologie. Zahlreiche Veröffentlichungen jener Zeit weckten in der ostpreußischen Gesellschaft das Interesse an der Frühgeschichte der Region. In seinem 1720 erschienenen Buch Litographia Angerburgica hat der Botaniker Georg Andreas Helwing aus Angerburg (heute Węgorzewo, Polen), der sich für prußische Altertümer begeisterte und selbst ein altes Gräberfeld ausgrub, seine archäologischen Funde nicht nur erstmals beschrieben, sondern auch den Versuch einer wissenschaftlichen Bewertung unternommen. Ihre größte Bekanntheit erlangte die Schule in den 1920er- und 1930er-Jahren unter Max Ebert, Professor an der Königsberger Universität Albertina, und danach unter Carl Engel, einem deutschen Vorgeschichtsforscher und führenden Archäologen Ostpreußens – einem überzeugten Verfechter der Methode der „Siedlungsarchäologie“.

Aus den Beständen des Kaliningrader Museums für Geschichte und Kunst

Als Blütezeit der „Prussia“ mit einer außergewöhnlich fruchtbaren Feld- und Forschungstätigkeit gelten das letzte Jahrzehnt des 19. und das erste Vierteljahrhundert des 20. Jahrhunderts.

Ernst August Hagen

(1797, Königsberg – 1880, Königsberg)

Nach dem Abschluss des Altstädtischen Gymnasiums nahm er 1816 das Studium an der Albertina auf, wo er Naturwissenschaften und Medizin studierte. 1821 wurde er promoviert, wandte sich danach jedoch der Kunstgeschichte und der Literatur zu und schrieb Versdichtungen, die sogar Goethe zu schätzen wusste.

1825 wurde Hagen Professor, und 1830 übernahm er den ersten Lehrstuhl für Kunstgeschichte in Preußen. Mit seiner tatkräftigen Unterstützung entstanden in Königsberg eine Gemäldegalerie, die Kunstakademie, die Gesellschaft „Prussia“ und das gleichnamige Altertumsmuseum.

Ernst August Hagen blieb fast bis zu seinem Lebensende in das kulturelle Leben Königsbergs eingebunden, verfasste mehrere Arbeiten zur Geschichte Preußens sowie ein Buch über die Geschichte der Königsberger Theater.

Sein Vater, Karl Gottfried Hagen (1749–1829), war Pharmazeut, Professor für Physik, Chemie, Botanik und Mineralogie an der Königsberger Universität und Begründer der Pharmazie als Wissenschaft.

Ernst Augusts älterer Bruder, Carl Heinrich Hagen (1785-1856), war Professor für Recht und Ökonomie und hoher Regierungsbeamter. Die jüngere Schwester, Florentine Hagen (1800–1838), heiratete den Physiker und Mathematiker Franz Ernst Neumann (1798–1895), die ältere – Johanna Hagen (1794–1885) – den Astronomen und Physiker Friedrich Bessel (1784–1846).

1945 endete die jahrhundertelange Geschichte der deutschen Provinz – nach dem Ausgang des Zweiten Weltkriegs wurde sie zwischen Litauen, Polen und Russland (damals der UdSSR) aufgeteilt. Auch die Sammlung des Prussia-Museums wurde in Stücke gerissen: Ein Teil ging damals für die Weltwissenschaft unwiederbringlich verloren, ein anderer wurde in alle Welt verstreut, und nur sehr wenig kehrte nach einer Reihe von Irrwegen in das Kaliningrader Gebietsmuseum für Geschichte und Kunst zurück.

Das goldene Zeitalter

Dass Mitte des 19. Jahrhunderts in Ostpreußen eine herausragende archäologische Sammlung entstand, die den Grundstock für das künftige Museum legte, ist das Verdienst von Enthusiasten und Liebhabern, keineswegs aber von Berufsarchäologen. Eine solche Wissenschaft gab es damals schlicht und einfach noch nicht.

Alles begann im 18. Jahrhundert, als in Mohrungen (Kreis Königsberg, heute Morąg, Polen) die Physikalisch-Ökonomische Gesellschaft entstand, die gegründet worden war, um Neuerungen in der Landwirtschaft der Provinz einzuführen. Mit der Verlegung ihres Sitzes nach Königsberg im Jahr 1798 änderte sich jedoch die Ausrichtung ihrer Tätigkeit. Nun befasste sich die Vereinigung mit Laienarchäologie und Ethnographie und versammelte Menschen, denen die vorgeschichtliche Vergangenheit der Provinz am Herzen lag. Vertreter der unterschiedlichsten Berufe griffen zum Archäologenspaten – Handwerker, Kaufleute, Künstler, Staatsbeamte, Universitätsgrößen –, und sie betrachteten ihre Mitwirkung nicht bloß als Hobby, sondern als Ehrensache. Sie legten den Grundstein für die Sammlung „Prussia“ – ein Museum, das weltweit Berühmtheit erlangen sollte.

Am 19. November 1844, während der Feierlichkeiten zum 300-jährigen Jubiläum der Königsberger Universität Albertina, wurde bei der Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft eine Abteilung für Vorgeschichte gegründet, die sich als eigenständige Altertumsgesellschaft verselbständigte und den Namen „Prussia“ erhielt.

Zu ihrem Vorsitzenden wurde Professor Ernst August Hagen gewählt, der an der Universität den ersten Lehrstuhl für Kunstgeschichte in Preußen innehatte. Die Gesellschaft wollte die Geschichte erforschen, Volkslieder und Sagen des alten Preußen – des Landes zwischen Weichsel und Memel – sammeln sowie sich dem „Sammeln und Erhalten preußischer Altertümer und Kunstwerke jeder Art…“ widmen. In der Praxis aber wurden die Suche, Erforschung und Bewahrung archäologischer Funde aus dem Gebiet der Provinz zu ihrem Haupttätigkeitsfeld.

Die Ergebnisse der Arbeit der Gesellschaft wurden in einer regelmäßig erscheinenden Zeitschrift veröffentlicht, die ebenfalls „Prussia“ hieß. Einer ihrer ständigen Autoren war Georg Bujack, der das Projekt von 1878 bis zu seinem Tod 1891 leitete. Sein Nachfolger wurde Adalbert Bezzenberger, Dozent für vergleichende Sprachwissenschaft und Alte Geschichte an der Königsberger Universität, der ein Vierteljahrhundert (1891–1916) an der Spitze der „Prussia“ stand und sich, wie der Kunsthistoriker Richard Dethlefsen schrieb, „durch eifrige Arbeit mit dem Spaten und noch eifrigere Arbeit als Gelehrter“ einen Namen machte.

Universitätsbibliothek in der Königstraße 65/67

Erster Aufbewahrungsort der von den einheimischen Laienarchäologen zusammengetragenen Sammlung war die Universitätsbibliothek in der Königstraße 65/67 (auf dem Foto oben; heute steht an dieser Stelle das völlig unscheinbare Haus Nr. 37–41 in der Frunse-Straße).

Hier wurde 1876 (nach manchen Angaben 1878) auf der Grundlage der Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft das Ostpreußische Provinzialmuseum eröffnet. Zu seinem Direktor wurde Otto Tischler ernannt, einer der führenden deutschen Historiker, der als Begründer der prußischen Archäologie als Wissenschaft gilt – zugleich Bibliothekar und Kustos der Sammlung der Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft. Er führte eigene Ausgrabungen durch und schuf anhand des Materials aus dem Gräberfeld Dollkeim (Kowrowo, Rajon Selenogradsk) eine wertvolle chronologische Grundlage. Der Bericht über die Ergebnisse seiner Forschungen erschien im ersten Katalog des Museums, der 1879 herauskam. Bis heute stützt sich die europäische Archäologie auf ein chronologisches System, das im Grunde ein Laienarchäologe geschaffen hat. Tischler, der Begründer der prußischen archäologischen Schule, hat – wie auch seine Kollegen – dieses Fach nie studiert.

1879, nach dem Ende der Grabungssaison, veranstaltete Otto Tischler eine Ausstellung seiner archäologischen Funde im Königsberger Hotel de Prusse – zu jener Zeit verfügte die Gesellschaft noch über keine eigenen ständigen Räume. Die Ausstellung besuchte sogar Kronprinz Friedrich Wilhelm, der später als Friedrich III. König von Preußen und Deutscher Kaiser wurde.

Aus den Beständen des Kaliningrader Museums für Geschichte und Kunst

Otto Tischler

(1843, Breslau – 1891, Königsberg)

Der deutsche Archäologe Otto Tischler, Begründer der prußischen Archäologie und der prußischen archäologischen Schule, studierte an den Universitäten Königsberg und Heidelberg Chemie, Mathematik und Physik. Nach der Teilnahme am Deutschen Krieg von 1866 und am Deutsch-Französischen Krieg begeisterte er sich für prußische Altertümer und widmete fast sein ganzes Leben seiner Leidenschaft – der Archäologie und der Vorgeschichtsforschung; er führte zahlreiche Ausgrabungen in Ostpreußen durch.

1865 trat er der in Königsberg gegründeten Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft bei, leitete ab 1869 ihre Bibliothek und verwaltete anschließend die archäologische Sammlung. 1880 wurde er an der Universität Leipzig zum Doktor der Philosophie promoviert. Er war Ehrenmitglied der Niederländischen Gesellschaft für Anthropologie und Archäologie, Mitglied der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte sowie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Der Besuch des Thronfolgers erwies sich als äußerst nützlich. Der künftige Monarch war so beeindruckt, dass er 1881 den Exponaten des Museums fünf Räume im Nordflügel des Königsberger Schlosses zuwies und dem Museum die Sammlung einheimischer Altertümer aus dem Königlichen Staatsarchiv zur Aufbewahrung übergab.

Im selben Jahr wurde im Königlichen Schloss ein Museum mit dem inoffiziellen Namen „Prussia“ eröffnet. Zudem flossen bis zum Tod Friedrichs III. regelmäßig Gelder in die Kasse der Gesellschaft, was es unter anderem ermöglichte, weiterhin die Zeitschrift herauszugeben, die über die Tätigkeit der Gesellschaft berichtete und Geschichte und Archäologie einem breiten Publikum nahebrachte.

Die Ausstellung der „Prussia“ wuchs ständig, nicht zuletzt dank privater Sammler, die das Museum bereitwillig unterstützten und ihm Altertümer aus ihren Sammlungen schenkten. Auch die Physikalisch-Ökonomische Gesellschaft teilte ihren angesammelten Bestand an Artefakten und übergab dem Museum fast alle seltenen Bücher. Es waren so viele, dass man einen eigenen Raum für die Bibliothek suchen musste, deren Bestand zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast 5000 Bände umfasste.

Bei einer solchen Fülle und Vielfalt an Exponaten erfreute sich das Museum nicht nur in der ostpreußischen Provinz, sondern auch weit über ihre Grenzen hinaus großer Beliebtheit. 1903 wurde mit 12.503 Besuchern eine für eine solche Einrichtung damals rekordverdächtige Zahl verzeichnet. Viele namhafte europäische Gelehrte besuchten es und schrieben auf der Grundlage des Museumsmaterials ihre wissenschaftlichen Arbeiten, darunter Gustaf Kossinna, Professor für deutsche Archäologie an der Berliner Universität, Vorgeschichtsforscher und Begründer der Methode der „Siedlungsarchäologie“, der schwedische Archäologe Nils Åberg, Professor an der Universität Stockholm und Mitbegründer der typologischen Methode in der Archäologie, der deutsche Vorgeschichtler Martin Jahn, Professor am Lehrstuhl für Vorgeschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Direktor der Landesanstalt für Vorgeschichte in Halle, und viele andere.

Von Ruhe können wir nur träumen

Zwischen 1881 und 1923 wechselte die Sammlung mehrfach ihren Standort – unter anderem, weil sie immer größer wurde. Ab 1881 war das Museum zusammen mit der Bibliothek im Nordflügel des Königsberger Schlosses untergebracht. 1904 kehrte es in die Königstraße 65/67 zurück. 1905 wurde die vorgeschichtliche Sammlung des Ostpreußischen Provinzialmuseums durch Vermittlung der Provinzialregierung dem Prussia-Museum übergeben. 1914 wurde das Museum wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs für fast zwei Jahre für Besucher geschlossen. 1923 zog es in das dritte Obergeschoss des Südflügels des Königsberger Schlosses. Hier wurden vier Abteilungen eingerichtet: eine vorgeschichtliche, eine volkskundliche, eine für kirchliche Kunst der Ordenszeit, und im Moskowitersaal fand die „Halle der Fahnen der an der Schlacht bei Tannenberg beteiligten Regimenter“ Platz, die 1924 um eine Sammlung von Exponaten aus den Städtischen Kunstsammlungen ergänzt wurde. Im Juli desselben Jahres wurde eine neue Museumsausstellung eröffnet, die, wie Wladimir Kulakow in seinem Buch „Geschichte des Prussia-Museums“ schreibt, „den gesamten Komplex des westlichen Teils des von den Schlossbauten gebildeten Karrees einnahm“.

1925 konnte die Gesellschaft „Prussia“ wegen ernster wirtschaftlicher Schwierigkeiten das Museum nicht länger unterhalten und musste es der Provinzialverwaltung unterstellen, was sich auf die Erweiterung der Sammlung in dieser Zeit nicht gerade günstig auswirkte. Offiziell hieß das Museum nun Landeskundliches Provinzialmuseum. Außerhalb der Provinz nannte man es jedoch weiterhin nicht anders als „Prussia-Sammlung“.

Im Königsberger Schloss befanden sich die Verwaltung der ostpreußischen Museen und das Prussia-Museum; 1921 zogen die Städtischen Kunstsammlungen in den Südostteil des Schlosses, von 1942 bis Februar 1944 war hier das Bernsteinzimmer untergebracht.

Königsberger SchlossDas Königsberger Schloss zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

In den 1930er-Jahren geriet die Gesellschaft „Prussia“ unter den Einfluss des damals in der deutschen Archäologie populären ethnischen Konzepts, das der deutsche Archäologe und Volkskundler Wilhelm Gaerte propagierte – seit 1922 Direktor des Museums und seit 1926 Vorsitzender der Gesellschaft „Prussia“. Bekannt wurde er dadurch, dass er 1929 in Königsberg das erste reich illustrierte populärwissenschaftliche Buch über prußische Altertümer herausgab: Urgeschichte Ostpreussens.

Wilhelm Gaerte

(1890, Eydtkuhnen – 1958, Hannover)

Wilhelm Gaerte war ein deutscher Archäologe und Volkskundler. Zu seiner Zeit galt er als der bedeutendste Kenner der Vorgeschichte Ostpreußens. Ab 1909 studierte er an der Königsberger Universität Klassische Archäologie, Philologie und Volkskunde. 1914 wurde er promoviert. 1925 übernahm er den Direktorenposten des Prussia-Museums und machte es zum führenden Regionalmuseum im Osten des Deutschen Reiches.

Wegen seiner eingeschränkten Kooperationsbereitschaft und „unklarer Beziehungen zu den Polen in Masuren“ wurde er 1938 von den Nationalsozialisten aus der Deutschen Zentrumspartei ausgeschlossen. Nach der Flucht aus Ostpreußen 1945 ließ er sich in Niedersachsen, in Hannover, nieder.

Bis heute dient es Archäologen in aller Welt, auch in Russland, als Fundgrube für Informationen über Funde, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert in der Provinz gemacht wurden. Unter Gaertes Leitung wurden die archäologischen Forschungen intensiviert, wodurch die Museumssammlung wieder Zuwachs erhielt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland kam die wissenschaftliche Arbeit des Prussia-Museums praktisch zum Erliegen. Die neuen Machthaber verlangten, dass Geschichte dem Volk im Einklang mit ihrer Ideologie vermittelt werde und zur Begründung menschenverachtender Ideen rassischer Überlegenheit beitrage.

Schon 1930 hatte Gustaf Kossinna auf einem Archäologenkongress in Königsberg dazu aufgerufen, die Geschichte so zu deuten, dass das Erscheinen deutscher Eroberer in Preußen im 13. Jahrhundert als unausweichlich erklärt werde.

Am 10. Dezember 1934 hörte die Gesellschaft „Prussia“ auf, eigenständig zu bestehen, und ging im Zuge der „Gleichschaltung“ im Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte auf – unter der Leitung ebenjenes Wilhelm Gaerte.

1936 wurde die Sammlung wegen Platzmangels im Königsberger Schloss geteilt. Die vorgeschichtliche Abteilung zog in das Gebäude der Freimaurerloge „Zu den drei Kronen“ am Hintertragheim 31 (heute Sergejew-Straße 2). Das Haus erwies sich jedoch als zu eng für ihre archäologische Sammlung (genauer gesagt für die sogenannte Lehrsammlung, die zuvor in den Depots des Museums aufbewahrt worden war) und die ebenfalls hierher verlegte Bibliothek. Die Schausammlung der vorgeschichtlichen Abteilung blieb in den Sälen des Südflügels des Schlosses.

Am 1. Juni 1938 wurde die vorgeschichtliche Abteilung aus der Zuständigkeit des Museums herausgelöst, umgestaltet und in „Landesamt für Vorgeschichte Königsberg“ umbenannt; geleitet wurde es von dem Archäologen Wolfgang La Baume, dem staatlichen Pfleger der Heimatmuseen.

Aus den Beständen des Kaliningrader Museums für Geschichte und Kunst

Vor dem Zweiten Weltkrieg umfasste die Prussia-Sammlung mehr als 400.000 Exponate.

Obwohl die wissenschaftliche Arbeit in dieser Zeit praktisch eingestellt war, förderte der Gauleiter Ostpreußens, Erich Koch, Ausstellungen nach Kräften. 1937 etwa half er, im Westflügel des Schlosses eine Präsentation der Ergebnisse der jüngsten Ausgrabungen deutscher und schwedischer Archäologen am Wikingergräberfeld von Wiskiauten (heute Mochowoje, Rajon Selenogradsk, Gebiet Kaliningrad) zu organisieren.

Mit der Wende im Kriegsverlauf wurde die Sammlung der „Prussia“ 1943 erneut zersplittert. Wegen der Gefahr britischer Luftangriffe wurde der größte Teil der Lehrsammlung – hauptsächlich Metallobjekte – sowie das gesamte Grabungsarchiv nach Carlshof bei Rastenburg (heute Karolewo, Woiwodschaft Ermland-Masuren, Polen) ausgelagert. Auch für alles Übrige gab es, wie sich später herausstellen sollte, Pläne – doch nicht alle sollten sich erfüllen...

Kriegswirren

1944 wurde im ersten Obergeschoss des Südflügels die letzte Ausstellung vorbereitet – „Das Pferd in der Vorgeschichte Ostpreußens“. Kuratiert wurde sie wiederum von La Baume, der unter anderem ein Fachmann für baltisches Pferdegeschirr war. Leider wurden die ausgestellten Stücke nach Angaben des Kurators selbst bei einem Brand, der nach dem Treffer einer englischen Bombe im Schloss ausbrach, vollständig vernichtet. Bei jenem Bombenangriff auf das Zentrum Königsbergs und dem Schlossbrand am 30. August 1944 wurde besonders der Moskowitersaal schwer beschädigt. Erhalten blieben nur einige der dort aufbewahrten Gegenstände aus Metall und Knochen, die 1951 vom ersten Kaliningrader Architekten Arseni Maximow entdeckt und später von ihm an das örtliche Heimatmuseum verkauft wurden. Nach den Exponaten suchte er zusammen mit einem gewissen Bürger (vermutlich einem Ausländer) namens Neumann.

Obwohl im Moskowitersaal vor dem Bombenangriff unter anderem viele Gegenstände aus Edelmetall aufbewahrt wurden, kehrten nur Stücke aus Eisen und Knochen ins Museum zurück...

Aus den Beständen des Kaliningrader Museums für Geschichte und Kunst

Die seltenen Exponate aus dem Südflügel des Königlichen Schlosses wurden leider nie evakuiert. Zahlreiche Artefakte fand im Sommer 1945 eine Gruppe um den sowjetischen Archäologen Professor Alexander Jakowlewitsch Brjussow (den leiblichen Bruder des Dichters Waleri Brjussow). Die gesammelten Museumsschätze wurden in 30 Munitionskisten verpackt und unter Bewachung von Soldaten der Königsberger Kommandantur nach Moskau geschickt, an das Komitee für Angelegenheiten der Kultureinrichtungen beim Ministerrat der RSFSR. Unterwegs jedoch verschwanden sie auf rätselhafte Weise spurlos und erreichten die Hauptstadt der UdSSR nie.

Ende der 1950er-Jahre fing der KGB der UdSSR einen Brief des ehemaligen Kustos der Prussia-Sammlung, Wolfgang La Baume, ab, der damals in Westdeutschland lebte. Seinem Bekannten, dem polnischen Professor Jerzy Antoniewicz, schrieb er, die Exponate der „Prussia“ seien im April 1945 unversehrt gewesen und hätten sich vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in der Provinzhauptstadt befunden. In dem Brief erwähnte er den Ortsnamen Quednau und das Fort III von Königsberg. Genau dort sei, seinen Worten nach, ein Teil der Schätze der legendären Sammlung versteckt worden. Das bewies, dass es den Nationalsozialisten nicht gelungen war, alle Exponate des Museums aus Königsberg fortzuschaffen. Auf Grundlage dieser Informationen bildete die Sowjetregierung eine Kommission zur Suche nach verlorenen Kulturgütern und schickte sie in geheimer Mission in die ehemalige Provinzhauptstadt, zum Fort Nr. 3. So entstand die als „Streng geheim“ eingestufte Akte Nr. 13 über die Suche nach den preußischen Schätzen. Die Suche blieb jedoch ergebnislos. In einem 3 x 5 m großen Raum fand man lediglich einen Haufen leerer Kisten. Man kann nur vermuten, dass es eben jene Kisten waren, die auf dem Weg nach Moskau verschwunden waren. Nach der Zerstörung des Schlosses wurde die Akte Nr. 13 geschlossen. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass es im Fort III keine Schätze gebe. Und selbst wenn sie dort gewesen sein sollten, hätten die „Neusiedler“ sie im Laufe des Jahres 1945 schlicht geplündert.

Um die Jahreswende 1944/1945 wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten zwei Waggons mit Museumsgut nach Vorpommern auf das Gut Broock bei Demmin geschickt. Allerdings erreichte nur einer sein Ziel; sein Inhalt wurde unverschlossen auf dem Dachboden des Schlosses abgestellt, frei zugänglich für die im Erdgeschoss untergekommenen Flüchtlinge. Die wertvolle Fracht des zweiten Waggons, der wegen eines technischen Defekts das Gut Broock nicht erreichte, wurde in einem leerstehenden Friseurladen in Demmin ausgeladen. Das weitere Schicksal dieses Teils der „Prussia“ ist unbekannt.

Im April 1946 bemerkte der Kaufmann und spätere Direktor des Kreisheimatmuseums in Demmin, Lothar Diemer, dass Kinder in der Nähe des Schlosses mit Steinäxten spielten.

Aus den Beständen des Kaliningrader Museums für Geschichte und Kunst

Adalbert Bezzenberger

(1851, Kassel – 1922, Königsberg)

Deutscher Philologe und Archäologe, Hochschullehrer an den Universitäten Göttingen und Königsberg, Begründer der Baltistik. Ab 1894 korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Er war der Sohn des Germanisten Heinrich Bezzenberger. Nach dem Abschluss des Gymnasiums in Kassel trat er 1869 in die Fußstapfen seines Vaters und studierte Germanistik an der Universität Göttingen. Unter dem Einfluss von Theodor Benfey gab er sie jedoch auf und wandte sich der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft zu. 1872 verteidigte er eine Dissertation in vergleichender Sprachwissenschaft. 1873 wechselte er an die Universität München, wo er sich für die Indogermanistik zu interessieren begann.

1874 habilitierte sich Bezzenberger in Göttingen und wurde Privatdozent. 1879 wurde er Mitbegründer der Litauischen Literarischen Gesellschaft sowie ordentlicher Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Sanskrit an der Königsberger Universität. Hier legte er die Grundlagen der Baltistik und widmete sich der baltischen Archäologie. 1884 wurde er zum Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt. Im Studienjahr 1890/91 war Bezzenberger Prorektor der Königsberger Universität, in den Studienjahren 1919/20 und 1920/21 ihr Rektor.

Zu Ehren von Adalbert Bezzenberger wurde in Königsberg eine Straße benannt.

Er verfasste einen ausführlichen Bericht über die Plünderung und Verwüstung der archäologischen Funde: „Ich fand Teile der Prussia-Sammlung [...] in einem der Räume des Schlosses in unglaublich verwahrlostem Zustand [...] Offenbar hat die Sammlung verschiedenste Beschädigungen erlitten. Hier wurde ganz offensichtlich systematisch nach Gold und Silber gesucht, denn ich fand zahlreiche hastig aufgerissene Päckchen…“ Alle Kartons waren ausgepackt, fast das gesamte Papier zerknüllt oder in Fetzen gerissen. Große Tafeln zerrissen. Und so überall. Diemer vermutete, dass die Unterlagen zum Feuermachen in der Küche verwendet worden waren.

Die Reste der Prussia-Sammlung rettete der Kaufmann und bewahrte sie bis 1949 in seinem Lager auf; von dort wurden sie (125 Holzkisten) in Begleitung von Wolfgang La Baume und Wilhelm Unverzagt nach Ost-Berlin gebracht und der Akademie der Wissenschaften übergeben. Doch auch dort war der „Prussia“ kein Glück beschieden: Durch unsachgemäße Lagerung und einen Wasserrohrbruch wurden die Exponate noch stärker beschädigt.

Aus irgendwelchen Gründen wurde das Schicksal der in Ost-Berlin verwahrten Prussia-Sammlung geheim gehalten, weshalb sie lange als verschollen galt. Erst 1990, nach fast 40 Jahren des Schweigens, wurden 80.000 Dokumente und 50.000 Objekte (hauptsächlich aus Eisen, Bronze, Silber, Stein, Glas, Textil und Leder) dem Museum für Ur- und Frühgeschichte in Ost-Berlin übergeben. Später, 1992, gelangten sie in das Staatliche Museum für Vor- und Frühgeschichte (Schloss Charlottenburg), wo sie bis heute aufbewahrt werden.

Der russische Historiker und Archäologe Wladimir Kulakow schreibt in seinem Buch „Geschichte des Prussia-Museums“: „Ein Teil der Sammlungen ... wurde später von Rotarmisten auf dem Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Allenstein (heute Olsztyn, Woiwodschaft Ermland-Masuren, Polen) entdeckt … Diese Artefakte entsprechen offenbar der ersten Partie des wegen der Bombengefahr ausgelagerten Hauptbestands des Prussia-Museums. Diese Materialien wurden, nach dem schriftlichen Zeugnis von W. La Baume, 1943 aus Königsberg nach Rastenburg/Carlshof (Kętrzyn/Karolewo, woj.Warmińsko-Mazurskie Polski) gebracht … wo sie teilweise, wie man annimmt, von Soldaten geplündert wurden … Auf Anraten von W. La Baume schickte der polnische Archäologe Jerzy Antoniewicz diese Funde 1959–1960 an das Museum für Ermland und Masuren in Olsztyn.“

Das Fort der Schätze

Als klar wurde, dass die Rote Armee jeden Moment in Königsberg einrücken würde, wurde der größte und wertvollste Teil der Prussia-Sammlung, der sich im Erdgeschoss des Südflügels des Königsberger Schlosses befand, versteckt. Wo, wussten die Kaliningrader Archäologen nicht. Lange glaubte man, er sei beim Brand des Schlosses nach dem Bombenangriff vernichtet worden. Sein weiteres Schicksal erwies sich jedoch als etwas verwickelter.

Die ersten Umsiedler kamen 1945 in das sowjetische Königsberg, in die Gegend von Sewernaja Gora. Sie bezogen alte Häuser. Den von den früheren Bewohnern zurückgelassenen Hausrat schafften sie fort, weil sie nichts „Feindliches“ behalten wollten. Die neuen Herren des örtlichen Lebens legten am Fort Nr. 3 „König Friedrich III.“ eine regelrechte Müllkippe an, und bald tauchten dort „Schwarzgräber“ auf, die sich wie Krähen auf die Berge weggeworfenen Krams stürzten. Die Geschichte der ehemaligen Provinz dürfte sie kaum interessiert haben. Sie suchten nach Wertsachen, Waffen, Metall – nach allem, womit sich Geld verdienen ließ. Das Fort III selbst blieb für sie jedoch unzugänglich, weil es vom Militär belegt war.

Unterdessen stießen Kaliningrader Einwohner zufällig auf manche Exponate. Gerüchten zufolge waren sogar goldene Kleinodien darunter. Ins Museum gelangten sie allerdings nie. Aus Silbermünzen machten Jungen Blinker zum Angeln oder behielten sie einfach als Andenken.

Fort Nr. 3 König Friedrich III.Fort Nr. 3 „König Friedrich III.“.

Wolfgang La Baume

(1885, Wurzen – 1971, Ludwigshafen)

Der deutsche Vorgeschichtler Wolfgang La Baume studierte 1903–1907 Naturwissenschaften in Jena und Berlin. 1908 wurde er promoviert und arbeitete als Assistent am Naturkundemuseum. Ab 1911 war er Kustos des Westpreußischen Provinzialmuseums in Danzig, 1923 wurde er dessen Direktor. Im selben Jahr gründete La Baume die Danziger Gesellschaft für Deutsche Vorgeschichte. 1924 erhielt er den Professorentitel für Vor- und Frühgeschichte an der Technischen Hochschule Danzig. Von 1928 bis 1933 leitete er den Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichte an der Königsberger Universität. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit führte La Baume zahlreiche archäologische Ausgrabungen am Unterlauf der Weichsel durch, deren Ergebnisse in seine Arbeiten zur Vorgeschichte der Region einflossen. 1938 wurde er zum Leiter des „Landesamts für Vorgeschichte Königsberg“ und zum staatlichen Pfleger der Heimatmuseen der Provinz ernannt. Nach der Vertreibung 1945 arbeitete La Baume im Museum vaterländischer Altertümer auf Schloss Gottorf in Schleswig und leitete ab 1950 die Abteilung für Vor- und Frühgeschichte des Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrats in Marburg. Sein Sohn Peter La Baume (1916–1977) war ebenfalls Vorgeschichtler.

Ab 1967 begannen im Fort Nr. 3 erste Untersuchungen, jedoch nur in Begleitung eines Offiziers – der Zugang zu dem Sperrobjekt, das bis Mitte der 1990er-Jahre als Militärlager diente, war beschränkt. Eine oberflächliche Besichtigung der Räume des Forts brachte keine Ergebnisse. 1981 wurde hier der Film „Befehl: die Grenze überschreiten“ gedreht, und vor den Dreharbeiten wurden die zugänglichen Räume des Forts gründlich aufgeräumt. Mit dem Müll könnten auch Museumsschätze der „Prussia“ auf die Deponie gewandert sein. Nachdem das Militär das Fort 1999 verlassen hatte, ging die Anlage in Privathand über. Wieder wurde aufgeräumt, wieder Müll abgefahren – mit allen sich daraus ergebenden Folgen. Die Fachwelt hielt die Sammlung zu dieser Zeit für verloren.

Doch etwas später, noch im selben Jahr 1999, tauchten auf den Antiquitätenmärkten von Kaliningrad, Moskau und Sankt Petersburg alte Gegenstände auf, von denen einige noch die berühmte Tischler’sche Beschriftung trugen. Die Fachleute des Kaliningrader Museums für Geschichte und Kunst vermuteten, dass es sich um Objekte aus der Prussia-Sammlung handelte, und sie irrten sich nicht. Die hinzugezogenen Beamten der Kriminalpolizei nahmen Ermittlungen auf, die sich als sehr erfolgreich erwiesen. Einer der Inhaber eines Antiquitätengeschäfts brachte dem Museum einige Gegenstände, die er kurz zuvor in Kommission genommen hatte. Die Ermittler, die den Verkäufern auf die Spur kamen, fanden bei ihnen dagegen sehr viel mehr – rund dreitausend archäologische Funde. Viele waren schwer beschädigt, einige nur noch in Fragmenten erhalten.

Die Mitarbeiter des Kaliningrader Museums für Geschichte und Kunst Anatoli Walujew und Konstantin Skworzow untersuchten das Fort mit ihren Kollegen gründlich und fanden dort schließlich doch Spuren der berühmten archäologischen Sammlung.

Die Kaliningrader Stadtverwaltung stellte ihnen für die Sucharbeiten 10.000 Rubel zur Verfügung – für damalige Verhältnisse eine beträchtliche Summe. Das Geld reichte nicht lange, doch selbst in einem Monat Arbeit unter unglaublich schwierigen Bedingungen, in der Kälte, untersuchte Walujews Arbeitsgruppe jeden Zentimeter sorgfältig, siebte Sand und Schutt nach selbst kleinsten Teilchen durch und rettete fast 16.000 archäologische Kostbarkeiten. Wie auf der Website der Prussia – Gesellschaft für Geschichte und Landeskunde Ost- und Westpreußens berichtet wird, handelte es sich um Gegenstände von der Steinzeit bis zum Mittelalter – Fibeln, Bernstein, Silbermünzen, Schwertklingen, Steinwerkzeuge, Schmuck aus Gold, Silber, Bronze… Man vermutete, dass dort auch das Kant-Denkmal versteckt worden war. Bronzestatuen wurden nach Aussagen von Augenzeugen tatsächlich im Fort III aufbewahrt, doch welche, ist unbekannt. Sie waren in Stücke zersägt worden, vielleicht um sie als Altmetall abzuliefern. Doch kein einziges Fragment fanden die Archäologen mehr. Die versteckte „Prussia“ wurde gnadenlos geplündert, verkauft und in Privatsammlungen verstreut. In der Erde blieben nur Bruchstücke zurück, die für die Plünderer ohne Interesse waren.

Im Jahr 2000 kamen weitere 10.000 Exponate zur Sammlung hinzu. Auch sie wurden im Schutt entdeckt, mit dem Gruben auf dem Gelände des Forts verfüllt worden waren.

Bis auf den Grund – und dann

Aus Geldmangel mussten die Archäologen die Arbeiten im Fort einstellen und sich der Restaurierung der sensationellen Funde widmen. Um die berühmte Sammlung zu retten und den Kaliningrader Kollegen bei der Konservierung und Katalogisierung ihrer Exponate zu helfen, wurde deshalb die Hamburger ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius hinzugezogen. Ohne jede bürokratische Verzögerung leistete sie finanzielle Hilfe und schloss mit dem Kaliningrader Gebietsmuseum für Geschichte und Kunst einen Kooperationsvertrag, wobei sie Geräte und Material für die Restaurierungswerkstatt zur Verfügung stellte. Darüber hinaus lud die Stiftung die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museums, die Archäologen Anatoli Walujew und Konstantin Skworzow, zu Fortbildungen in großen Museen und Restaurierungswerkstätten nach Deutschland ein. An der Identifizierung der prußischen Artefakte beteiligte sich auch das Institut für Archäologie der Russischen Akademie der Wissenschaften in Person von Wladimir Kulakow, korrespondierendem Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Heute sind die restaurierten Schätze Teil der Dauerausstellung des Kaliningrader Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst.

Viele wertvolle Exponate aus Silber, Bronze und Glas wurden Ende der 1960er-Jahre auch in den Ruinen des Südflügels des Königsberger Schlosses gefunden, bevor es gesprengt wurde. Auch sie gelangten alle in die Bestände des Heimatmuseums (heute Kaliningrader Gebietsmuseum für Geschichte und Kunst).

Kaliningrader Gebietsmuseum für Geschichte und KunstKaliningrader Gebietsmuseum für Geschichte und Kunst.

Unter den Funden waren 15 Inventarbücher der „Prussia“. Seit 2007 konnten, wie auf der Website der Prussia-Gesellschaft berichtet wird, mit Unterstützung des Polnischen Staatsarchivs in der Restaurierungswerkstatt in Olsztyn 1584 Seiten, die sich in katastrophalem Zustand befanden, wiederhergestellt und so für die wissenschaftliche Forschung bewahrt werden.

Bis 1970 wurden die Ruinen des Königsberger Schlosses samt den begonnenen Ausgrabungen dem Erdboden gleichgemacht. So lautete die „weise“ Entscheidung der Parteiführung, die der kulturell-ideologischen Politik jener Jahre entsprach. Denkmäler, die mitunter eine einzigartige Quelle für die Kenntnis der Geschichte und Kultur der Region waren, wurden mit einem Federstrich vernichtet. Diese Politik führte dazu, dass jahrzehntelang Tausende wertvollster Geschichts- und Kunstgegenstände aus dem Gebiet Kaliningrad fortgebracht wurden, darunter zahlreiche Museumssammlungen aus der Vorkriegszeit.

Die seelische Verfassung der Bevölkerung des sowjetischen Kaliningrad wie auch der Behörden war vom eben erst beendeten Krieg geprägt, in dem jede Andeutung, ostpreußische Traditionen zu bewahren, und jede Sorge um Denkmäler, wenn nicht als Verrat, so doch als Frevel am Andenken an die Millionen Opfer des deutschen Nationalsozialismus galt. „Es werden wahr die Träume, Wünsche, / Die Tage nehmen ihren Lauf. / Es wachsen überall die Bauten, — /Der Russe baut sie alle auf!“, schrieb 1947 der Kaliningrader Nachkriegsdichter Slojkow.

Auf den Trümmern der alten Welt prallten in der Nachkriegszeit zwei Kräfte aufeinander. Auf der passiven Seite standen die erhalten gebliebenen kulturellen und materiellen Werte der ehemaligen deutschen Provinz, als aktive Konfliktpartei traten ihre neuen Herrscher auf. Deren „Methoden“ verurteilten die Reste des ostpreußischen Erbes zur völligen Vernichtung. Zum Glück sollte sich die „Generallinie der Partei“, den „preußischen Geist“ aus dem Bewusstsein des Volkes zu tilgen, dank Vertretern der Intelligenz nicht durchsetzen. Zu ihnen gehörten Lehrer, Hochschuldozenten, Museumsmitarbeiter.

All jene, die dieses Land aufrichtig lieb gewonnen hatten und seine Geschichte besser kennenlernen wollten. Und die verstanden, dass das Fehlen eines historischen Gedächtnisses den Menschen der Verbindung zu dem Land beraubt, auf dem er lebt.

Aus den Beständen des Kaliningrader Museums für Geschichte und Kunst

Carl Engel

(1895, Magdeburg – 1947, Lager Fünfeichen bei Neubrandenburg)

Carl Friedrich Wilhelm Engel, Sohn eines Kaufmanns und Protestant, besuchte das Gymnasium in Magdeburg. Ab 1913 studierte er Philosophie und Naturwissenschaften in München. 1914 meldete er sich freiwillig an die Front und wurde verwundet. Zu seinen Auszeichnungen gehört das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

1918 geriet er in britische Gefangenschaft. Nach seiner Freilassung arbeitete er in einem Buchverlag. Ab 1925 veröffentlichte er regelmäßig Artikel über archäologische Denkmäler Mitteldeutschlands. Im Oktober 1927 trat Engel eine Stelle am Magdeburger Museum für Natur- und Heimatkunde an, setzte zugleich sein Studium an der Universität Tübingen fort und wurde ein Jahr später mit einer Arbeit zur Archäologie der Steinzeit promoviert.

1929 wechselte Engel als Assistent an das Prussia-Museum in Königsberg. In Ostpreußen nahm er an mehreren archäologischen Expeditionen teil, darunter 1929–1931 am Gräberfeld Linkuhnen bei Tilsit. 1937 veröffentlichte er gemeinsam mit Wolfgang La Baume den Fundatlas der südlichen baltischen Länder Kulturen und Völker der Frühzeit im Preußenlande.

Zugleich lehrte Engel ab 1934 an der Herder-Hochschule in Riga, wo er den Professorentitel erhielt; danach übernahm er die Leitung der Universität in Greifswald und leitete weiterhin die Rigaer Hochschule.

Gleich zu Beginn des Krieges gegen die UdSSR, im Juni 1941, wurde Engel zum Leiter der Vorgeschichtsforschung im Reichskommissariat Ostland ernannt und der Abteilung IIa Wissenschaft und Kultur des Reichskommissariats zugeordnet, zu dem die baltischen Staaten und Weißrussland gehörten. Hier schuf er eine Struktur staatlicher Museen nach preußischem Vorbild. Zugleich unterstützte er die Ausgrabungen des Einsatzstabs Reichsleiter Rosenberg, die „ideologisch verwertbare Ergebnisse“ über germanische Siedlungen und Herrscher im frühmittelalterlichen Russland liefern sollten.

Als überzeugter Anhänger der „Siedlungsarchäologie“ im Sinne Kossinnas versuchte Carl Engel, „klar abgegrenzte archäologische Kulturprovinzen“ ethnisch und historisch zu deuten. Auf dieser Grundlage konstruierte er eine räumliche Gliederung Ostpreußens, das in der römischen Kaiserzeit aus mehreren Kulturgruppen bestand, die sich genau mit den Stammesgebieten des frühen Mittelalters deckte. Als seine Hauptaufgabe betrachtete Engel eine große Monographie über die Vor- und Frühgeschichte der ostpreußischen Provinz, doch das Werk blieb unvollendet.

Die Erforschung archäologischer Denkmäler auf dem Gebiet des Kaliningrader Gebiets begann 1947, doch die Arbeiten waren saisonal und von kurzer Dauer. Die Mittel für den Aufbau einer eigenen archäologischen Schule vor Ort waren dürftig. In den 1990er-Jahren änderte sich die Lage ein wenig. Das Kaliningrader Gebietsmuseum für Geschichte und Kunst zog in ein neues Gebäude (die ehemalige Stadthalle am Ufer des Unteren Teichs, vor dem Zweiten Weltkrieg Schlossteich) und erneuerte seine Ausstellungen.

„Umfassten vor 1945 allein die archäologischen Sammlungen des Prussia-Museums im Königlichen Schloss mehr als 240.000 Objekte, so zählt der archäologische Bestand des Kaliningrader Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst heute nur noch etwa 10.000 Objekte“, schreibt der stellvertretende Direktor des Museums und Ehrenmitglied des Deutschen Archäologischen Instituts Anatoli Walujew in seiner Veröffentlichung „Die archäologische Museumsausstellung im System der außerschulischen Bildung und Erziehung der Jugend“. „Darüber hinaus gab es bedeutende archäologische Sammlungen auch in anderen Museen Königsbergs, in Bibliotheksbeständen, an Hoch- und Mittelschulen sowie in einem dichten Netz von Provinzmuseen.“

2016 unterzeichneten der Direktor des Kaliningrader Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst, Sergej Jakimow, und der Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Berlin, Professor Matthias Wemhoff, einen Kooperationsvertrag im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts „Das Gebiet des ehemaligen Ostpreußen in der Römischen Kaiserzeit und der Völkerwanderungszeit. Funde des 1. bis 7. Jahrhunderts n. Chr. aus dem Prussia-Museum Königsberg“.

Gemeinsam wurde eine wissenschaftliche Kartei der in den Beständen des Kaliningrader Museums aufbewahrten Artefakte der Prussia-Sammlung erstellt, die Funde des 1. bis 7. Jahrhunderts n. Chr. wurden digitalisiert. Die Datenbank des Projekts wird ständig erweitert.

Schließlich wurde 2021 das „Digitale Prussia-Museum“ online zugänglich, wie auf der offiziellen Website des Kaliningrader Museums zu lesen ist: „Der virtuelle Katalog wurde vom Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin im Rahmen des Forschungsprojekts ‚Kontinuität der Forschung und Erforschung der Kontinuität‘ erstellt, das mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) durchgeführt wird. Der virtuelle Katalog vereint die im Zweiten Weltkrieg als unwiederbringlich verloren geltende Altertümersammlung im Internet und macht die einzigartige Sammlung für alle Nutzer zugänglich.“


Die farbigen Abbildungen stammen aus dem Buch „Die Prussia-Sammlung in den Beständen des Kaliningrader Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst“.

Die Prussia-Sammlung


Quellen

Heidemarie Eilbracht, Norbert Goßler, Timo Ibsen, Christoph Jahn und Jaroslaw Prassolow, letzte Änderung am 19.05.2013. Vom Rand in die Mitte — neue archäologischer Forschungen im ehemaligen Ostpreußen, 2014.

Christoph Jahn, Heino Neumayer, Izabela Szter. Die Odyssee der Prussia-Sammlung an das Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin und ihre wissenschaftliche Rekonstruktion.

Christine Reich. Verloren geglaubte Geschichte — Die Prussia-Sammlung im Museum für Vor- und Frühgeschichte, Ostpr. Schriften des Archäologischen Landesmuseums 9, Schleswig 2009.

Кулаков В.И. История Mузея «Пруссия». г. Калининград 2011.

Валуев А.А. Музейная археологическая экспозиция в системе дополнительного образования и воспитания молодежи.

Гуревич Ф.Д. Древности северо-западных областей РСФСР в I тысячелетии н.э. Отдельный оттиск. Материалы и исследования по археологии СССР, №76. М.-Л.1960. С.328-452.

Флориан Феррбёф. Городские элиты Кёнигсберга: между традицией и обновлением (1815–1914).

Aleksandra Rzeszotarska-Nowakiewicz. Prussia-Museum w Krolewcu. (Музей «Пруссия» в Крулевце).

Войцех Новаковски. «Кёнигсбергская школа» археологии с ее начала и до 1945 года.

Timo Ibsen. 100 Jahre Sammeltaetigkeit — Die Prussia-Sammlungvon ihren Anfaengen bis zum 2. Weltkrieg (100-летняя деятельность по собиранию коллекции «Пруссия» с момента основания до Второй мировой войны).

Christoph Jahn und Izabela Szter. Kurze Entwicklungsgeschichte des Prussia-Museums in Königsberg

Horst Junker, Christine Reich und Horst Wieder. Zeittafel zur Geschichte des Prussia Museums in Königsberg/Pr.

sowie zu Teilen der vor- und frühgeschichtliche Sammlung

des PRUSSIA-Museums im Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin

Hans-Jörg Froese. Prussia: Eine legendäre Geschichte

Телеканал Культура. “Сокровища «Пруссии»"

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2008 erschien im Kaliningrader Verlag „Schiwjom“ das Buch des bekannten russischen Archäologen Wladimir Kulakow „Geschichte des Königsberger Schlosses“, das ein ganzes Kapitel der dramatischen Geschichte der berühmten Sammlung prußischer Altertümer widmet. Wir stellen es Ihnen hier vor. Das vollständige Buch steht auf der Website Prussia.Online zum Herunterladen bereit.


Das Schicksal des Prussia-Museums

Im November 1844 fand in Königsberg ein für das kulturelle Leben des Baltikums und Deutschlands bedeutendes Ereignis statt: Der bekannte Kunsthistoriker Professor Ernst August Hagen (1797–1880) und der Archivrat Friedrich Adolf Meckelburg gründeten bei einem Treffen mit sechs Kollegen im Café „National“ am Paradeplatz die Altertumsgesellschaft „Prussia“. Als Ziel der Gesellschaft bestimmten ihre Gründer „das Aufsuchen und Erhalten preußischer Altertümer und Kunstgegenstände jeder Art“. Ein Jahr später erbte die Gesellschaft „Prussia“ einen Teil der Sammlung archäologischer Funde, die zuvor von der in Mohrungen (heute Morąg, Woiwodschaft Ermland-Masuren, Polen) gegründeten Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft verwaltet worden war. So wurde der Grundstein für eine der größten Sammlungen der Ostseeanrainerstaaten gelegt. Vollständig ging die Sammlung archäologischer Funde dieser Gesellschaft unter Mitwirkung ihres Kustos Otto Tischler 1879 in das neue Museum über.

1874 wurde in Königsberg auf der Grundlage dieser Museumssammlungen das Ostpreußische Provinzialmuseum gegründet. Seine größte, vorgeschichtliche Abteilung (das künftige Prussia-Museum) leitete nach der Zusammenlegung der Bestände der Vater der prußischen Archäologie, Otto Tischler. Die enge Verbindung dieses Museums mit der Altertumsgesellschaft „Prussia“ bestand mit Erfolg fort. 1878–1939 erschienen die Berichte dieser Gesellschaft unter dem Titel „Sitzungsberichte der Altertumsgesellschaft Prussia“ (Prussia-Berichte). Breiten Raum nahm darin die Analyse von Artefakten aus den Beständen des Ostpreußischen Provinzialmuseums ein. 1879 erschien der erste Katalog dieses Museums. Am 6. September 1879 besuchte seine Säle Kronprinz Friedrich, der sieben Jahre später als Kaiser Friedrich III. (1831–1888) den Thron bestieg und 99 Tage regierte.

Er besichtigte mit großem Interesse die Exponate, unter denen die Funde aus Otto Tischlers soeben abgeschlossenen Ausgrabungen auf dem Flachgräberfeld Dollkeim (heute Siedlung Kowrowo, Rajon Selenogradsk) einen Ehrenplatz einnahmen. Dem künftigen Thronerben gefielen die im Museum herrschende Ordnung und der schöpferische Geist, der die Arbeit seiner Mitarbeiter auszeichnete, sehr.

Als Folge dieses positiven Eindrucks der hohen Persönlichkeit wurde im September 1881 die Sammlung einheimischer Altertümer, die bis dahin im Königlichen Archiv Königsberg aufbewahrt worden war, an das Prussia-Museum (so hieß das Museum nun inoffiziell) übergeben.

In den 1920er-Jahren hatten der Vorstand der Altertumsgesellschaft „Prussia“ (und damit auch die Museumsdirektion) ihren Sitz im Haus Königstraße 65/67 (heute Frunse-Straße).

Im Sommer 1936 wurden die Bestände des Prussia-Museums in das Gebäude der Loge „Zu den drei Kronen“ verlegt (Hintertragheim 31, nahe dem „Parkhotel“, heute Sergejew-Straße). Bald darauf, am 1. Juni 1938, wurde die vorgeschichtliche Abteilung des Prussia-Museums selbstständig, und zwar unter dem Namen „Landesamt für Vorgeschichte“. Geleitet wurde es von dem damals jungen preußischen Archäologen Wolfgang La Baume (offenbar einem Nachfahren französischer Einwanderer).

Im Königsberger Schloss war bis 1944 die größte Altertümersammlung des Baltikums entstanden. Den Kern dieser Raritäten, die mehr als 240.000 Objekte umfassten, bildeten die archäologischen Sammlungen des Prussia-Museums, das seit dem 27. November 1925 offiziell in zwei Schlossflügeln untergebracht war. Früher glaubte man, dass bis zu 80 % der Bestände dieses Museums am Ende des Zweiten Weltkriegs unwiederbringlich verloren gegangen seien, wodurch der europäischen Kultur ein nicht wiedergutzumachender Schaden entstanden sei. Doch die Zeit hat diese Sicht korrigiert. Es stellte sich heraus, dass das Schicksal des prußischen archäologischen „Atlantis“ noch längst nicht endgültig geklärt ist.

Die deutsche Archäologin Christine Reich hat festgestellt, dass bereits 1943 ein Teil der Bestände und Inventare des „Landesamts für Vorgeschichte“ zur sichereren Aufbewahrung auf das Gut Carlshof (heute Karolewo, Woiwodschaft Ermland-Masuren, Polen) gebracht wurde.

Im Dezember 1944 und Januar 1945 wurden zwei Waggons mit Museumsexponaten per Bahn auf das Gebiet des heutigen Nordwestpolen geschickt. Später landeten diese Funde auf dem Gut Broock bei der ostdeutschen Stadt Demmin, wo sie bis 1949 unbeschadet lagerten. In diesen geretteten Kisten befanden sich neben den Funden auch archäologische Feldinventare, Grabungspläne und eine Negativsammlung.

1949 brachte der Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte, Wilhelm Unverzagt, diese Funde und Archivalien von Demmin nach Ost-Berlin und übergab sie der Akademie der Wissenschaften der DDR, in deren Obhut sich all diese Schätze während der gesamten Nachkriegszeit befanden. In der Fachwelt Europas und der UdSSR war über sie nichts bekannt. 1994 kehrte dieser ganze Reichtum in das Museum für Vor- und Frühgeschichte im Schloss Charlottenburg (Berlin) zurück.

In seinem vor dem Fall Königsbergs abgeschickten Brief (Feldfpost Nr 09846), den Heinrich Lange teilweise veröffentlicht hat, lüftet der bekannte preußische Archäologe W. La Baume den Schleier des Geheimnisses um die letzten Tage des Prussia-Museums. Ein anderer Teil der Bestände des Prussia-Museums und der Hauptteil der ausgestellten Funde (einschließlich des Gold- und Silberschmucks) wurde nach den Zerstörungen, die das Schloss am 30. August 1944 erlitten hatte, in 34 Kisten verpackt und in das Fort Nr. 3 bei Quednau gebracht (das Fort, das 1894 den Namen „König Friedrich III.“ erhielt, liegt heute bei der Siedlung Sewernaja Gora). Einige Exponate wurden direkt in den Museumsvitrinen ins Fort transportiert. Den neuen Aufbewahrungsort besuchte am 24. Februar 1945 ihr verantwortlicher Kustos Wolfgang La Baume.

Das von ihm erstellte Verzeichnis der ausgelagerten Exponate wurde in den letzten Kriegstagen in Königsberg aufbewahrt. Das Schicksal dieser unschätzbaren Dokumente ist ungeklärt. Leider blieb ein Teil der Exponate in den Sälen des Prussia-Museums zurück.

Nach den von Heinrich Lange gesammelten Informationen gehörten dazu die Reste eines Schranks und einer Vitrine mit Funden aus der Jungsteinzeit (Trichterbecherkultur?) sowie eine im Saal ausgestellte präparierte Pferdebestattung aus römischer Zeit mit Bronze(?)-Beschlägen des Zaumzeugs. Alle diese Komplexe wurden beim Brand im August 1944 zerstört und nicht aus den Museumssälen gebracht. Gemäß dem Befehl von Gauleiter Erich Koch „Über die Befestigung der Festung Königsberg“ (März 1945) wurden alle Fenster des Erdgeschosses und einige Türen der Schlossräume (einschließlich des Südflügels mit den Museumssälen) zugemauert. So wurde das Schloss auf die Verteidigung vorbereitet. Auf diese Weise wurde ein Teil der Exponate in den Sälen buchstäblich eingemauert und überstand dort den Sturm der Roten Armee auf Königsberg.

Unmittelbar nach dem Ende dieses Sturms begann die Sowjetregierung, besorgt um das Schicksal der einheimischen Kulturgüter, die aus den von der Wehrmacht besetzten sowjetischen Gebieten nach Deutschland verschleppt worden waren, auf preußischem Boden mit deren Suche. Im Rahmen dieser Aktionen gelang es dem bekannten Archäologen und Spezialisten für osteuropäische Altertümer der Bronzezeit, Professor Alexander Jakowlewitsch Brjussow, in den Schlossräumen, in denen noch das Echo der letzten Schüsse vom April 1945 nachhallte, zahlreiche Geschichts- und Kunstdenkmäler zu finden. Darunter waren auch archäologische Exponate. Ein erheblicher Teil dieser Funde wurde, wie A. J. Brjussow in seinen Tagebuchaufzeichnungen erwähnt, nach Moskau geschickt. Offenbar waren diese Materialien für die Bestände des Staatlichen Historischen Museums (Roter Platz 1) bestimmt, an dem Alexander Jakowlewitsch tätig war. In den Museumsbeständen hat jedoch niemand seine Funde je gesehen. Ihr Schicksal ist nach wie vor ungeklärt.

Ein Teil der Exponate des Prussia-Museums blieb im neuen russischen Gebietszentrum Kaliningrad. Mehr als 90 Objekte (ausschließlich Eisen- und, seltener, Buntmetall) kaufte das örtliche Heimatmuseum 1950 von den „Suchern“ A. W. Maximow und B. F. Neimark, die sie in den Ruinen des südlichen (?) und des westlichen Schlossflügels gefunden hatten.

Offenbar wurden beim Räumen der Reste der Halle des Ostpreußischen Ruhms im 4. Stock des Westflügels die dort aufbewahrten Exponate hinuntergeworfen und unten von den „Suchern“ aufgelesen. Zu unserem Glück fielen ihnen nicht alle Funde in die Hände. Ein Teil rollte in die Lichtschächte des Kellers des Westflügels und wurde 2001–2005 bei den Ausgrabungen gefunden, die die Baltische Expedition des Instituts für Archäologie der Russischen Akademie der Wissenschaften hier durchführte.

Bereits 1992 stellte sich heraus, dass schon 1943 ein Teil der Museumsbestände aus dem Königlichen Schloss nach Westen ausgelagert worden war und sich heute im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin befindet.

Am längsten blieb das Schicksal der Schausammlung ungeklärt, die sich in sechs Sälen im Erdgeschoss des Schlosses befand und „klassische“ Exponate umfasste, die jedem europäischen Archäologen bekannt waren. Man glaubte, dieses „prußische Atlantis“ sei für immer den menschlichen Blicken entschwunden.

Noch während des Krieges, Anfang Januar 1945, wurde ein Teil der archäologischen Sammlungen des Prussia-Museums in eines der Forts des äußeren Befestigungsrings der Festung Königsberg gebracht. Das geschah, nachdem englische Bomber Ende August 1944 die historische Innenstadt Königsbergs zerstört hatten. Einige Museumsexponate versuchte man offenbar noch aus dem brennenden Schloss zu retten, doch die einstürzenden alten Mauern ließen eine rasche Evakuierung nicht zu. Erst 1966–1967 fand der Museumsmitarbeiter W. N. Strokin in den Ruinen des Schlosses Reste von Kisten mit Inventarverzeichnissen und Exponaten, zusammen mit den Knochen und der Ausrüstung eines Wehrmachtsoldaten, der diese Funde bewacht (transportiert?) hatte. Er blieb für immer unter den eingestürzten Museumsgewölben. Seine Suche nach den Resten der Ausstellung des Prussia-Museums führte W. N. Strokin im Auftrag der Leitung des Kaliningrader Heimatmuseums durch. Sie erfolgte mit Methoden, die von archäologischen weit entfernt waren.

Die Umstände, unter denen diese hochinteressanten Funde wie auch andere gemacht wurden, werden für immer im Dunkeln bleiben.

Die Königsberger Führung konnte die prußischen Raritäten erst zu Beginn des letzten Kriegsjahres in Sicherheit bringen. Diese Information teilte 1959 einer der führenden Archäologen des Baltikums, der Direktor des Landesamts für Vorgeschichte der Reichsprovinz Ostpreußen Wolfgang La Baume, in einem Brief seinem polnischen Kollegen Professor Jerzy Antoniewicz mit. Später, 1968, berichtete der Kriegsveteran I. I. Altschakow, er habe 1946 in einem der unterirdischen Räume des Forts „König Friedrich III.“ in Kisten verpackte Steinwerkzeuge sowie Gegenstände aus Knochen und Bronze entdeckt.

Nach Berichten der Bewohner des Nachkriegs-Kaliningrad W. A. Iwanow und L. J. Titow befanden sich in den Kasematten des genannten Forts „alte Münzen, Lanzenspitzen, Steine mit Etiketten“, „...Bruchstücke von Bernsteinarbeiten, Tierfiguren aus Silber und Bronze, Keramikschalen und -vasen“. All diese Angaben trug der bekannte Erforscher des Schicksals verlorener Kulturgüter A. P. Owsjanow sorgfältig zusammen und erwähnte sie seit 1994 recht summarisch in seinen Vorträgen und Veröffentlichungen. Bereits 1969 waren mehrere Briefe mit Angaben zum Versteck der Funde des Prussia-Museums (darunter Briefe von W. La Baume) von den zuständigen Organen an die Kaliningrader geologisch-archäologische Expedition übergeben worden. Allerdings erregte diese Information weder damals noch in der Zeit der „Perestroika“ die Aufmerksamkeit der zuständigen Kulturbehörden, und den Archäologen waren diese Briefe bis zu ihrer Veröffentlichung durch A. P. Owsjanow 1998 nicht zugänglich.

Ein Hoffnungsschimmer, die verschollenen Geschichtsschätze des Bernsteinlandes wiederzufinden, zeigte sich erst 1998. Damals tauchten auf dem Kaliningrader Antiquitätenmarkt verschiedene alte Gegenstände auf, die mit der Archäologie des ehemaligen Ostpreußen in Verbindung standen.

Darunter waren Gegenstände aus Stein, Knochen, Bronze und Silber. Einige dieser Altertümer trugen nach Aussagen von Augenzeugen Inventarnummern und waren der Beschreibung nach mit verschiedenen Exponaten aus den Sammlungen des Prussia-Museums vergleichbar. Viele dieser Funde sind aus erhalten gebliebenen Museumskatalogen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen bekannt.

Die Mitarbeiter des Kaliningrader Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst, die Kenntnis davon erhalten hatten, dass bei Sammlern Gegenstände aus dem Prussia-Museum aufgetaucht waren, mussten sich vorübergehend als Detektive betätigen, denn herauszufinden, woher genau diese Geschichtsreliquien stammten, war alles andere als einfach. Es gab lediglich vage Hinweise, dass die archäologischen Gegenstände aus einem der fünfzehn Forts stammten, die bis 1945 zum äußeren Befestigungssystem der Festung Königsberg gehörten. Die Museumsmitarbeiter wandten sich an das örtliche Wissenschaftliche Produktionszentrum für Schutz und Nutzung von Geschichts- und Kulturdenkmälern (NPZ), in dessen Bilanz die genannten Festungsbauten stehen.

Man wollte das Fort finden, in dem ungenehmigte „Grabungen“ stattfanden. Es stellte sich jedoch heraus, dass solche Arbeiten in allen Forts betrieben wurden, deren Gelände inzwischen frei zugänglich war. Ein weiteres greifbares „Indiz“ dafür, dass „Schwarzgräber“ Altertümer des Prussia-Museums entdeckt hatten, war die Übergabe eines Teils der gefundenen archäologischen Sammlungen, die „von Unbekannten“ gekauft worden waren, durch Maxim Pestrikow, einen Mitarbeiter eines Kaliningrader Antiquitätengeschäfts, an das Gebietsmuseum für Geschichte und Kunst. Die Gesamtzahl der Artefakte (größtenteils kleine Fragmente einst vollständiger Museumsexponate) erreichte dreitausend Stück; sie datieren von der Steinzeit bis zum Spätmittelalter. Unter den übergebenen Gegenständen waren Feuersteinwerkzeuge, verschiedene Bronzeobjekte (Gewandspangen-Fibeln, Schnallen, Beschläge, Riemenzungen, Anhänger usw.), Glas- und Pastaperlen aus römischer Zeit, Fragmente von Keramikgefäßen, Teile von Pferdegeschirr sowie weitere prußische Altertümer. Eine Reihe von Funden trug Markierungen, die auf die Sammlung des Prussia-Museums verwiesen. Diese Übergabe an das Museum gab der Suche nach dem genauen Ort der „Einlagerung“ der Altertümer einen zusätzlichen Impuls. Einen Teil der Funde konnte man im Jahr 2000 dank der finanziellen Hilfe des Unternehmens „LUKOIL-Kaliningradmorneft“ von Antiquitätenhändlern zurückkaufen, und die Exponate gelangten in die Bestände des Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst.

Schließlich war der Suche ein echter Erfolg beschieden: Bei der Untersuchung des Forts Nr. 3 wurden im Dezember 1999 am Eingang einer seiner Kasematten mehrere prußische Steigbügel aus dem 11.–12. Jahrhundert gefunden. Allerdings hatte, wie sich herausstellte, A. P. Owsjanow diese Museumsexponate schon früher selbst gesehen, sie aber als Nichtfachmann für „Ringe von Regenrinnen“ (!!!) gehalten und nicht weiter beachtet. Umso erfreulicher ist es, dass gerade dieser Sucher 2001 den Preis „Für Hingabe“ erhielt, der Awenir Petrowitsch von der Internationalen Wohltätigkeitsstiftung D. S. Lichatschow unter anderem für die Entdeckung „eines Teils des Königsberger Archivs aus dem Prussia-Museum (etwa 40.000 Exponate)...“ verliehen wurde (Wortlaut der Internetmeldung beibehalten). Der Fund der „Ringe“ blieb von der fortschrittlichen Öffentlichkeit also doch nicht unbemerkt.

Am Tag nach A. P. Owsjanows ergebnislosem „Streifzug“ ins Fort Nr. 3 kamen Archäologen unter der Leitung von A. A. Walujew dorthin. Man fand Räume, die mit einer Schuttschicht bedeckt waren, die die früheren „militärischen“ Hausherren hinterlassen hatten, als sie 1998 ihren bisherigen Standort aufgaben. Diese moderne, von den Grabräubern bereits umgewühlte Kulturschicht (sie waren es, die ihre Funde auf den Antiquitätenmarkt „geworfen“ hatten) enthielt dennoch archäologische Gegenstände. Zur Bergung der Reste der alten Museumssammlungen wurde eine Gruppe aus Mitarbeitern des Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst gebildet, die seit vielen Jahren an den Arbeiten der Baltischen archäologischen Expedition teilnahmen. Ihr gehörten die Leiterin der Museumsabteilung für Landesgeschichte S. A. Kowal sowie die Museumsmitarbeiter K. N. Skworzow, N. I Zelowalnik und O. W. Chorschewskaja an. Geleitet wurde die Gruppe vom leitenden wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museums A. A. Walujew.

Die Arbeiten wurden 1999–2001 durchgeführt. In ihrer ersten Phase wurden die Nachkriegsablagerungen, die Exponate enthielten, aus den Innenräumen der Kasematten schrittweise abgetragen. Das Erdreich wurde nacheinander durch ein grobes und ein feines Sieb gesiebt.

Danach wurden auf einem hölzernen Tisch nach Art einer Schulbank (gefunden in einer der benachbarten Kasematten) die entdeckten Gegenstände vorsortiert und alle archäologischen Objekte einschließlich ihrer kleinsten Fragmente sorgfältig ausgelesen. Auf diese Weise wurden viele Tonnen Erdreich von Hand und bei Frost bearbeitet. Die zweite Arbeitsphase umfasste eine eingehende Besichtigung aller Räume des Forts, um weitere Räume zu finden, die Reste der Museumssammlungen enthalten könnten. Bei Bedarf wurde auch das Erdreich aus diesen Räumen gesiebt und durchgesehen. In einer Reihe von Räumen wurden zudem der Raum unter dem Fußboden und die Zwischenwände mit Sonden und einem Metalldetektor untersucht.

Insgesamt wurden bei den Arbeiten mehr als 60.000 archäologische Gegenstände gefunden. Leider war der Großteil davon fragmentiert – eine Folge von Schäden, die der Sammlung höchstwahrscheinlich in der Nachkriegszeit zugefügt wurden. Man sollte jedoch auch die Verluste nicht außer Acht lassen, die die Sammlungen des Prussia-Museums beim Bombenangriff erlitten, dem die englische Luftwaffe das Zentrum Königsbergs in der Nacht vom 29. auf den 30. August 1944 aussetzte. Nur annähernd lässt sich der Weg der Funde aus dem Schloss nachzeichnen, den sie in den Weihnachtstagen 1945 zurücklegten. Die in Holzkisten verladenen vollständigen Exponate könnten mit den Trümmern vermischt worden sein, in die sich ein Teil der Museumsausstellung durch den Bombenangriff verwandelt hatte. Die Kisten wurden in den Kasematten des Forts Nr. 3 untergebracht, die man ihnen als vorübergehende Zuflucht vor den Kriegswirren ausgewählt hatte. Doch die Ereignisse des Frühjahrs 1945 – die Blockade Königsbergs und seine Erstürmung durch die sowjetischen Truppen – machten die Kasemattenmauern für die Museumsausstellung zu einem Versteck für viele Jahre. In den Nachkriegsjahrzehnten könnte ein gewisser Teil der Funde während der Stationierung von Militäreinheiten im Fort Nr. 3 verloren gegangen sein. Dennoch hat die Umwandlung dieses Forts in ein „geschlossenes“ Objekt im Grunde eine beträchtliche Zahl prußischer historischer Raritäten gerettet. Und das, obwohl die Kisten, in denen die Exponate aufbewahrt wurden, bald nach dem Krieg verbrannt und große Skulpturen aus Buntmetall „als Altmetall“ abgeliefert worden waren. Den mit allerlei Müll und Asche vermischten Inhalt der Kisten schaufelten Rotflottisten, die im Bereich der Militäreinheit für Ordnung sorgten, immer wieder von einer Kasematte in die andere, nur aus den Augen. Dennoch (oder vielleicht gerade weil die Soldaten den „Schmutz nicht aus dem Haus trugen“) konnten schon bei der ersten Sichtung im Dezember 1999 eine Reihe von Artefakten identifiziert werden, die mehrfach in der Fachliteratur publiziert worden waren. Für die der Restaurierung vorausgehende weitere „Entschlüsselung“ der geretteten Raritäten der prußischen Archäologie wurde das wissenschaftliche Potenzial des Instituts für Archäologie der Russischen Akademie der Wissenschaften herangezogen. Diese für die russische Wissenschaft einzigartige Identifizierung ermöglichte es, der Weltkulturgemeinschaft jene Schätze der Geschichte unseres Kontinents zurückzugeben, die man in den tödlichen Flammen des Weltkriegs für immer verschwunden glaubte. Die im Fort „König Friedrich III.“ gemachten Funde, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne aus der Asche auferstanden, haben für Sammler keinen nennenswerten Wert, sind aber für die heutige Wissenschaft von großer Bedeutung.

Vor den Augen unserer staunenden Zeitgenossen ersteht die für immer verloren geglaubte Ausstellung des Prussia-Museums wie der märchenhafte Phönix neu. Dieses wahrhaft epochale Ereignis fügt dem unschätzbaren Buch der Geschichte Europas – unseres gemeinsamen Hauses – ein neues Kapitel hinzu. Der Fall der wiedererstandenen Ausstellung des Prussia-Museums ist ein Beispiel für einen der wenigen „Mythen des 20. Jahrhunderts“, die zur historischen Wirklichkeit geworden sind.

Die Altertumsgesellschaft „Prussia“ selbst ist im Feuer des Zweiten Weltkriegs nicht untergegangen. Sie wurde am 6. Oktober 1972 von Oberstudienrat Erich Grimoni, Kurt Erzberger, Ulrich Albinus und fünf ihrer Kollegen wiederbegründet. Sie alle stammten aus Ostpreußen und hielten die Tradition der Erforschung der Vergangenheit ihrer Heimat in Ehren. Ihre Arbeit wurde „im Geiste der Tradition der alten Königsberger Gesellschaft“ geleistet. Seit 1984 und bis zur Niederschrift dieser Zeilen leitet der Medizinprofessor Günter Brilla (Bonn) die Gesellschaft. Leider sind heutige deutsche Historiker, Ethnographen und Archäologen nicht in die Arbeit der Altertumsgesellschaft „Prussia“ eingebunden und stehen den Problemen der Geschichte des südöstlichen Ostseeraums insgesamt fern. Die jährlichen Mitgliederversammlungen der Gesellschaft finden im Museum Stadt Königsberg (Duisburg) statt, das von Lorenz Grimoni geleitet wird.


Wladimir Kulakows Buch „Geschichte des Königsberger Schlosses“ ist auf der Website Prussia.Online verfügbar.


Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.