Das bunte Königsberg? Ach was! Aus einem Lied streicht man kein Wort:
Ganz Kenigsbarg – ein Gewirr unsinniger Gassen,
ein Hort schäbiger Ecken und schmutziger Winkel…
So schrieb der einheimische Dichter Robert Johannes (Robert Lutkat, 1846–1924). Und Sie behaupten jetzt, Königsberg sei bunt gewesen?
Die Sache ist die, lieber Leser: Erinnerungen an eine ferne glückliche Vergangenheit werden in unserem Gedächtnis immer in den leuchtendsten Farben strahlen – doch ich meine etwas anderes. Ich spreche von einem wirklich vielfarbigen Königsberg; es schillerte in vielen Farben – auch wenn nur ein Sonntagskind sie sehen konnte!
Da war zunächst die Bunte Brücke (Bunte Brücke) über den Schlossgraben. Über sie gelangte man von der Danziger-Keller-Gasse (Danziger Keller Gasse), die an der Ostseite des damals noch nicht bestehenden Gesekusplatzes (Gesekus Platz) entlangführte und so hieß, weil dort bis 1630 ein Danzker-Turm stand, zur Prinzessinstraße (Prinzessin Straße, später der obere Teil der Kantstraße). 1867 wurde der Graben zugeschüttet, die Brücke und alle alten Häuser abgerissen, wodurch der Gesekusplatz entstehen konnte.
Wenden wir uns nun der jüngeren Vergangenheit zu: Der erste leuchtende Farbtupfer auf der städtischen Palette ist das 1907–1908 erbaute „Centralhotel“ (Centralhotel), das sofort zum vornehmsten Hotel Königsbergs wurde.
Theater und „Centralhotel“ am Paradeplatz.
Zuvor gebührte dieser Rang unbestritten dem Hotel „Deutsches Haus“ (Hotel Deutsches Haus) in der Theaterstraße (Theaterstraße), doch nachdem Prinz Friedrich Wilhelm (Friedrich Wilhelm Viktor Karl Ernst Alexander Heinrich Prinz von Preußen, 1880–1925) im „Centralhotel“ abgestiegen war, verblasste der Ruf des „Deutschen Hauses“, und schließlich ereilte es das unrühmlichste Schicksal: Es wurde zum Finanzamt! So gaben die Bürger Königsbergs in diesem Haus nun weit mehr Geld aus, als früher die Fremden im „Deutschen Haus“ ausgegeben hatten.
Personal und Kellner hofften auf großzügige Trinkgelder vom Prinzen Friedrich Wilhelm. Diesem aber kam es nicht in den Sinn, ihre Erwartungen zu erfüllen. Dafür war er ein großer Musikliebhaber, und später, als er sich im Schloss „niedergelassen“ hatte, förderte er 1909, 1910 und 1911 drei große Musikfeste in der Festhalle des Königsberger Tiergartens (Festhalle im Tiergarten).
Vor dem Bau des „Centralhotels“ stand an derselben Stelle das von Bäumen umgebene Gasthaus „Centralhalle“ (Centralhalle). Es war wesentlich bescheidener. Vor der „Centralhalle“ befand sich hier die Meyersche Conditorei (Meyersche Conditorei) und danach das bei Theaterbesuchern beliebte „Wiener Café“ (Wiener Café).
Blau
Kommen wir zur blauen Farbe und damit zum „Blauen Krug“ (Blaue Krug), der in alten Zeiten das unbebaute Gelände östlich des Hinterroßgartens (Hinter Roßgarten) unweit des Roßgärter Tors zierte. Seinen Namen verdankte er natürlich seinem „markentypischen“ blauen Anstrich.
Die Osteroder hatten ihren „Roten Krug“ an der Straße nach Pillauken, die Bürger von Insterburg die „Grüne“ und die „Rote“ Apotheke. In Danzig gibt es den „Weißen Turm“ und das „Grüne Tor“. In Halle gibt es den „Roten Turm“, in Wimpfen am Neckar den „Roten“ und den „Blauen“ Turm – alles Namen aus längst vergangenen Zeiten. Man denkt auch an die eiserne Elbbrücke beim sächsischen Loschwitz, die wegen ihres himmelblauen Anstrichs einen zweiten Namen erhielt – das „Blaue Wunder“.
Der „Blaue Krug“ war eine der zahlreichen Schenken an der längst verschwundenen alten Straße von Berlin über Königsberg und die Kurische Nehrung nach Petersburg. Doch warum war dieser Krug blau gestrichen und nicht etwa rot oder gelb? Weil der Roßgarten eine Vorstadt des Löbenicht war, dessen Wappenfarbe Blau war (siehe unten).

Der „Blaue Turm“ (Blauer Turm) ist den Königsbergern wohlbekannt. Bis 1879 hatte er statt der Zinnen ein spitzes Dach.
Der Blaue Turm (Mitte) an der Nordostecke des Kneiphofs.

Genau so ist er im Dom auf der ältesten erhaltenen bildlichen Darstellung Königsbergs (1557) zu sehen – dem Epitaph des Johann von Niemitz (Johann von Niemitz), der zu Lebzeiten Hofrat Herzog Albrechts war. Verewigt wurde der Turm von einem einheimischen Maler (Heinrich Königswieser, 1530–1583, siehe unten), zu einer Zeit, als er noch weiß und nicht blau gestrichen war. In Gotik und Renaissance war die Wappenfarbe ausschlaggebend, und im Kneiphof hätte man ihn ganz gewiss nicht in den Farben des Löbenicht gestrichen! Die Farbe des Kneiphofs war Grün. Erst im Barock, und besonders nach der Vereinigung von Altstadt, Kneiphof und Löbenicht zur einheitlichen Stadt Königsberg im Jahr 1724, galt die Farbe nicht mehr als Zeichen der Zugehörigkeit.
Er war das einzige erhaltene Stück der alten Mauern des Kneiphofs, die einst die ganze Inselstadt umschlossen, denn die drei Schwesterstädte trauten einander ebenso wenig wie äußeren Feinden. So kam es etwa während des Dreizehnjährigen Krieges (1453–1466), als sich der Kneiphof auf die Seite Danzigs und der Polen stellte, zu erbitterten Kämpfen zwischen den Kneiphöfern und den dem Orden treu gebliebenen Altstädtern. Die Stadtmauern aller drei Pregelstädte wurden unter dem Hochmeister Winrich von Kniprode (Winrich von Kniprode, 1310–1382) errichtet.
Der nächste Wehrturm des Kneiphofs, etwas westlich vom Blauen gelegen, neben dem ehemaligen Kneiphöfischen Gemeindegarten, hieß Pulverturm (Pulverturm), weil in ihm – wie in ähnlichen, bis heute erhaltenen Türmen in Lindau und Passau – Zeughaus und Pulvervorräte untergebracht waren. Später wurde dieser stattliche, blau gestrichene Rundturm unter dem Namen „Blauer Turm“ zum Schuldgefängnis des Kneiphofs. 1735 wurde er vorzeitig und völlig unnötig abgerissen. Das leere Grundstück in der Magisterstraße (Magisterstraße), auf dem der Turm gestanden hatte, wurde danach viele Jahre lang als Bauplatz zum Kauf angeboten, jedoch vergeblich. Dafür ging der Name „Blauer Turm“ (nach einer seltsamen örtlichen Tradition1 – Anm. d. Red.) auf den benachbarten Turm über, der noch vom Orden erbaut worden war und dank seiner anderthalb Meter dicken Mauern glücklich bis in unsere Zeit überdauert hat.
1697 schmachtete in den Mauern dieses Eckturms ein 14-jähriges Mädchen, das der Hexerei beschuldigt und zum Tod durch Enthaupten mit anschließender Verbrennung auf dem Scheiterhaufen verurteilt worden war.

Epitaph des Johann von Niemitz von Heinrich Königswieser (Ausschnitt).
Obwohl Kurfürst Friedrich III. (1657–1713), gebürtiger Königsberger und künftiger erster König in Preußen (Friedrich I., 1701–1713), ein neues Verfahren anordnete, wurde die Ärmste dennoch nach dem ursprünglichen Urteil hingerichtet! Ein schreckliches Beispiel für Barbarei, Dummheit, finsteren mittelalterlichen Aberglauben und die Scheinheiligkeit der Richter!
Übrigens stand neben dem Blauen Turm das Haus des Dichters Simon Dach (Simon Dach, 1605–1659), der dort 1659 starb. Eine bronzene Gedenktafel hielt die Erinnerung an ihn wach. So wie Goethe seinem Herzog für das Gartenhaus dankte, schrieb Dach:
„Gott wird dem weisen Rat des Kneiphofs ewig danken, der mir gütig erlaubte, hier zu wohnen. Dem Allerhöchsten waren die düsteren Sorgen nie fremd, die mich Tag und Nacht auf der Suche nach meinem Heim quälten. Schnecke und Schildkröte bringen ihre Hütten mit auf die Welt, der Mensch aber muss viel kämpfen, ehe er ein eigenes Haus findet!“
So viel zur blauen Farbe; nun zur schwarzen.
Schwarz
Diese Farbe war einzig und allein durch das Königsberger Schwarze Meer (Schwarzes Meer) vertreten.
Johann von Bösenrade (Oberburggraf Herzog Albrechts, Johann v. Bösenrade), Oberburggraf Herzog Albrechts, ließ Teiche zur Zucht von Schmerlen2 ausheben, gespeist von Kanälen, die Wasser aus dem Oberteich heranführten. Der Herzog liebte Schmerlen besonders; der Sage nach aber verschwanden diese Fische von selbst, als Bösenrade das Fischen in diesen Teichen zugunsten der herzoglichen Tafel streng verbot. Die Sage spiegelt den tiefen Hass der Königsberger auf den übermäßig tatkräftigen und rührigen Würdenträger wider, den sie ohne viel Federlesens den „Bösen Rat“ nannten.
Tatsache bleibt jedoch, dass die Teiche später zu stehenden Gewässern verkamen, deren modriger Geruch die Bewohner der Häuser in Schlossnähe belästigte. Als schlimmster galt der Teich namens Schwarzes Meer zwischen Tiepoldstraße und Wrangelstraße (Tiepoldstraße und Wrangelstraße). Sein Name spricht für sich… Später wurden diese künstlich angelegten Gewässer zugeschüttet.
Weiß
Wer von den vielen Ruderern und Seeleuten, die den Pregel hinab zum Haff fuhren, hätte nicht am „Weißen Mann“ (Weißer Mann) haltgemacht? Für alle, die es nicht wissen: „Weißer Mann“ hieß ein etwa hundert Jahre alter steinerner Turm, der fast ganz weiß und nur am Fuß schwarz gestrichen war. Er stand am Anfang des Seekanals auf der Insel zwischen Kanal und Haff und diente Bootsleuten und Fischern als Landmarke. An ihm konnte man unbeschwert rasten und sich auf den trockenen Schlickbänken und im Röhricht sonnen. In seinem Büchlein „Liebes altes Königsberg“ führt Wilhelm Matull (Wilhelm Matull, 1903–1985) die Sprüche an, mit denen die Seeleute den „Weißen Mann“ beim Auslaufen grüßten:
„O weißer Mann mit schwarzem Bein,
wir senden dir unseren Gruß.
Bitte schenk uns heute guten Wind,
damit wir schneller heimkehren können!“
Bei der Rückkehr musste jeder laut oder im Stillen sagen:
„Alter mit dem weißen Hut, wir danken dir! Die Fahrt war gut!“
Rot
Nun ist die rote Farbe an der Reihe.
Einst befand sich an der Westseite der heutigen Münzstraße (Münzstraße) ein altes Adelsgut, bekannt als „Roter Hof“ (Roter Hof), das 1572 dem Amtshauptmann von Lötzen, Fabian von Lehndorff (Fabian von Lehndorff), übergeben wurde. Später ging es in den Besitz der Familie von Tettau (von Tettau) und danach der Familie von Buddenbrock (v. Buddenbrock) über. Leider ist der „Rote Hof“ längst in Vergessenheit geraten.
Der roten Farbe begegnen wir noch zweimal, und zwar in der Altstadt, deren Wappenfarbe Rot war (siehe unten). Die Altstädtische Börse am Ufer der Lastadie am Hundegatt des Pregels wurde 1728 erweitert und hieß fortan „Rote Waage“ (Rote Waage), da die auf Pfählen am Grünen Tor stehende Börse des Kneiphofs für die neu gebildete Stadt Königsberg nicht mehr ausreichte. Die „Rote Waage“ stand bis in die 1870er-Jahre.

Neben der Altstädtischen Börse stand der Rote Kran, dessen Abbild auf dem berühmten Bering-Stich von 1613 erhalten ist (siehe unten). Der Kran hatte ein kuppelförmiges Dach mit der Figur eines Kranichs – eines Sinnbilds der Wachsamkeit.
Der Rote Kran am Ufer des Hundegatts, das Grüne Tor und die Brücke auf einem Ausschnitt des Königsberger Stadtplans von 1613.
Der Rote Kran verbrannte beim berühmten Brand vom 2. August 1839. Rosenkranz (Johann Karl Friedrich Rosenkranz, 1805–1879) hat uns dieses Ereignis anschaulich geschildert:
„Das Schauspiel, das sich uns gegen neun Uhr abends am Pregelufer bot, war im wahrsten Sinne des Wortes feenhaft! Das von glimmenden Kohlen durchsetzte Wasser war streifenweise völlig schwarz, die Wellen glänzten wie polierter, vergoldeter Stahl. Auf der Oberfläche trieben große Fässer mit brennendem Öl und Spiritus. Wachboote patrouillierten an den Anlegestellen und an der Grünen Brücke, denn die Speicher der Lastadie brannten noch immer, und Funkengarben flogen von ihnen nach allen Seiten. Mittelpunkt des Schauspiels war der Rote Kranich2, der durch das Feuer zum Himmel ragte. Wenn die Flammen wütend aufloderten, schien es, als versinke der Kran in ihnen. Doch er stand noch immer. Aus den brennenden Kornspeichern der Lastadie drang bald ein Klirren, bald ein Knistern, bald ein dumpfes Poltern – wie Schaufelschläge auf einen Sargdeckel –, wenn in ihnen etwas zu Boden stürzte. Horch, zu den Geräuschen vom Kran her gesellten sich knarrende, gleichsam seufzende Laute. Die gewaltigen Eisenmassen zuckten und bebten, doch er stand noch. Endlich war das hölzerne Gerüst niedergebrannt, das Rad verbrannt, und die Menge wartete ungeduldig auf den Einsturz. Vom „Kranich“ blieb nur das eiserne Gerippe, in den tobenden Flammen kaum noch zu erkennen, doch es hielt stand, bis das unerbittliche Feuer seinen ganzen Bau bis auf den Grund ausgebrannt hatte; erst dann stürzte er.“
Grün
In der Farbpalette Königsbergs bleiben nur noch Grün und Gelb.
Grün ist die Wappenfarbe des Kneiphofs (siehe unten). Deshalb hieß auch die Brücke die Grüne (Grüne Brücke). Wie oft gingen die Königsberger über sie! Und wie schimpften sie, wenn sie es eilig hatten und die Brücke gerade aufgezogen war! Und welch unzählige Menschen haben in der langen Geschichte der Grünen Brücke den herrlichen Blick auf den Hafen bewundert, der sich von ihr bot! Besonders abends, wenn die Strahlen der untergehenden Sonne auf das glitzernde Wasser des Pregels fielen – dieser Anblick gehörte zu den schönsten und eindrucksvollsten in Königsberg.
Nur wenige wissen, dass die Grüne Brücke, die bereits 1322, zur Zeit der Deutschordensritter, erstmals erwähnt wird, damals Langgasser Brücke (Langgasser Brücke) hieß.
Die hölzerne Grüne Brücke und die alte Kneiphöfische Börse im 18. Jahrhundert.
Den neuen Namen finden wir erst im Spätmittelalter. Zur Grünen Brücke gehörten der Grüne Kran (Grüne Kran) und das Grüne Tor (Grüne Tor), denn Grün war die Wappenfarbe des Kneiphofs.
Ein Modell der Grünen Brücke war als Musterbeispiel einer Klappbrücke im Deutschen Museum in München ausgestellt.
Die heutige Generation kennt das Grüne Tor nur von Fotografien, denn es wurde 1864 abgerissen.
Ein Tor wurde an dieser Stelle erstmals zur Zeit Winrichs (Winrich von Kniprode, 1310–1382, Hochmeister) errichtet und hieß damals, wie die Brücke, nach der Kneiphöfischen Langgasse (Langgasser Tor). Das gotische Tor jener Zeit war recht bescheiden, man könnte sogar sagen schlicht. Erst in der Renaissance wurde auf den Fundamenten des gotischen Tores das prächtige Grüne Tor errichtet – zu dieser Zeit hatte sich sein neuer Name bereits eingebürgert.
Der Blick durch die ganze, mit zahlreichen Beischlägen geschmückte Kneiphöfische Langgasse (Kneiphöfische Langgasse) vom Krämertor bis zum Grünen Tor war ebenso eindrucksvoll wie der Blick in Danzig durch die Jopengasse (Jopengasse, wobei Jopen der Name einer örtlichen Sorte dunklen, starken und dickflüssigen „Jopenbiers“ (Jopenbier) ist, das in Danzig seit dem 14. Jahrhundert gebraut wurde) zur Marienkirche (Marienkirche; die Stadt heißt heute Gdańsk und die Straße Piwna. Anm. d. Red.)
Der Bau des Grünen Tores begann unter der Regierung des Markgrafen Georg Friedrich (Georg Friedrich I. von Brandenburg-Ansbach, 1539–1603). 1592 errichtete Meister Wilhelm einen prächtigen Turm auf dem Grünen Tor und vollbrachte, da er darauf bestand, Turmknopf und Wetterfahne eigenhändig anzubringen, eine schwindelerregende technische Meisterleistung.
An jeder Seite des Turms befanden sich pathetische Inschriften. Drei davon konnte ich in den Chroniken finden; ich hoffe, dass jemand von Ihnen die vierte findet und mit uns teilt.
Die erste lautete: Jus et aequitas sunt vincula civitatum.
(Gerechtigkeit und Gleichheit sind die Klammern des Staates.)
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Die zweite: Sint aliis turres, sit inexpugnabile vallum, Nos deus et rectum simplicitasque regent.
(Mögen anderen Türme und uneinnehmbare Wälle dienen,
uns aber sollen Gott und Gerechtigkeit mit Einfalt leiten.)
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Die dritte: Vultus Fortunae veriatur imagine Lunae Crescit, decrescit, constans persistere nescit.
(Das Antlitz Fortunas wandelt sich nach dem Bild des Mondes: Es nimmt zu, nimmt ab und kennt keine Beständigkeit.)
Der Alte Pregel zwischen der Vorstadt (links) und dem Kneiphof: Hinter der Grünen Brücke sind der Kneiphöfische und der Altstädtische Hafenkran sowie Schiffsmasten zu sehen. In der Mitte: die Kneiphöfische Börse und der Turm des Grünen Tores. Rechts: Dsimken tanzen auf einem Floß. Mehr über das Leben im Königsberger Hafen lesen Sie hier.
Nun, Königsberg hat die Wahrheit der letzten wahrhaftig am eigenen Leib erfahren!
Später wurde der Turm mit einer Uhr, dem Wappen des Kneiphofs, dem Schwarzen Adler und drei allegorischen Figuren geschmückt: Gerechtigkeit, Fleiß und Ruhe.
Übrigens führte vom Grünen Tor bis zur Großen Überfahrt über den Pregel ein gewölbter unterirdischer Gang, der erst 1885 zugeschüttet wurde. Im Turm über dem Tor wohnten der Stadtmusikus des Kneiphofs und seine Gesellen.
Machen wir eine Zeitreise und erinnern uns nur an einige der farbenprächtigen Szenen, deren Zeuge das Grüne Tor wurde – war es doch Teil der Kneiphöfischen Langgasse, der vor 1324 angelegten Hauptverkehrsader Königsbergs!
Durch dieses Tor zog 1466, nach dem schmerzlichen Verlust der Marienburg, Hochmeister Ludwig von Erlichshausen (Ludwig von Erlichshausen, 1410–1467), der sich auf einer kühnen Flucht über die Weichsel nur mit Mühe vor seinen Verfolgern gerettet hatte, in seine neue Residenz ein. 1526 empfing das Tor den neuen Herzog namens Albrecht, der bereits am Haberstrom (Haffstrom) feierlich empfangen worden war, doch die Bürger säumten die Kneiphöfische Langgasse und begrüßten ihn mit Jubel. Hier zog am 21. Mai 1578 Markgraf Georg Friedrich, Vetter und Vormund des geisteskranken Sohnes Herzog Albrechts, mit dem Sarg seiner soeben in Warschau verstorbenen Gemahlin Elisabeth feierlich in die Stadt ein. Hierher kam an der Spitze eines Reiterzuges als in Preußen regierender Herzog der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm (Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 1620–1688), begleitet von der festlich gekleideten Fleischerzunft (er war es, der ihr das Ehrenrecht verliehen hatte, den Monarchen zu geleiten). Hier fuhr 1701 auch Kurfürst Friedrich III. in seiner prachtvollen Kutsche, als er zur Krönung in seine Vaterstadt kam. Der russische Zar Peter der Große ging oft durch das Grüne Tor und stieg 1711, 1712 und 1713 gern im benachbarten Haus des Kneiphöfischen Bürgermeisters Negelein ab. Dieses Haus wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen, um Platz für den Bau der Norddeutschen Creditanstalt zu schaffen. Die Bankiers brauchten den besten Blick auf das Hafenleben… Wie oft muss Kant durch das Grüne Tor gegangen sein, wenn er von seinem Haus aus – das 1893 so schmählich abgerissen wurde – seinen Spaziergang durch die Vorstadt vorbei an seinem Geburtshaus machte.

Durch das Grüne Tor zog am 10. Juli 1807, nach dem Frieden von Tilsit, Napoleon in Königsberg ein.
Kneiphöfische Grüne Brücke, Grünes Tor und Börse (rechts).
Auch Königin Luise (Königin Luise) ging mehrmals durch dieses Tor: in frohen Tagen als Kronprinzessin und in bitteren Zeiten als kranke Königin auf der Flucht, begleitet von ihrem treuen Arzt Hufeland (Leibarzt Hufeland). Gerade durch das Grüne Tor verließ 1812 der König von Neapel, Murat, Königsberg für immer. Durch das Tor zog König Wilhelm I. 1861 zu seiner Krönung in die Stadt ein. Dann aber schlug seine Stunde, dem wachsenden Verkehr zu weichen.
Der 1857 erbaute neue Ostbahnhof, damals der schönste in Europa, verlangte nachdrücklich diesen radikalen Eingriff. Gegen die Einwände von Künstlern, Denkmalpflegern und sogar gegen den Wunsch des Kronprinzen, des späteren Kaisers Friedrich III. (Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen, 1831–1888), wurden am 19. September 1864 das Grüne Tor und die Beischläge abgerissen.
Beim Abriss stellte sich heraus, dass die Holzbalken im Glockenturm völlig verfault waren; um die Glocken herabzulassen, wurde die Brücke aufgezogen, die Hauptstraße der Inselstadt gesperrt und der Glockenturm selbst zur besseren Standfestigkeit mit Ketten umschlungen. Das Herablassen der schweren Glocken verlief ohne Zwischenfälle, abgesehen von einer leichten Verletzung eines Arbeiters durch einen herabfallenden schweren Eisenring.
Ein gewisser G. Karl (eigentlich Springer), Buchhalter bei der Post und als großer Lokalpatriot bekannt, teilt in seiner Broschüre „Alt-Königsberg“ den Text einer in den Archiven gefundenen Petition der Königsberger Intelligenz mit, die zur Erhaltung des Grünen Tores aufrief:
„Das Grüne Tor ist nicht nur das eleganteste Werk der Renaissance in unserer Stadt, die so demütigend arm an architektonischer Schönheit ist. Vor allem lässt sich auch außerhalb Königsbergs kein anderes Bauwerk finden, in dem der Charakter des kaufmännischen und städtischen Lebens auf so begeisternde Weise zum Ausdruck käme.
Unsere Vorfahren wählten mit großer Weitsicht diesen Ort, an dem der kleine, aber elegante Turm nach vier Richtungen hin eine bedeutende wohltuende Wirkung entfaltet.
Blick auf den Kneiphof vom Vorstädtischen Kai an den Großen Kränen.
Er trägt wesentlich zum unverwechselbaren Bild der Kneiphöfischen Langgasse bei, der Hauptgeschäftsader der Stadt, ist faktisch ihr Mittelpunkt, bietet einen unersetzlichen Aussichtspunkt und bestimmt das Gesicht der Stadt, wenn man sie von der Vorstadt aus betrachtet. Vom Hafen aus gesehen wird die Gebäudegruppe, zu der die ideal zueinander gelegene alte Börse und die Bank gehören, von diesem Turm abgeschlossen. Selbst von der Lindenstraße am Lomse-Ufer bemerkt der Blick unwillkürlich den zierlichen Turm neben der Börse. Es ist ein echter Hafenturm, an dem man zudem den Festschmuck für den Kai anbringen kann, und das Grüne Tor bildet einen Triumphbogen für alle Festzüge – Eigenschaften, die der scharfsinnige Blick Seiner Geliebten Majestät sogleich zu erkennen vermochte. Die Zerstörung dieses herausragenden architektonischen Ensembles, an dessen Stelle nichts bleiben wird – also völlige Kargheit –, wird deutlich zeigen, welch wichtiges Element des Stadtbildes verloren gegangen ist…“
Alle Bemühungen waren vergeblich – das Grüne Tor fiel zwei Jahre später dem Autoverkehr zum Opfer. Die Geschichte jedoch, das Tor sei abgerissen worden, um das Denkmal Friedrich Wilhelms III. durchzulassen, das 1851 auf schlechten Landwegen mit einem Sechzehnspänner aus dem Eisengießwerk Lauchhammer (Eisengießwerk Lauchhammer) bei Elsterwerda nach Königsberg gebracht wurde, ist eine Verleumdung. Tatsächlich war der Bogen des Grünen Tores zu niedrig, als dass das für hiesige Verhältnisse sehr hohe Reiterstandbild hindurchgepasst hätte, weshalb man unter dem Bogen eine zwei Fuß tiefe Grube ausheben musste. Der obere Teil des damals noch ganz neuen Brandenburger Tors dagegen wurde abgetragen, weil auch dieses für das Denkmal nicht hoch genug war.
Das Grüne Tor wird schwer zu vergessen sein. In Königsberg findet sich wohl kein Mensch, der nicht bedauert, dass die Stadt von ihm Abschied nehmen musste.
Die Kneiphöfische Langgasse und das Grüne Tor.
Mit dem Tor gingen auch die schönen Beischläge (siehe oben) dahin – die traditionellen offenen Terrassenvorbauten an der Kneiphöfischen Langgasse, auf denen sich in der warmen Jahreszeit ein großer Teil des Lebens der Kneiphöfer abspielte. Die Beischläge waren ein markantes architektonisches Merkmal des alten Königsberg.
Als vor dem Ersten Weltkrieg das Eingangstor zum Tiergarten mit seinen „Elefantenrüsseln“ zu verfallen begann, kam der Vorschlag auf, das Grüne Tor nach alten Plänen und Abbildungen als Eingang zum Tiergarten wiederaufzubauen. Das Gewissen der Stadt kämpfte noch immer für das Grüne Tor, als die alte Hagensche Apotheke in der Junkerstraße, ein schönes, 1654 im Barockstil umgebautes Haus, das im 16. Jahrhundert dem herzoglichen Leibarzt Dr. Mantanus gehört hatte, rücksichtslos abgerissen wurde.
Die Verwirklichung des zweifellos gut gemeinten, zugleich aber höchst fragwürdigen Vorschlags, das Grüne Tor als Eingang zum Tiergarten wiederherzustellen, wurde glücklicherweise verhindert. Denn abgerissene Bauten sollte man nur dort wiederaufbauen, wo sie früher standen. In solchen Fällen erhalten die glücklichsten unter ihnen, wenn sie ihren angestammten Platz zurückgewonnen haben, die Chance auf ein vollwertiges neues Leben. (Beispiele: der Campanile von San Marco in Venedig, die Michaeliskirche in Hamburg, der Zwinger in Dresden.)
Gelb
Möge die gelbe Farbe diesen Essay über das farbenfrohe Königsberg abschließen!
In Königsberg gab es nicht nur den bereits erwähnten „Blauen“, sondern auch einen „Gelben Krug“ (Gelber Krug).
Oberhalb der Brücke über den Hufenbach (Hufenbach, heute Parkowy-Bach) wohnte ein angesehener Bankier namens Adler, übrigens der Urgroßvater unserer Dichterin Agnes Miegel (Agnes Miegel, 1879–1964), der ein hölzernes Landhaus in den damaligen Hufen besaß. Diese Gegend war in vornapoleonischer Zeit eine mit Villen bebaute Vorstadt und hieß Carlsruh (Carlsruh). Der „Gelbe Krug“ stand am gegenüberliegenden linken Ufer des Baches. Der Name geriet später in Vergessenheit, doch jeder Königsberger kennt diesen Ort, denn später befand sich hier der beliebte Tanzsaal „Drachenfels“ (Drachenfels).
Der Gelbe Turm (Gelber Turm) wird der krönende Abschluss unserer Reise sein! Sein Schicksal ist besonders interessant.

Markttag auf dem Gesekusplatz. Unseren Helden kann man kaum übersehen.
Er wurde als Wachturm errichtet und war Teil der altstädtischen Stadtmauer. Der an ihm sichtbare Strebepfeiler ist nur ein kläglicher Rest dieser Mauer. Der Gelbe Turm war durch einen Gang mit dem benachbarten Turm verbunden, der etwa 20 Meter östlich von ihm stand und der einzige Weg ins Innere war, denn der Gelbe wurde – wie zum Beispiel auch der Königsberg berühmt machende Schlossturm – ohne eigenen Eingang gebaut.
Während der Nachbarturm lange Zeit als Gefängnis diente, wurde der Gelbe überhaupt nicht genutzt, und am 21. Januar 1797 musste der damalige Stadtbaumeister Blick im Rathaus einen Bericht darüber vorlegen, was man mit ihm anfangen könne:
„Der alte wüste Turm ist sehr fest und hat vier Stockwerke, davon zwei mit gewölbten Decken. Die Einrichtung des wüsten Turms zu einem Gefängnis würde wahrscheinlich große Kosten und außerordentliche Schwierigkeiten verursachen, da es unmöglich wäre, Räume für die Wache zu schaffen. Bei sorgfältiger Besichtigung habe ich festgestellt, dass die alten dicken Mauern keine ganzen Ziegel enthalten, sondern nur aus Bruchstücken und Feldsteinen gebaut sind; folglich würde ein Abbruch keinerlei Gewinn bringen. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach wäre es zweckmäßig, den Turm zu vermieten zu versuchen. Seine Nutzung könnte zum Beispiel für Gewürzhändler, Hausierer usw. vorteilhaft sein, die ihn als Lagerraum verwenden könnten. Hervorzuheben ist die Feuerfestigkeit des Bauwerks, die es für solche Zwecke durchaus geeignet macht.“
Dieses Gutachten veranlasste den Magistrat am 23. Januar 1797 zu der Erklärung: „Unter diesen Umständen soll der wüste Turm nicht genutzt werden und in seinem jetzigen Zustand verbleiben!“ Offenbar war der Turm damals noch nicht gelb gestrichen, denn in beiden Schriftstücken wird er „wüst“ und nicht gelb genannt.
Wie Sie sehen, war der alte Turm nicht nur ein ehrwürdiges Überbleibsel einer großen Epoche, sondern auch ein wahrer Stein des Anstoßes! Drei Jahre später, im April 1800, geriet er erneut in Gefahr. Folgendes war geschehen: Im benachbarten Turm, dem Gefängnis, bildeten sich plötzlich so große Risse, dass acht Häftlinge – drei Männer und fünf Frauen – am 12. April um 3 Uhr nachts verlegt werden mussten, damit sie nicht verschüttet würden. Man brachte sie in den nahe gelegenen „Neuen Turm“ an der Ecke Altstädtische Langgasse (Altstädtische Langgasse) und Pulvergasse (Pulvergasse). Jener Turm wurde erst 1888 abgerissen. Der verfallende Nachbar des Gelben Turms fiel später im selben Jahr wegen seines baufälligen Zustands ebenfalls der Spitzhacke zum Opfer.
Man sprach davon, den Gelben Turm gleichzeitig mit ihm abzureißen. Doch wie schon zuvor rettete ihn ein guter Geist vor der Zerstörung.
Der Gelbe Turm am Gesekusplatz.
1811 beschwerte sich der Hutmacher Ritter beim Magistrat, dass in stürmischen Nächten Dachziegel und Steine vom Dach des Gelben Turms auf sein benachbartes Haus fielen. Zugleich bot Ritter an, den Turm zu kaufen. Der Magistrat verkaufte den Gelben Turm 1812 tatsächlich, jedoch nicht an Ritter, sondern an den Oberbäcker Werner für „100 Taler zu 52,5 Denar den Taler“. Es gab allerdings eine Bedingung: „Gemäß § 3 hat der Käufer den Turm in gutem Zustand zu erhalten und auch ein Dach wie auf einem Haus daraufzusetzen“.
So geschah es. Der alte Turm verlor sein spitzes Dach mit der Zinnenbrüstung und erhielt, zum Kornspeicher umgebaut, seine heutige Dachform.
Danach wechselte er noch mehrmals den Besitzer. In den 1840er-Jahren gehörte der Gelbe Turm einem Lotterieeinnehmer namens Heygster (Heygster), 1863 einem Oberarzt der Wrangel-Kürassiere. Wer weiß, welche verrückte Idee ihn dazu brachte, diesen alten Wehrturm zu besitzen? Er muss seiner rasch überdrüssig geworden sein, oder vielleicht wurde der Turm verpfändet, jedenfalls ging er bis 1864 in den Besitz des Kaufmanns Hermann Kadach (Kadach) über, der ihn als Lager nutzte. In meiner Kindheit schmückten das Schaufenster des benachbarten Ladens stets wunderbare Spielsachen, die unsere Kinderherzen erfreuten. Allem Anschein nach wurden viele solcher Schätze im Inneren des Turms aufbewahrt. Von außen war davon jedoch nichts zu merken; nur eine riesige Reklame in gelben Buchstaben auf grauem Putz wies darauf hin, dass der alte Turm als Lager diente, und verunstaltete ihn fürchterlich. 1901 wurde an das ehrwürdige gotische Bauwerk eine öffentliche Bedürfnisanstalt angebaut, die die Bombenangriffe unbeschadet überstand und sich vielleicht bis heute dort befindet.
Mit dem Weggang Kadachs ging auch die Zeit der Spielsachen zu Ende, danach kaufte der Königsberger Turnclub (Königsberger Turnclub) den alten Turm, und schließlich wurde er wieder Eigentum der Stadt.
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(Den letzten Absatz dieses im Ganzen bemerkenswerten Artikels mussten wir streichen, weil darin revanchistische Töne anklingen, wie sie für die deutsche Vertriebenenpresse des dritten Viertels des vorigen Jahrhunderts typisch waren. Anm. d. Red.)
ANMERKUNGEN DES ÜBERSETZERS
1.In Königsberg kam es mehrfach vor, dass ein untergegangenes Objekt seinen Namen einem auserwählten Nachfolger „vermachte“. So befand sich zum Beispiel der Moskowitersaal des hiesigen Schlosses ursprünglich im Nordflügel, bekannt ist heute aber jener, der sich über der Kirche im Westflügel befand. Der Blaue Turm im Kneiphof. Luisenwahl. Dazu Preußen selbst, das uns dank der hier regierenden Dynastie plötzlich an den Ufern des Rheins begegnet…
2. Ins Russische kam das Wort „Kran“ aus dem Deutschen, wo es durch Verkürzung des Wortes „Kranich“ entstanden ist. Wie leicht zu erraten, verdankt der Hebekran seinen Namen der Ähnlichkeit mit diesem Vogel.

„Hafen und Roter Kran“. Lithografie von Friedrich Lahrs (Friedrich Lahrs, 1880–1964)
aus der Serie „Die Stadt Kants. Acht Ansichten von Königsberg im 18. Jahrhundert“.
Anmerkung ohne Nummer. Der Autor hat aus irgendeinem Grund die Kalthöfer Fliedermühle (Vergnügungsort Fliedermühle) nicht in seine Auswahl aufgenommen, einen beliebten Ausflugsort in der nächsten Umgebung des alten Königsberg. Das kleine Restaurant war im Gebäude einer ehemaligen Windmühle eingerichtet. Von der Stadt aus gelangte man hierher entweder durch das Sackheimer Tor und dann um den Friedhof des Löbenichtschen Hospitals herum oder durch das Königstor, die Sprinta entlang und dann nach rechts.
Ende des 19. Jahrhunderts verlor der Ort allmählich an Bedeutung, da die benachbarten Flächen dem Militär übergeben wurden, das darauf eine große Garnison mit Exerzierplatz und Schießstand errichtete. Unter anderem entstanden in unmittelbarer Nähe Baracken für französische Kriegsgefangene, von denen es nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870–1871 in der Provinz sehr viele gab.
Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.

