Das erste Seebad Königsbergs (Königsberg / Kaliningrad) wurde Cranz (Cranz / Selenogradsk), das diesen Status bereits 1816 dank der Bemühungen des Königsberger Medizinalrats Dr. Kessel1 (Dr. Kessel) erhielt. Die an private Unternehmer verpachtete Bernsteingewinnung schränkte die Freiheit des Strandlebens jedoch noch erheblich ein.
Als aber Ende der 1830er-Jahre die Gemeinden der Küstenorte die Bernsteinrechte selbst zu pachten begannen, entstanden hier belebte Seebäder, und das schöne Neukuhren (Neukuhren / Pionerski) übertraf, kaum entstanden, nach Ansicht mancher sogar Cranz. An der Westküste des Samlandes entstand das neue Seebad Neuhäuser (Neuhäuser), begünstigt durch den Bau der Lizentbahn (Lizentbahn) nach Pillau (Pillau / Baltijsk) im Jahr 1865. Es war eine Siedlung reicher Königsberger Kaufleute, die dort in ihren Villen lebten.
Obwohl der kranke Heinrich von Kleist2 (Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist, 1777–1811) schon 1810 im Hafen von Pillau am Meer Erholung suchte, wurde dieses Städtchen erst im 20. Jahrhundert zum Seebad.
Am 8. Juli 1885 wurde die Cranzer Bahn (Cranzer Bahn) eröffnet. Die Staatsbahn (Staatsbahn) konnte jedoch nur eine verhältnismäßig geringe Zahl von Badegästen an die Küste bringen, und auch das nur nach Cranz.
Wer daher im Sommer Neukuhren und seine Umgebung besuchen wollte, musste damals geduldig in „Journalieren“ (Journalieren) an die Meeresküste rumpeln, die nach dem Vorbild ähnlicher gedeckter Wagen vom Typ „Kremser“2 (Kremser) gebaut waren, mit einem Dach auf vier Eckstangen, zwischen denen bei schlechtem Wetter und starkem Wind eine Plane gespannt wurde.
Eisenbahnaktien brachten damals hohe Dividenden, und das gab nicht zuletzt den Anstoß zum Bau einer neuen Eisenbahnlinie. Sie führte nicht nur durch das damals von vielen heiß geliebte Neukuhren (das später wegen des dort angelegten Militärflugplatzes an Beliebtheit verlor), sondern erschloss auch dem breiten Publikum das Innere des Samlandes (Samland) und zeigte die wilde Schönheit der herrlichen, steilen Nordwestküste.
Aktie der „Samlandbahn“.
Das Gründungskapital der neuen Aktiengesellschaft betrug 1,5 Millionen Mark. Staat und Provinz lehnten eine Beteiligung ab. Unvorhergesehene Schwierigkeiten beim Bau erhöhten die Kosten des Projekts um mehr als 2 Millionen Mark. Diese Summe wurde jedoch rechtzeitig von den Aktionären, deren Zahl erhöht werden musste, und vom Kreis Fischhausen (Kreis Fischhausen / Primorsk) aufgebracht. Um die Fristen einzuhalten, mussten schließlich noch zwei weitere Eisenbahngesellschaften zu Hilfe gerufen werden. So wurde der Bau der 45,2 km langen Strecke von Königsberg nach Warnicken (Warnicken / Lesnoje) doch noch fristgerecht abgeschlossen.
Samstag, der 14. Juli 1900, wurde zum Eröffnungstag der Samlandbahn (Samlandbahn). Das Bahnhofsgebäude in Königsberg war ein kleiner, recht wackliger Bau, der sogar weniger überzeugend aussah als der Bahnhof in Cranz, doch die festlich mit grünen Zweigen geschmückte Lokomotive stand bereits unter Dampf, dahinter waren die ebenso geschmückten Wagen zu sehen. Im Zug saßen die höchsten Beamten der Provinz, die Bauleitung, Ehrengäste und zu diesem Anlass geladene Vertreter der Presse. Die erste Fahrt mit Fahrgästen fand am folgenden Tag, einem Sonntag, statt.
Wir waren nicht in jenem ersten Zug am 15. Juli. Die Eltern planten unsere Premierenfahrt für einen der folgenden Sonntage, den 22. oder 29. Juli, und nahmen mich und meinen Bruder mit. Wie könnte ich von dieser unvergesslichen Reise nicht erzählen?!
Es war ein herrlicher, sonniger Sommertag. Ein Stück hinter dem uns Kindern schon bekannten Cranzer Bahnhof (Cranzer Bahnhof) gingen wir auf der rechten Seite der Fuchsberger Allee (Fuchsberger Allee / Sowetski Prospekt) unter einem großen, auf zwei Pfosten angebrachten Schild „Samlandbahn“ (Samlandbahn) hindurch über eine Holzbrücke über den Hufenbach (Hufenbach) zum bescheidenen Stationsgebäude.
Die Kassen wurden von Fahrkartenkäufern buchstäblich belagert, denn alle, die die erste Fahrt schon gemacht hatten, waren begeistert. Allgemein war auch das Lob der felsigen Meeresküste, die bis dahin nur den Sommergästen von Neukuhren bekannt gewesen war.
Am Bahnsteig stand eine sechsrädrige, rauchende, schnaufende und zischende Lokomotive, an die eine lange Reihe von Wagen angehängt war, um alle herbeieilenden Badegäste aufzunehmen.
Diese Wagen erregten echtes Aufsehen: Ihre riesigen Fenster konnte man Panoramafenster nennen, was sich selbst die Presse der ruhmreichen Stadt Königsberg zu loben nicht nehmen ließ.
Der Samlandbahnhof in Königsberg.
Die Schaffner müssen hier beim Wechsel von einem Wagen in den anderen nicht von Trittbrett zu Trittbrett springen, wie es bei der Cranzer Bahn (Cranzer Bahn) der Fall ist, sie gehen gemächlich von Plattform zu Plattform über schmiedeeiserne Brücken mit Geländer. Umso vorteilhafter unterschieden sich die neuen Wagen der Samlandbahn von den umgebauten Viehwagen der Lizentbahn (Lizentbahn), die nach dem Umbau winzige Fensterchen erhalten hatten und auf der Strecke nach Metgethen (Metgethen) eingesetzt wurden.
Bunte Scharen festlich gekleideter Ausflügler nahmen in froher Erwartung ihre Plätze ein. Lokführer und Schaffner eilten geschäftig hin und her.
Endlich kam der Augenblick, den alle Fahrgäste, ausgerüstet mit Strandschirmen und allem anderen, was man für ein bequemes Lager am Strand braucht, so ungeduldig erwartet hatten – der Zug fuhr an!
Eine Zeit lang verlief die Strecke auf dem Gleis der Cranzer Bahn, bog dann aber nach Westen ab. Die erste Station war „Kohlhof“ (Kohlhof). So unbedeutend sie auch war, da sie nur das Gut Kohlhof bediente, so hatte man doch am Bahnsteig ein kleines hellbraunes Häuschen mit einem Warteraum gebaut.
Einziger Schmuck des Häuschens waren geschnitzte Drachenköpfe über dem Schild mit dem Stationsnamen, die uns Kinder in unbeschreibliches Entzücken versetzten. Fahrkarten wurden auf diesen kleinen Stationen nicht verkauft: Man löste sie im Zug.
Allmählich versanken die Türme Königsbergs am Horizont, von denen der nächste der Aussichtsturm im Tiergarten (Tiergarten) aus weiß-rotem Sandstein war. Mit dem Bau der Ottokarkirche (Ottokar-Kirche) hatte man damals noch nicht einmal begonnen, und der Bau der Luisenkirche (Luisenkirche) war noch weit von der Vollendung entfernt. Der Zug rollte durch offene Felder.
Vorbei am beliebten Ausflugsziel der Königsberger, dem „Trenker Waldhaus“ (Trenker Waldhaus), das erst 1919 zu Tannenwalde (Tannenwalde / Tschkalowsk) kommen sollte, erreichte der Zug Goldschmiede. Schon damals wussten nur wenige, dass dieser Ort nach dem Leibarzt Herzog Albrechts, Dr. Aurifaber (Leibarzt Dr. Aurifaber), benannt ist, der seinen Familiennamen latinisierte und zu Goldschmidt wurde. Der Fürst schenkte ihm dieses Gut für treue Dienste. Ja, damals genoss die ärztliche Kunst noch königliche Ehren!4
Weiter zog an der nahen „Chaussee“ langsam das blendend weiße Herrenhaus des Gutes Fuchsberg (Fuchsberg) an den Fenstern vorüber.
Karte der Samlandbahnen am Nordbahnhof.
Der vierte Halt war die Station „Gallhöfen“ (Gallhöfen), wo es auf dem Bahnsteig keinerlei Überdachung gab, sondern nur eine Bank, was auf ihre geringe Bedeutung hinwies. Und schon bald fuhren die meisten Züge hier ohne Halt durch.
„Mednicken“! Angesichts der Bedeutung dieser Station, auf der sich oft zwei Gegenzüge kreuzten, hatte man hier ein großes, mit Drachen geschmücktes Stationsgebäude errichtet, denn die Erholungsuchenden sollten – so stellten es sich die Urheber des Projekts vor – von hier aus zu Wanderungen in alle Richtungen aufbrechen.
Westlich von Mednicken (Mednicken) lagen die alte Ordensmühle Mühlfeld (Mühlfeld) und der Kanal Landgraben (Landgraben), ganz in der Nähe südlich der Station der schöne Wargener Teich (Wargener Teich) mit zwei prußischen Burgwällen an seinen Ufern, die reizende alte Ordenskirche und ihr bescheidener Krug am Teich, auf dem man bald Boot fahren können sollte. Von hier führte entlang dem Landgraben bis Metgethen und Juditten (Juditten) im Frühling der wohl schönste Weg – ringsum war alles blau von Veilchen! Östlich von Mednicken lagen der stark verschlammte, 2,5 km lange Pilzenteich (Pilzenteich) und Tannenkrug (Tannenkrug), Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebter Rast- und Imbissplatz für Menschen und Pferde auf ihrer langen Fahrt mit den „Journalieren“ über Pobethen (Pobethen / Romanowo) und Rantau (Rantau / Saostrowje) nach Neukuhren.
Weiter begrüßte uns ein grün bewachsener Berg, an dessen Fuß man nur sehr schwer gelangen konnte, da kein einziger Wegweiser zu ihm führte, war er doch Privatbesitz der Eigentümer des Gutes Grünhoff (Grünhoff).
Es war der 80 Meter hohe Schulmeisterberg (Schulmeisterberg), der höchste Punkt der Endmoräne. Er war ganz bewaldet, und dieser schöne Mischwald war voller Maiglöckchen. Ging man von ihm aus nach Norden, gelangte man tief im Wald an das Ufer des reizenden Engerteichs (Engerteich).
Nach Mednicken, wo sich viel später, Ende der 1920er-Jahre, ein Storchenpaar auf einem Telegrafenmast niederließ, erschienen vor den Fenstern die bewaldeten Höhen des Alkgebirges (Alkgebirge). Der Berg Galtgarben war damals nicht deutlich zu erkennen, da auf seinem Gipfel noch kein Turm stand.
Uns ungeduldigen Kindern erschien diese Fahrt zur „lieben See“ nicht schnell genug – so viele Halte! So ermüdend! Auf der Cranzer Bahn gab es nur sieben Stationen: Rothenstein, Nesselbeck, Groß Raum, Mollehnen, Laptau und Bledau (Rothenstein, Nesselbeck, Gr. Raum, Mollehnen, Laptau und Bledau)!
Bahnhof der Station „Marienhof“.
Doch die größte Geduldsprobe stand uns noch bevor! Nachdem er das Alkgebirge hinter sich gelassen hatte, traf der Zug in der Station „Marienhof“ (Marienhof) ein.
„Fünfzehn Minuten Aufenthalt!“, rief der Schaffner. Alle wussten schon, dass hier bald ein Verkehrsknoten auf dem Weg nach Fischhausen über Thierenberg (Thierenberg) und Gaffken (Gaffken) entstehen würde. Die Schienen waren bereits verlegt, und der Zugverkehr auf der Fischhausener Kreisbahn (Fischhausener Kreisbahn) sollte am 1. Oktober desselben Jahres 1900 aufgenommen werden.
Der Halt war übrigens durchaus begründet. Unsere kleine und schwache Lokomotive musste ihren Wasservorrat im Kessel aus dem großen Tank der Station auffüllen (obwohl das Wort „Tank“ damals noch nicht erfunden war), denn Marienhof lag genau auf halbem Weg nach Warnicken.
Nördlich des Bahnhofs bot sich von einer Anhöhe, die Steetberge (Steetberge) hieß, ein Blick auf das Kurhaus Dellgienen (Kurhaus Dellgienen) – ein schönes Holzgebäude, errichtet für Touristen, die nach den Plänen mit der Eisenbahn hierherkommen sollten.
Die Rechnung ging jedoch nicht auf: Die Touristen zogen die Strände vor, und die wenigen, die in Marienhof ausstiegen, wanderten zu Fuß in Richtung Galtgarben, sodass das große Kurhausgebäude schon nach zwei Jahren auf Abbruch verkauft wurde.
Endlich setzte unser Zug schnaubend und zischend seine Fahrt fort.
Plötzlich flog die Wagentür auf, und mit freundlichem Lächeln trat ein schnurrbärtiger Eisenbahner ein, leicht zu erkennen an seinem nagelneuen roten Ledergürtel. Er bot zwölf Ansichtskarten mit den schönsten Orten an. Der Satz kostete genau eine Mark, und natürlich waren alle Landschaften des Samlandes schnell ausverkauft.
Der nächste Halt war die Station „Perteltnicken“ (Perteltnicken) mit einem bescheidenen „Drachen“-Häuschen, wo selten jemand zustieg. Schon unter Herzog Albrecht gab es an diesem Ort Fischteiche; mit der Zeit wuchs ihre Zahl auf 44 große und kleine, in denen Karpfen, Forellen, Saiblinge, Schleien, Karauschen und Goldorfen gezüchtet wurden.
Dann folgte die Station „Pobethen-Wartnicken“ (Pobethen-Wartnicken). Von Pobethen im Osten war im Tal nur die schlanke Turmspitze der Ordenskirche zu sehen.
Auf dem Streckenabschnitt Neukuhren – Rauschen.
Im Westen versperrte ein Hügel die ganze Sicht, und man konnte das nahe gelegene Gut Wartnicken mit seinen Wirtschaftsgebäuden nur erahnen.
Im ersten Betriebsjahr der Bahn kam es hier oft zu Verwechslungen – an dieser Station stiegen Fahrgäste mit Fahrkarten nach Warnicken (Warnicken) aus. Deshalb beschloss der Besitzer des Gutes Wartnicken, Baron von König, 1901, den alten prußischen Namen Wartnicken aufzugeben, und benannte sein ostpreußisches Gut nach einem Dorf in seinem Heimatkreis Wolfenbüttel (Wolfenbüttel, in Niedersachsen unweit von Braunschweig) in Watzum (Watzum) um. Einige Jahre später wurde die Station in „Watzum-Pobethen“ umbenannt.
Der Zug schnaufte weiter. Bald wurde die Luft merklich frischer, rechts öffnete sich der Blick aufs Meer, und meine kindliche Fantasie malte sich schon aus, wie die schäumenden Wellenkämme rauschend am Kap Rantau (Rantau / Gwardeiski) zerschellen, auf das der Zug zufuhr. Links blieben derweil die Höhen des Kleinen Gebirges (Kleines Gebirge) zurück, angeführt vom 86,5 Meter hohen Kalthöfer Berg (Kalthöfer Berg), von dem sich ein herrlicher Rundblick auf die Meeresküste des Samlandes bot.
Den Berg erreichte man von der Bahnstation „Kalthof“ (Kalthof) aus, um dann durch die schönen Wälder des Lachsbachtals, vorbei an Alexwangen und Tykrehnen (Lachsbachtales Alexwangen und Tykrehnen), zu Fuß nach Rauschen (Rauschen) hinabzusteigen.
Mit großer Ungeduld warteten wir den Halt in Lixeiden (Lixeiden) ab, und dann traf der Zug im Bahnhof des schon recht bekannten Kurorts Neukuhren ein.
1900 war er viel eleganter und gemütlicher als das damals noch bescheidene Rauschen. Um den berühmten Birnbaum vor dem Neukuhrener Kurhaus (Kurhaus) wurden noch immer die Tänze der „Getrennten und Wiedergefundenen“5 getanzt, wie zur Zeit Ferdinand Gregorovius’ (Ferdinand Gregorovius), der sie in seinen „Idyllen vom Baltischen Ufer“ („Idyllen vom Baltischen Ufer”) so schön beschrieben hat.
Nach einem recht langen Aufenthalt in Neukuhren setzten wir die Fahrt in Richtung Rauschen fort. Die Bahn war hier durch den Wald gelegt, doch rechts war das Meer zu sehen. Plötzlich öffnete sich links das berühmte Lachsbachtal (Lachsbachthal), in dem sich den Karten nach der Borstenstein (Borstenstein / Lügenstein) befinden sollte. Die schöne Kirche und die Warmbäder in Rauschen gab es damals noch nicht, die Züge empfingen nur einige bescheidene Häuschen des malerischen Dorfes Sassau (Sassau) im Tal des Mühlenfließes (Rauschener Mühlfließ).
Der Bahnhof „Georgenswalde“, in dem bald ein Hotel eröffnet wird.
Beim Bau der Strecke hinter der Station „Rauschen“ musste ein langer Einschnitt durch die Sandhügel des Teichwaldes (Teichwaldes) angelegt werden. An einer Stelle wurde der Bahnabschnitt von abrutschenden Sandmassen fast verschüttet. Weiter fanden wir uns auf einem Damm im sumpfigen Tal des Flüsschens Katze (Katze), benannt nach dem sudauischen Anführer Katze (Catcze). Dieser Fluss entspringt im Warnicker Wald unweit von Alt-Katzkeim (Alt-Katzkeim) und bildet schöne, aber an Kreuzottern „reiche“ Täler. Dort, wo die Katze in den idyllischen Rauschener Mühlenteich (Rauschener Mühlenteich) mündet, wurde ein gewaltiger Damm gebaut (eben jener, dessen Bau so viele Mehrkosten verursacht hatte). Später wuchsen auf ihm zu Tausenden blaue Lupinen. Ein prächtiger Anblick, wenn sie blühten!
Übrigens war der in den Damm geschlagene Tunnel für die Straße ins Dorf Schönwalde/Schönwalde etwas Besonderes. Man nannte ihn den „Flüstertunnel“: Leise geflüsterte Worte an einem Ausgang konnte man am anderen recht deutlich hören.
In der Gausupschlucht (Gausupschlucht), dort, wo der Weg nach Hirschau (Hirschau) die Bahnstrecke kreuzte, stand ein weiteres Drachenhäuschen, das der Station „Gausupschlucht“. Mit dem Bau des Bahnhofs „Rauschen-Düne“ (Rauschen-Düne) wurde es überflüssig.
Es blieb noch der Halt an der Station „Georgenswalde“ (Georgenswalde), danach fuhr der Zug geradewegs bis zur Endstation „Warnicken“.
Der Bau dieser Bahn, der anfangs so viel Unruhe und Sorgen verursacht hatte, brachte seinen Investoren später hohe Dividenden: Wurden im ersten Betriebsjahr 1900 157 831 Fahrgäste befördert, so stieg diese Zahl bis 1920 auf 1 217 720 Personen.
Von Warnicken wurde die Strecke über Groß Dirschkeim (Groß-Dirschkeim) nach Palmnicken (Palmnicken) erst während des Zweiten Weltkriegs gebaut, was wohl vielen Flüchtlingen in den schicksalhaften Tagen half, schneller nach Pillau zu gelangen.
Ja, 1900 war die Fahrt nach Warnicken keine schnelle Angelegenheit und dauerte etwa drei Stunden. Doch mit dem Bau der Samlandbahn nahm die Entwicklung unserer schönen Seebäder an der Nordküste ein beispielloses Tempo auf, und davon könnte man endlos erzählen.
ANMERKUNGEN
1. Friedrich Christian Kessel (1765–1844) – Doktor der Medizin, Obermedizinalrat im Regierungsbezirk Königsberg. Kessel war ein überzeugter Anhänger einer gesunden Lebensweise und hielt Sonne, Luft und Wasseranwendungen in Verbindung mit Heilgymnastik und langen Fußwanderungen auf eigens angelegten Terrainkurwegen für das universelle Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten. 1816 erhielt Cranz den Status eines Königlichen Seebades. Und das ist das Verdienst Dr. Kessels, der hier die ersten warmen Seebäder eröffnete.
2. Heinrich Wilhelm von Kleist – deutscher Dramatiker, Dichter und Prosaschriftsteller.
3. „Kremser“ – ein gedeckter, von Pferden gezogener Wagen für Vergnügungsfahrten ins Grüne oder für Ausflüge.
4. Bekanntlich war der Verfasser des Artikels, Herbert Meinhard Mühlpfordt (Herbert Meinhard Mühlpfordt, 1893–1982), Arzt.
5. „Das Badeleben pulsierte um den alten Birnbaum vor dem Gasthaus Richter. In den Baum war ein ‚Verlobungsnagel‘ geschlagen, der künftigen Ehepaaren Glück verhieß.“ (Bäder-Almanach, 1889)
„…im Mittelpunkt allen Geschehens in Neukuhren stand der prächtige Birnbaum im Park bei Richter, unter dem sich Generationen um Generationen von Deutschen trafen und trennten.“ (Ostpreussenblatt, 28.03.1970)
FOTOS
Bildarchiv Ostpreußen bildarchiv-ostpreussen.de.
QUELLE
● Von der Redaktion: Lesen Sie auf VisitPrussia.com das Interview mit der Übersetzerin deutscher und insbesondere prußischer Märchen, unserer ständigen Autorin Tatjana Koliwai, die einen eigenen Blog führt, in dem unzählige weitere Gleichnisse, Legenden und Märchen in ihrer Übersetzung veröffentlicht sind.
Aus dem Russischen übersetzt mit Hilfe von KI (Claude, Anthropic), Oktober 2026.

